Stolperstein Landhausstraße 25

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Hausansicht Landhausstr. 25
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Dieser Stolperstein wurde von Christa Maria Seidel (Berlin) gespendet und am 2.4.2013 verlegt.

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Stolperstein Marga Kilinski, April 2013
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
MARGA KILINSKI
JG. 1911
DEPORTIERT 14.10.1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Marga Kilinski ist am 23. Dezember 1911 in Berlin geboren. Sie war ledig und Kindergärtnerin von Beruf, den sie aber spätestens seit 1938 nicht mehr ausüben durfte, weil die Nazis Jüdinnen in Erziehungsberufen nicht duldeten. Bis zu ihrer Deportation musste sie dann Zwangsarbeit bei der Siemens-Halske AG in Spandau für einen Wochenlohn von 30 Reichsmark verrichten.

Sie wohnte seit 1934 in der Landhausstraße 25 bei Moritz und Gertrud Jacoby im Vorderhaus im 2. Stock in einem möblierten Zimmer, das 30 Reichsmark Miete kostete, also gerade soviel wie ihr bezahlt wurde.
Nachdem die Jacobys – Moritz Jacoby stand früher als Rechtsanwalt und Notar im Adressbuch– am 15. August 1942 nach Riga deportiert worden waren, wo sie am 18. August erschossen wurden, blieb Marga Kilinski noch einige Zeit bis zum Februar 1943 in ihrem Zimmer. Dort lebte sie „illegal“, wie die Polizei ihren Status amtlich beschrieb, bis sie acht Monate später selbst abgeholt wurde.

Ihre Vermögenserklärung musste sie am 12.10.1943 im Sammellager an der Großen Hamburger Straße, dem ehemaligen Jüdischen Altersheim, ausfüllen, jedoch konnte sie keinen Kontobestand und keine Wertgegenstände aufführen. Von dort aus wurde Marga Kilinski im Alter von 31 Jahren am 14. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt.

Recherche/Text: Helmut Lölhöffel