Gedenktafel Haus Wien (Karl Kutschera)

Enthüllt wurde die Tafel am 14.2.2018, am Tag vor der Eröffnung der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Hier im HAUS WIEN betrieb Karl Kutschera während der Zwischenkriegszeit das „Café Wien“, ein beliebter Treffpunkt für Prominente aus Theater, Film, Kunst und Wissenschaft. Das Gebäude beherbergte auch eines der ältesten Kinos in Berlin, das 1913 eröffnet wurde. Im Keller etablierte Karl Kutschera 1929 den „Zigeunerkeller“, ein international geschätztes, ungarisches Restaurant mit Nachtclub. Während der Zeit des Nationalsozialismus fiel Karl Kutschera antisemitischer Verfolgung zum Opfer. 1937 sah er sich zur Aufgabe seiner Betriebe gezwungen. 1943 wurde die Familie Kutschera nach Theresienstadt deportiert, wo die beiden Kinder von ihren Eltern getrennt und in Auschwitz ermordet wurden.
1945 kehrten Karl und Josephine Kutschera nach Berlin zurück, wo sie erneut Eigentümer ihrer Betriebe wurden. Nach Karl Kutscheras Tod im Jahre 1950 leitete Josephine Kutschera das „Haus Wien“ bis 1973.

Paul Hildebrandt etablierte hier in den 1950er-Jahren das bekannte Kino „Filmbühne Wien“ als Aufführungsort der Internationalen Filmfestspiele. Es schloss im Jahr 2000 seine Pforten.

Here, in HAUS WIEN Karl Kutschera created ‘Café Wien’ during the interwar period, a popular meeting place for theater and film celebrities, artists and scientists. The building also housed one of the oldest cinemas in Berlin, opened in 1913. In 1929 Karl Kutschera also established the internationally well known Hungarian restaurant and nightclub ‘Zigeunerkeller’ (Gypsy Cellar) in the basement. During the period of National Socialism, he fell victim to antisemitic persecution and was forced to give up his businesses in 1937. The Kutschera family was deported to Theresienstadt where their two children were separated from their parents and murdered in Auschwitz.
In 1945 Karl and Josephine Kutschera returned to Berlin and regained ownership of their businesses. After Karl Kutschera ́s death in 1950, Josephine continued ‘Haus Wien’ until 1973.

Paul Hildebrandt established the movie theater ‘Filmbühne Wien’ in the 1950’s as a venue for the International Film Festival. It closed in 2000.

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Gedenktafel Haus Wien (Karl Kutschera)
Bild: Hupka

Die Tafel ist in einem Edelstahlrahmen unter einer Acrylglasscheibe am linken der drei Zugänge zum ehemaligen Kino befestigt. Sie zeigt oben links das Emblem des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin und am linken Rand einen durchgehenden gelben Streifen. Rechts neben der Inschrift befinden sich übereinander vier Fotos. Deren Unterschriften lauten (v.o.n.u.):

Karl Kutschera, Café Wien, 1949
Café Wien, 1952
Zigeunerkeller, 1960
Internationale Filmfestspiele, Filmbühne Wien, 1955