Stolpersteine Aschaffenburger Straße 6A

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Hauseingang Aschaffenburger Str. 6A, März 2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat & Flegel

Die Stolpersteine für Heinrich und Else Lewin wurden am 21.8.2006 verlegt.

Bildvergrößerung: Stolperstein Heinrich Lewin
Stolperstein Heinrich Lewin
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
HEINRICH LEWIN
JG. 1869
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.05.1943

Heinrich Georg Lewin wurde am 12. April 1869 in Wollstein (Wolsztyn) im Bezirk Posen (Poznan) geboren. Die Eltern von Heinrich waren Fanny und Löbel Lewin. Verheiratet war er seit dem 18.9.1902 mit Else Lewin, geboren am 16. Mai 1881 in Posen (Poznan), sie war die Tochter von Hermann Lesser und Agnes Friedländer. Sie wohnten in Berlin in der Aschaffenburger Straße 6a, im Adressbuch 1939 war er als Kaufmann eingetragen. Vor der Deportation wurden die beiden zwangsweise in die Neue Ansbacher Straße 7a umquartiert. Dies war ihre letzte Anschrift, vermutlich eine sogenannte Judenwohnung

Deportiert wurde das Ehepaar Lewin am 21. August 1942 aus Berlin vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt. Dort ist Heinrich Lewin am 16. Mai 1943 ums Leben gebracht worden. Else Lewin wurde nach dem Tod ihres Mannes am 25. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterdeportiert und am selben Tag, als dieser Zug mit 1714 Menschen ankam, ermordet.

Else und Heinrich Lewin hatten drei Töchter: Annie, Elisabeth und Eva (geboren 1904, 1906 und am 14. Oktober 1913 in Posen). Alle konnten rechtzeitig entkommen. Elisabeth zog mit ihrem Mann Mitte der 1930er Jahre nach Buenos Aires und 1938 in die USA, sie lebten in Ohio. Annie heiratete und lebte später in London. Eva hat nicht geheiratet, sie lebte bei ihren Eltern, bis sie schließlich zu ihrer Schwester und deren Mann nach London zog.

Annie Olah schrieb zum Gedenken an ihre Eltern ein Gedenkblatt, das in Yad Vashem aufbewahrt ist. Sie stellte auch einen Restitutionsantrag für das 1903 gegründete Kalk- und Steingeschäft S. Friedländer, einen Großhandel mit Baustoffen, an der Joachimsthaler Straße 35, das 1938 an Arthur Walden aus Nikolassee zwangsveräußert werden musste.

Recherche und Text: Amelie Döge, Helmut Lölhöffel. Quellen: Bundesarchiv, Familienpapiere, Landesarchiv, Entschädigungsamt, Yad Vashem.

Bildvergrößerung: Stolperstein Else Lewin
Stolperstein Else Lewin
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
ELSE LEWIN
GEB. LESSER
JG. 1881
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET IN AUSCHWITZ