Stolpersteine Helmstedter Straße 10

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Hauseingang Helmstedter Str. 10
Bild: BA CW, Held

Die Stolpersteine für Siegfried und Leo Friedländer, Hedwig Simon und Margarete Brühl wurden am 29.9.2010 vor dem Haus Helmstedter Straße 10 verlegt.

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Stolperstein für Siegfried Friedländer
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
SIEGFRIED
FRIEDLÄNDER
JG. 1879
DEPORTIERT 19.10.1942
RIGA
ERMORDET 22.10.1942

Siegfried Friedländer wurde am 24. Juli 1879 in Kolmar in Pommern (bis 1877: Chodziesen, jetzt: Chodzież) geboren. Seine Eltern hießen Khaim und Rivka. Er war von Beruf Architekt und als solcher in Berlin tätig. Am 19. Oktober 1942 wurde er von seinem letzten erzwungenen Wohnort Konstanzer Straße 10 (vorher wohnte er mit seinem in Auschwitz ermordeten Bruder Leo Friedländer in der Helmstedter Straße 10) nach Riga deportiert und dort drei Tage später am 22. Oktober 1942 ermordet.

In der Gedenkblättersammlung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem findet sich eine Eintragung eines Neffen mit dem Namen Khaim Lavi von 1985 zum Gedenken an Siegfried Friedländer, allerdings mit einem unrichtigen Geburtsdatum.

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Stolperstein für Leo Friedländer
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
LEO FRIEDLÄNDER
JG. 1880
DEPORTIERT 12.1.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 1944 IN
AUSCHWITZ

Leo Friedländer wurde am 27. Juli 1880 in Kolmar in Pommern (bis 1877: Chodziesen ,jetzt: Chodzież) geboren. Seine Eltern hießen Khaim und Rivka. Im Berliner Adressbuch 1939 ließ er sich mit dem Zusatz „Ziviling.“ eintragen. Mit ihm zusammen in der Helmstedter Straße 10 wohnte sein jüngerer Bruder Siegfried Friedländer, am 24. Juli 1879 ebenfalls in Kolmar geboren, der von Beruf Architekt war. Am 12. Januar 1943 wurde Leo von seinem letzten Zwangs-Wohnsitz in der Düsseldorfer Straße 48 nach Theresienstadt, am 9. Oktober 1944 von dort weiter nach Auschwitz deportiert. Der Bruder Siegfried wurde nach Riga verschleppt.

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Stolperstein für Hedwig Simon
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
HEDWIG SIMON
GEB. BRÜHL
JG. 1871
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
31.8.1942

Hedwig Simon wurde als Hedwig Brühl am 1. Juni 1871 in Berlin geboren. Sie war vermutlich die ältere Schwester von Margarete Brühl, einer Lehrerin, die ihre Wohnung in Wilmersdorf in der Helmstedter Straße 10 hatte. Am 31. August 1942 wählte sie in ihrer letzten Wohnung in der Heilbronner Straße 8 in Schöneberg, wo ihre Anschrift als Untermieterin bei Ochs angegeben war, den Freitod.

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Stolperstein für Margarete Brühl
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARGARETE BRÜHL
JG. 1884
VOR DEPORTATION
FLUCHT IN DEN TOD
2.9.1942

Margarete Brühl wurde am 22. Januar 1884 in Leipzig geboren. Sie war, als sie deportiert wurde, unverheiratet. Im Berliner Adressbuch von 1939 war sie als in der Helmstedter Straße 10 als Gewerbeoberlehrerin a.D. eingetragen, mit ihr zusammen wohnte ihre Schwester Hedwig Simon geb. Brühl, die kurz vor ihr ebenfalls Selbstmord beging. Eine Freundin ergänzte, Margarete Brühl sei Kunstmalerin und Lehrerin am Bauhaus, später an einer jüdischen Hochschule in Berlin gewesen. Am 2. September 1942 wählte sie, nachdem sie von der SS zur Deportation aufgegriffen wurde, in ihrer letzten Wohnung in der Heilbronner Straße 8 den Freitod.

1998 reichte eine Lehrerin, Ester E. Löwy aus Seattle (USA), die sich als „mentor and teacher and friend“ bezeichnete, ein Gedenkblatt bei Yad Vashem ein, das allerdings einige ungenaue und unvollständige Angaben enthielt.

Zusammenstellung: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Verschiedene Quellen, unter anderem: Yad Vashem-Archiv.