Stolperstein Brandenburgische Straße 46

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Hauseingang Brandenburgische Str. 46
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

Dieser Stolperstein wurde am 20.9.2011 verlegt und von Gerda Langendorff, Berlin gespendet.

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Stolperstein Anna Reiwald
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
ANNA REIWALD
GEB. NATHANSON
JG. 1872
DEPORTIERT 18.10.1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 8.5.1942
CHELMNO / KULMHOF

Anna Reiwald geb. Nathanson wurde am 27. März 1872 in Weißenhöhe (Białośliwie) in Polen geboren. Ihr Mann hieß mit Vornamen Emil und war Kaufmann, er ist Anfang der 1930er Jahre gestorben. In Berlin wohnte sie 1939 im Stadtteil Wilmersdorf in der Brandenburgischen Straße 46.
Sie wurde mit dem ersten vom Güterbahnhof Grunewald abgehenden Transport am 18. Oktober 1941 nach Lodz, das damals von den deutschen Nazis in Litzmannstadt umbenannt worden war, deportiert und auf dem Weg dorthin umgebracht.

Sie war die Großtante der Mutter von Frank Langendorff (West Orange, New Jersey, USA), der 1981 bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem für sie ein Gedenkblatt hinterlegte.

Charlotte Freundlich geb. Reiwald, die ihre Tochter war, sowie Gerda Langendorff geb. Freundlich und Ruth Bormann geb. Freundlich, die Enkeltöchter waren, stellten aus New York, wohin sie entkommen waren, 1955 und 1957 Entschädigungsanträge für Sparguthaben, Versicherungsverträge und Wertgegenstände, darunter „elektrische und optische Geräte“, die ihre Eltern und Großeltern besessen hatten.

Neben Anna Reiwald waren in dem Haus Brandenburgische Straße 46, dessen Eigentümer G. und M. Dragham waren, die laut Berliner Adressbuch in Syrien lebten, bei der Volkszählung 1939 weitere 23 jüdische Menschen gemeldet, darunter einige Familien, mehrere vermutlich in einem Familienheim, von denen 17 deportiert und ermordet wurden und sechs, die, um einem auch ihnen bevorstehenden Abtransport zu entgehen, Selbstmord begingen.

Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Quellen: Bundesarchiv, Yad Vashem.