Stolpersteine Grainauer Straße 8 (früher Prager Straße 5)

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Stolpersteine in der Grainauer Str. 8
Bild: Wolfgang Knoll

Die Stolpersteine für Leo, Rosa, Walter J. und Margot L. Loewenthal wurden am 30.9.2010 in der Grainauer Straße 8 verlegt.

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Stolperstein für Leo Loewenthal
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
LEO LOEWENTHAL
JG. 1887
DEPORTIERT 17.3.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 21.4.1944

Leo Loewenthal, der mit Vornamen auch Yehuda hieß, wurde am 25. März 1887 in Landsberg (Warthe) in Brandenburg geboren. Seine Eltern hießen Victor und Rosa, hierzu liegen allerdings widersprüchliche und ungenaue Angaben vor (siehe unten). Verheiratet war Leo mit Rosa Herz, geboren am 24. Februar 1892 in Hamburg. Sie wohnten in der Prager Straße in Wilmersdorf, die später umbenannt wurde, zusammen mit Walter J. und Margot L. Loewenthal, die ebenfalls beide deportiert und ermordet wurden – in Auschwitz. Walter war wahrscheinlich ein Sohn.
Am 17. März 1943 wurden Leo und Rosa Loewenthal nach Theresienstadt ins Ghetto gebracht, mit ihnen zwischen 1285 und 1342 Juden aus Berlin und aus anderen Orten, die fast alle ermordet worden sind. Als Todesdatum Leo Loewenthals haben die deutschen Wärter des KZs den 21. April 1944 eingetragen.

Merkwürdig und unaufklärbar sind die Widersprüche, die sich auf verschiedenen Gedenkblättern befinden, die im Holocaust-Museum Yad Vashem in Jerusalem abgegeben wurden. 1956 reichte ein Sohn namens Avigdor Ben Tal Lobental ein Gedenkblatt ein, auf dem er in hebräischer Schrift und Sprache seinen Vater als Lio Löwenthal benannte, der in „München-Glattbach“ geboren sei. Als Beruf des Vaters gab er Kaufmann an. Er sei mit „Roza, geb. Harf“ verheiratet gewesen. Auch „Teresienstadt“ war falsch geschrieben. 1977 reichte ein Sohn, der sich Avigdor Bental schrieb, wiederum ein Gedenkblatt ein, „Lio Loewenthal“ wäre in Landsberg geboren. 1981 behauptete dann Kurt Loewenthal aus Beverley Hills (USA), der sich als „Bruder“ ausgab, Leo sei in Auschwitz ermordet worden. Die Vornamen der Eltern gab er, anders als der Sohn, mit Victor und Rosa an.

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Stolperstein für Rosa Loewenthal
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
ROSA LOEWENTHAL
GEB. HERZ
JG. 1892
DEPORTIERT 17.3.1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 27.3.1944

Rosa Loewenthal geb. Herz , die mit dem zweiten Vornamen auch Rachel hieß, wurde am 24. Februar 1892 in Hamburg geboren. Verheiratet war sie mit Leo Loewenthal, wohnhaft waren sie in Wilmersdorf in der Prager Straße 5, heute Grainauer Straße 8.
Deportiert wurden Rosa und Leo vom Berliner Güterbahnhof Moabit am 17. März 1943 nach Theresienstadt. Rund 1300 Menschen saßen dicht gedrängt in diesem Zug. Ihr Todesdatum war der 27. März 1944, die Todesursache ist nicht festgehalten worden, jedoch waren es sicher die üblen Lebensumstände in dem Ghetto.

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Stolperstein für Walter J. Loewenthal
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
WALTER J.
LOEWENTHAL
JG. 1920
DEPORTIERT 26.2.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 23.5.1943

Walter J. Loewenthal wurde am 4. Dezember 1920 in Berlin geboren. Bei der Volkszählung 1939 wurde er als verheiratet eingetragen. Von Beruf war er Zimmermann. Kurz vorher war er mit Margot L. Barkowsky getraut worden, die im Stadtteil Wedding wohnte und nach der Hochzeit zu ihm und den Schwiegereltern nach Wilmersdorf in die Prager Straße (heute: Grainauer Straße) zog.

Am 26. Februar 1943 wurde Walter Loewenthal zusammen mit seiner jungen Frau nach Auschwitz ins Konzentrations- und Vernichtungslager abtransportiert. Sein Todesdatum war der 23. Mai 1943.

Avigdor Ben Tal, der sich auch Bental und Butel schrieb und sich als „Bruder“ ausgab, reichte bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem 1956 und 1977 Gedenkblätter für Walter Loewenthal ein, die allerdings unterschiedliche oder ungenaue Angaben enthielten.

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Stolperstein für Margot L. Loewenthal
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
MARGOT L.
LOEWENTHAL
GEB. BARKOWSKY
JG. 1922
DEPORTIERT 26.2.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET

Margot L. Loewenthal geb. Barkowsky wurde am 2. März 1922 in Berlin geboren. Sie war die Ehefrau von Walter J. Loewenthal und wohnte bei ihm und dessen Eltern in der Prager Straße 5 (jetzt: Grainauer Straße 8), war allerdings 1939 noch im Wedding in der Badstraße 58 registriert, wo sie damals mit ihren Eltern Alfred und Frieda Barkowsky und ihrer Schwester Ilse wohnte, die alle
ebenfalls deportiert und umgebracht wurden. Margots Deportation fand am 26. Februar 1943 statt, zusammen mit ihrem Mann Walter sowie im selben Zug wie ihre Familie nach Auschwitz. Kurz danach ist sie ermordet worden.

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf.
Quellen: Bundesarchiv, Zentralarchiv YadVashem.