Stolpersteine Hektorstraße 2

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Hausansicht Hektorstr. 2
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Diese Stolpersteine wurden am 29.3.2008 verlegt.

Die Stolpersteine wurden von zwei ehemaligen Bewohnern des Hauses, Frau Beate Busch geb. Danckert und Herrn Prof. Dr. Hans Herbert Schulze gespendet.

Link zu: Stolperstein für Elfriede Steiner
Stolperstein für Elfriede Steiner
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
ELFRIEDE STEINER
GEB. BERGMANN
JG. 1868
DEPORTIERT 3.10.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 27.12.1942

Link zu: Stolperstein für Dr. Moritz Steiner
Stolperstein für Dr. Moritz Steiner
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
DR. MORITZ STEINER
JG. 1957
DEPORTIERT 3.10.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 31.10.1942

Link zu: Stolperstein für Felix Kessel
Stolperstein für Felix Kessel
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
FELIX KESSEL
JG. 1885
DEPORTIERT 26.10.1942
RIGA
ERMORDET 28.10.1942

Felix Kessel wurde am 18. August 1885 in Berlin geboren. Hier ging er zur Schule und ließ sich zum Kaufmann ausbilden. Hier heiratete er auch seine Frau Erna Kessel, die als Erna Moses am 2. November 1892 ebenfalls in Berlin geboren worden war. Und in Berlin erblickte am 2. Januar 1922 auch die Tochter Steffi Kessel das Licht der Welt.

Die dreiköpfige Familie wohnte in einer geräumigen Wohnung in der Hektorstraße 2. In welchem Stockwerk, ist nicht mehr zu ermitteln. Auch sonst gibt es kaum Daten und Dokumente über Felix, Erna und Steffi Kessel. Nur ihr Ende ist – lückenhaft – dokumentiert.

Als ersten aus der Familie, die noch kurz zuvor in ein möbliertes Zimmer in der Bamberger Straße 5 (bei Theodor Baumgarten) zwangsumziehen musste, traf es Felix Kessel. Er wurde im Oktober 1942 von der Gestapo verhaftet. Vom Güterbahnhof Moabit aus wurde er, zusammen mit 797 Leidensgenossen – 55 waren Kinder unter zehn Jahren – am 26. Oktober in einem Güterzug nach Riga deportiert. Dort wurden alle Insassen nach dreitägiger Zugfahrt unmittelbar nach der Ankunft in den umliegenden Wäldern ermordet. Der Transport wurde unter der Bezeichnung „Gemeindeaktion“ bekannt, weil sich in ihm auch mindestens 204 Angestellte der Jüdischen Gemeinde zu Berlin befanden. Der Deportationszug hatte Riga zum Ziel, weil die „Tötungskapazität“ im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu jenem Zeitpunkt an ihre Grenze gekommen war, wie die Endlösungsstrategen im Berliner Reichssicherheitshauptamt bedauernd notierten.

Nur 44 Tage später – am 9. Dezember 1942 – mussten Mutter Erna und ihre 20jährige Tochter Steffi den Deportationszug besteigen. Er ging als so genannter „24. Osttransport“ von Berlin nach Auschwitz. Von den 1060 Deportierten, die am 10. Dezember dort eintrafen, wurden nach einer „Selektion“ 137 Männer sowie 25 Frauen als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 898 Menschen – unter ihnen Steffi und Erna Kessel – wurden in den Gaskammern getötet.

Am 19. März 1943 wurde der Vermögensverwaltungsstelle Berlin mitgeteilt: „Die Wohnung des Juden Kessel ist heute geräumt worden.” Allerdings forderte das Finanzamt Wilmersdorf-Nord zugleich von der Behörde für den „evakuierten Felix Israel Kessel“ die Begleichung einer Restschuld von 22 Reichsmark an.

Text: Sönke Petersen.
Quellen: Bundesarchiv; Brandenburgisches Landeshauptarchiv; Alfred Gottwaldt/ Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005.

Link zu: Stolperstein für Erna Kessel
Stolperstein für Erna Kessel
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
ERNA KESSEL
GEB. MOSES
JG. 1892
DEPORTIERT 9.12.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 1942

Link zu: Stolperstein für Steffi Kessel
Stolperstein für Steffi Kessel
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
STEFFI KESSEL
JG. 1922
DEPORTIERT 9.12.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 1942