Stolpersteine Eschenallee 13A

Bildvergrößerung: Verlegestelle Stolpersteine Eschenallee 13A
Verlegestelle Stolpersteine Eschenallee 13A
Bild: Dr. Christiane Timper

Die Stolpersteine für Martin und Margarete Bruck wurden auf Wunsch ihres in Kanada lebenden Sohnes Vernon Brooks am 17.7.2007 verlegt.

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Stolperstein für Margarete Bruck
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
MARGARETE BRUCK
GEB. HAHLO
JG. 1887
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
MINSK

Bildvergrößerung: Stolperstein für Dr. Martin Bruck
Stolperstein für Dr. Martin Bruck
Bild: Sara Götz, BA

HIER WOHNTE
DR. MARTIN BRUCK
JG. 1878
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
MINSK

Bildvergrößerung: Margarete Bruck
Margarete Bruck, Winter 1937/1938
Bild: Vernon Brooks

Martin Bruck, geboren am 12. April 1878 in Neisse (Schlesien), war mit der am 20. Dezember 1887 in Berlin geborenen Margarete Bruck geb. Hahlo verheiratet. Er war Jurist, sie war Künstlerin.

Der Sohn von Dr. Martin und Margarete Bruck, Vernon Brooks, schrieb über seine Kindheit in Berlin:

“Ich wurde 1923 als Werner Bruck in Berlin geboren. Mein Vater war Anwalt, spielte zudem gut Klavier und machte zu Hause Kammermusik. Als ich fünf Jahre alt war, zogen wir aus unserer Stadtwohnung in ein großzügiges Haus in der Eschenallee 13a in Neu-Westend. Wir führten ein ruhiges Leben. Ich spielte mit den Nachbarskindern, und meine Mutter begann, mit mir Museen und Kunstgalerien zu besuchen. Sie war ein feinsinniger Mensch, war Malerin gewesen und schrieb Kindergeschichten. In meinem letzten Volksschuljahr, es war 1933, fand eine große Versammlung statt, auf der uns der Klassenlehrer erklärte, heute sei ein großer Tag für Deutschland, Adolf Hitler sei zum Kanzler gewählt worden. Danach änderte sich vieles.

Mit Verwunderung stellte ich fest, dass meine Spielkameraden wegblieben und mir meine Eltern erklären mussten, dass wir zwar nicht religiös, aber für die neuen Machthaber Juden seien. Kulturelle Assimilation über Generationen, glühender Patriotismus, Teilnahme als Offizier am ersten Weltkrieg, all diese Dinge galten auf einmal nichts mehr. In den darauf folgenden Jahren wurde alles deutlich schlimmer. Nach der Rückkehr meines Vaters im November oder Dezember 1938 aus Sachsenhausen gelang es meiner Mutter, mich mit einem Kindertransport nach England zu schicken, wo ich im Januar 1939 ankam.”

Bildvergrößerung: Vernon Brooks und Martin Bruck, Winter 1937/1938
Vernon Brooks und Martin Bruck, Winter 1937/1938
Bild: Vernon Brooks

Martin und Margarete Bruck sind nach Minsk deportiert und dort nach der Ankunft des Zuges am 26. Juni 1942, der aus Berlin kam und über Königsberg fuhr, ermordet worden.

Text: Cristina Konn-Saile, entnommen Juden in Charlottenburg. Ein Gedenkbuch, Berlin 2009. Quelle: Vernon Brooks