Stolpersteine Grolmanstr. 34-35

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Hausansicht Grolmanstr. 34-35, Foto: H-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

Diese Stolpersteine wurden von Thomas Weber und Familie gespendet und am 26.4.2013 vor dem Eingang von Hecker’s Hotel verlegt.

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Stolperstein Sally Cohn, Foto: F. Siebold, April 2013
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HIER WOHNTE
SALLY COHN
JG.1875
DEPORTIERT 28.5.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 29.8.1943

Sally Cohn ist am 28. November 1875 in Berlin als Sohn von Moritz und Frieda Cohn geboren. Im Berliner Adressbuch war er bis 1938 als Kaufmann oder als „Vertreter“ mit der Adresse Grolmannstraße 34/35 eingetragen. Da er an Rückenmarksschwäche litt und pflegebedürftig war, kam er ins Jüdische Krankenhaus in der Auguststraße 14-16. Am 28. Mai 1943 wurde er in einem Zug mit 327 überwiegend schwer kranken Patienten vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 29. August 1943 mit 67 Jahren ums Leben kam. Als Todesursache trugen die Ärzte des Ghettos „Kräfteverfall“ ein.

Text: Helmut Lölhöffel

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Stolperstein Rosa Cohn, Foto: F. Siebold, April 2013
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HIER WOHNTE
ROSA COHN
GEB. KLEINMANN
JG. 1876
DEPORTIERT 28.5.1943
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Seine Frau Rosa Cohn , geb. Kleinmann, ist am 25. Dezember 1876 in Radomysl Wielki (Polen) geboren. Das Hochzeitsdatum mit dem Kaufmann Sally Cohn war der 28.7.1907, sie hatten ein Kind. Die letzte Zeit vor der Deportation verbrachte das Ehepaar im Hospital des Jüdischen Altersheims in der Auguststraße 14-16. Beide wurden am 28. Mai 1943 vom Bahnhof Grunewald ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Nach dem Tod ihrs Mannes wurde sie am 18. Mai 1944 nach Auschwitz gebracht, wo sie im Alter von 67 Jahren in einer der Gaskammern in Birkenau ermordet worden ist.

Text: Helmut Lölhöffel

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Stolperstein Felix Jacobsohn, Foto: F. Siebold, April 2013
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HIER WOHNTE
FELIX JACOBSOHN
JG. 1882
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 18.3.1942

Felix Jacobsohn wurde am 11. Oktober 1882 in Baddeckenstedt bei Hannover geboren. Seit 1932 war er Inhaber der Pension „Luise“, die sich zunächst in der Motzstraße/Ecke Kalkreuthstraße befand und später in die Bayreuther Straße 17 verlegt wurde und die er mit seiner nicht jüdischen Ehefrau Anna betrieb. Als 1938 die Aufforderung zur Arisierung erging, ließ er sich formell von seiner Frau scheiden, die offiziell die Pension weiterführte. Bis zu seiner Deportation verbrachte er die meiste Zeit an seinem selbst gewählten Lebensmittelpunkt, musste aber der Form halber eine eigenständige Adresse vorweisen und mietete ein möbliertes Zimmer in der Grolmannstraße 34-35 an. Von dort wurde er am 18. Oktober 1941 mit dem ersten Osttransport, der vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald abging, gemeinsam mit 1.013 Menschen in einem Reichsbahnzug in das Ghetto Lodz (Litzmannstadt) deportiert und dort am 18. März 1942 ermordet.
Auch nach der Deportation ihres Mannes hat Anna Jacobsohn, die nach der Scheidung wieder ihren Mädchennamen Froese annahm, überwiegend jüdische Gäste in der Pension „Luise“ beherbergt. Sie wurde deswegen im Januar 1943 von der Gestapo verhaftet und in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht, aus dem sie nach einiger Zeit wieder entlassen wurde. Felix Jacobsohns Bruder Emil, geboren am 26. Januar 1884 in Baddeckenstedt, ist am 29. Januar 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet worden.

Text: Sabine Froese