Stolpersteine Sybelstraße 25

Link zu: Hauseingang Sybelstr. 25
Hauseingang Sybelstr. 25
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

Diese Stolpersteine wurden am 08.11.2011 verlegt.

Link zu: Stolperstein Michaelis Max Israel
Stolperstein Michaelis Max Israel
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
MICHAELIS MAX
ISRAEL
JG. 1912
GEDEMÜTIGT/ENTRECHTET
FLUCHT IN DEN TOD
13.9.1940

Michaelis Max Israel wurde geboren am 23. Februar 1867 in Usch (Ujscie) in der Provinz Posen (Poznan), abweichend davon ist auch der 18. Februar 1867 und als Geburtsort die Kreisstadt Kolmar (Chodzież) genannt. Auf dem Stolperstein ist irrtümlich das Geburtsjahr 1912 eingraviert worden.

Im Berliner Adressbuch war Israel von 1936 bis 1939 in Charlottenburg in der Sybelstraße 25 mit der Berufsbezeichnung Kaufmann eingetragen, davor in der Fritschestraße 70.
Israel, der 73 Jahre alt war, beging am 13. September 1940 Selbstmord, als er die Verfolgung der jüdischen Berliner erlebte und sein Schicksal vorhersah. Zuvor war er offenbar kurzfristig nach Wilmersdorf in die Hildegardstraße 31 zu dem Ehepaar Dr. Alfred Rosenberg und Johanna Rosenberg geb. Ascher umgezogen, die am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert worden sind.

In der Wohnung von Max Israel fand 1939 der 45 Jahre jüngere Zahntechniker Edwin Brandes Unterschlupf, der später zeitweise illegal lebte.

Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Link zu: Stolperstein Edwin Brandes
Stolperstein Edwin Brandes
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
EDWIN BRANDES
JG. 1912
DEPORTIERT 20.1.1944
AUSCHWITZ
ERMORDET 29.1.1944

Der am 14. Mai 1912 in Berlin geborene Edwin Brandes hat offenbar als Untermieter in der Wohnung von Michaelis Max Israel in der Sybelstraße 25 gelebt.

Edwin Brandes zog am 1. April 1942 in ein möbliertes Zimmer für 25 Reichsmark Miete bei einer Frau S. Sonnenfeld in die Michaelkirchstraße 26, wo er bis 28. Februar gemeldet war. Danach verlieren sich seine Spuren. In den Akten der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) steht, er habe seit dem 1. März 1943 „illegal“ gelebt. Wo und wann genau der damals 31 Jahre alte Brandes Anfang 1944 geschnappt wurde, ist den wenigen noch vorhandenen Unterlagen nicht zu entnehmen. Seinen Ausweis habe er „verbrannt“, notierte die Polizei.

Von Beruf war Brandes Zahntechniker, seine letzte Beschäftigung wurde als „Arbeiter“ bei der Schering AG in Adlershof mit einem Lohn von 30 Reichsmark pro Woche registriert. Als „Konfession“ war „jüdisch“ angegeben. In einer „Vermögensübersicht“ der Finanzbehörde vom 19.1.1944 ist eingetragen, der „abgeschobene“ Brandes habe „kein Vermögen“ hinterlassen. Der zuständige Beamte notierte in aller bürokratischen Brutalität: „Erlös 0“.

Nach seiner Entdeckung und Verhaftung wurde Brandes in das Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26 gesteckt und von dort am 20. Januar 1944 in einem Einzelwagen mit 48 Menschen, genannt „48. Osttransport“, vom Bahnhof Grunewald ins Vernichtungslager Auschwitz abtransportiert.

Edwin Brandes, so ist in den Lagerakten festgehalten, wurde im Alter von 32 Jahren am 29. Januar 1944 ermordet. Den Stolperstein für ihn spendete Helmut Lölhöffel, der am 29. Januar 1944 geboren ist.