Stolpersteine Nachodstraße 18

Link zu: Hauseingang Nachodstr. 18, 25.03.2012
Hauseingang Nachodstr. 18, 25.03.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

Die Stolpersteine vor dem Haus Nachodstr. 18 wurden am 15.05.2006 verlegt.

Link zu: Stolperstein Katharina Neukamp, 25.03.2012
Stolperstein Katharina Neukamp, 25.03.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
KATHARINA NEUKAMP
GEB. GOTTHEIL
JG. 1893
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Katharina Erna Neukamp geb. Gottheil, geboren am 30. Oktober 1893 in Gera, wohnte mit ihrem Mann Erich Neukamp, der Kaufmann war und 1941 gestorben ist, und ihrem Sohn , nach dem Vater, der Richard Gottheil hieß, benannten Sohn Richard Ulrich Neukamp in der Nachodstraße 18. Über ihr Leben ist nichts bekannt, sie war Hausfrau und hatte zwei Söhne: Klaus, der flüchten konnte und in Australien landete und sich in Claude Newcombe umbenannte, sowie Richard Ulrich.

Anfang Dezember 1942 wurden Katharina Neukamp und ihr 16-jähriger Sohn Richard Ulrich abgeholt und in das Sammellager Große Hamburger Straße 46 eingeliefert, wo sich zur Deportation bestimmte Jüdinnen und Juden registrieren lassen mussten. Von hier wurden sie am 9. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

1972 und 1986 füllte Claude Newcombe aus Rose Bay in Australien, der Sohn und Bruder, Gedenkblätter aus, die er im Holocaust-Museum in Jerusalem verwahren ließ.

Neukamps hatten zwei Untermieter: Artur Hartmann und seine Frau Hertha geb. Gerber. Sie sind ebenfalls deportiert und ermordet worden.

Link zu: Stolperstein Richard Ulrich Neukamp, 25.03.2012
Stolperstein Richard Ulrich Neukamp, 25.03.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
RICHARD ULRICH
NEUKAMP
JG. 1924
DEPORTIERT 9.12.1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Richard Ulrich Neukamp wurde am 27. August 1924 in Leipzig geboren. Er hatte einen Bruder Klaus, der nach Australien flüchten konnte. Richard Ulrich musste in Berlin zurückbleiben. Als er zusammen mit seiner Mutter Katharina Neukamp von zu Hause abgeholt wurde, war er 16 Jahre alt und Schüler, allerdings vom Besuch öffentlicher Schulen wie alle Juden ausgeschlossen. Über das Sammellager der Großen Hamburger Straße 26, einem ehemaligen jüdischen Altersheim, wurden die beiden am 9. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

1972 füllte der Bruder Claude Newcombe aus Rose Bay bei Sydney in Australien, ein Gedenkblatt aus, das er im Holocaust-Museum in Jerusalem verwahren ließ, ebenso für seine Mutter Katharina.

Link zu: Stolperstein Martha Tichauer, 25.03.2012
Stolperstein Martha Tichauer, 25.03.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
MARTHA TICHAUER
GEB. BLUMENFELD
JG. 1880
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
RIGA

Martha Tichauer
Martha Tichauer
Bild: Bild von Erna Braun, Yad Vashem

Martha Tichauer geb. Blumenfeld ist am Silvestertag, dem 31. Dezember 1880, in Liegnitz (Schlesien) geboren. Ihre Eltern hießen mit Vornamen Carl und Ernestine. Verheiratet war sie mit Fritz Tichauer, der als Kaufmann im Adressbuch eingetragen war. 1934 ist er gestorben. Danach zog sie von der Nachodstraße 26 in die 18 um.

Als sie am 25.1.1942 deportiert wurde, war sie 61 Jahre alt und Witwe. Ihr Mann war gestorben. Zielort des Zuges, der am 29. Januar 1942 in der lettischen Hauptstadt ankam, war Riga. Dort ist sie ermordet worden.

Eine Nichte namens Erna Baun, die nach England hatte entkommen können und in London wohnte, hat ein Gedenkblatt geschrieben, das in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Jerusalem gespeichert ist.

Weitere drei Menschen aus dem Haus Nachodstraße 18 wurden Opfer der Shoah: Anna Bertenson geb. Keller, die bei bei der Witwe Martha Tichauer zur Untermiete wohnte, sowie Artur Hartmann und seine Frau Hertha geb. Gerber, die bei Neukamps als Untermieter wohnten.