Martha-Jacob-Platz

Link zu: Platz am S-Bahnhof Heerstraße, 22.4.2013, Foto: KHMM
Platz am S-Bahnhof Heerstraße, 22.4.2013, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

Der bis dahin namenlose Platz am S-Bahnhof Heerstraße an der Soldauer Allee Ecke Teufelsseestraße und Boyenallee wurde am 7.8.2014, im Beisein ihrer Tochter Hazel Shore nach der deutschen Sportlerin Martha Jacob benannt.
Martha Jacob wurde am 7.2.1911 in Berlin geboren und starb am 13.9.1976 in Kapstadt. Die Deutsche Speerwurfmeisterin war Mitglied des SC Charlottenburg sowie von Bar Kochba (heute TuS Makkabi) und von 1924 bis 1928 auch Mitglied des Berliner Sport-Clubs. Sie gehörte zu den jüdischen Sportlerinnen, die in den 1920er und 30er Jahren die deutsche Leichtathletik mit hervorragenden Leistungen prägten, unter der NS-Herrschaft jedoch diskriminiert und verfolgt wurden.

Link zu: Am S-Bahnhof Heerstraße, 7.1.2014, Foto: KHMM
Am S-Bahnhof Heerstraße, 7.1.2014, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

1932 trainierte sie die britischen Leichtathletinnen. 1933 wurde sie als Jüdin aus dem Sport-Club Charlottenburg ausgeschlossen und emigrierte nach London, 1936 weiter nach Südafrika. Ihr zu Ehren wurde im November 2006 im Mommsenstadion eine Tafel zum Gedenken an die jüdischen Sportlerinnen und Sportler im Sportclub Charlottenburg 1933-1945 enthüllt. Der SCC vertrieb nach der Aufnahme des „Arierparagraphen“ in seine Satzung 1933 mehr als ein Drittel seiner Frauenabteilung.
Der Martha-Jacob-Platz liegt in der Nähe, des Mommsenstadions, der Julius-Hirsch-Sportanlage und des Olympiageländes. Er erinnert an eine bedeutende deutsche Sportlerin und daran, wie die Nationalsozialisten mit ihrer verbrecherischen Politik gerade auch dem Sport schweren Schaden zugefügt haben.