Stolperstein Eosanderstraße 23

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Hauseingang Eosanderstr. 23
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

Verlegt am 28.06.2011 und von Reiner Grabow, Berlin, gespendet.

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Stolperstein Philippine Goldemann
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
PHILIPPINE
GOLDEMANN
GEB. ROTHMANN
JG. 1882
DEPORTIERT 14.11.1941
ERMORDET IN
MINSK

Philippine Goldemann, geb. Rothmann, wurde am 19. September 1882 in Bartschin (Barcin) im Bezirk Posen (Poznan) geboren.
Sie wohnte in Berlin bei der Volkszählung vom 17.5.1939 in der Eosanderstraße 23 als Untermieterin bei dem Vertreter Martin Weißenberg, der auf keiner Deportationsliste stand, also wohl nicht jüdisch war, und musste später zwangsweise in die Speyerer Straße 1 und in die Kirchstraße 37 umziehen, von wo sie abgeholt wurde.

Von einer Sammelstelle in der früheren Synagoge Levetzowstraße in Moabit musste sie in einer langen, bewachten Kolonne mehr als sieben Kilometer durch dicht bewohnte Straßen marschieren. Ihre Deportation fand am 14. November 1941 vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald statt. Der mit schätzungsweise 1030 Menschen vollgestopfte Zug fuhr 1120 Kilometer weit zum Güterbahnhof im weißrussischen Minsk. Dort, wo tausende Jüdinnen und Juden in einem Ghetto zusammengesperrt waren, ist Philippine Goldemann wie fast alle dieser aus Berlin Verschleppten umgebracht worden.

1955 wurde in Berlin ein Entschädigungsantrag auf Sparguthaben und Wertpapiere bei der Deutschen Bank, Gold, Silber und Schmuck sowie Philippine Goldemanns Einrichtung gestellt.

Text: Stolpersteine-Intiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Quellen: Bundesarchiv; Adressbuch 1939; Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, Freie Universität Berlin, Berlin 1995; Gottwaldt/Schulle: Die Judendeportationen. Wiesbaden 2005.