Halensee

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Halensee, 21.7.2009, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Der 5,7 ha große und bis zu 10 m tiefe natürliche See am nördlichen Rand des Ortsteils Grunewald und südlich des Ortsteils Halensee, gehört zu den Grunewaldseen. Am Ufer erstreckt sich eine beliebte Nacktbadewiese. Die zum See hin abfallende Grünanlage wurde 1997 als Friedenthalpark benannt.
Wegen des verschmutzten Wassers ist das ehemalige Freibad Halensee seit 2002 geschlossen und Baden im See seit 2003 verboten. Der See verfügt nicht über natürliche Ab- und Zuläufe, sondern speist sich überwiegend aus Regenwasser, das – vor allem von der Autobahn – viel Dreck mitführt.

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Halensee, 25.7.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Am 4.6.2007 nahmen die Berliner Wasserbetriebe eine neue Regenwasserfilteranlage in Betrieb, die das Dreckwasser von den Straßen auffängt und reinigt, bevor es in den See fließt. Bis 2016 soll das Wasser im Halensee wieder Badequalität haben.
Die Berliner Wasserwerke bauten 2009 in Abstimmung mit dem Bezirksamt ein neues Stück Uferwanderweg als Kompensation für die durch den Bau der Filteranlage verloren gegangene Erholungsfläche.

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Geplanter Uferwanderweg am Halensee, 25.7.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Eine Holzbrücke führt über den Auslauf des Regenwasserklärbeckens. Der Weg muss hier teilweise mit einer Steganlage um private Ufergrundstücke herumgeführt werden und soll mit einem bereits fertig gestellten weiteren Wegstück verbunden werden. Leider kann diese Verbindung nicht fertig gestellt werden, weil ein Grundstückseigentümer gegen den Bau des Weges klagt. In der ersten Instanz wurde die Klage vom Verwaltungsgericht zwar abgewiesen. Aber der Kläger ist in Berufung gegangen, und das Oberverwaltungsgericht hat noch nicht entschieden.

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Halensee, 25.7.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

1882 eröffnete Paul Saeger sein “Wirtshaus am Halensee”. Es ist Ziel einer Landpartie in Theodor Fontanes Roman “Frau Jenny Treibel”, der von 1888 bis 1891 entstand.
Für Corinna, die Tochter des Professors Schmidt, klingt “ein Nachmittag in Halensee fast so poetisch wie vier Wochen auf Capri”… “Eine Stunde verging unter allerhand Plaudereien, und wer gerade schwieg, der versäumte nicht, das Bild auf sich wirken zu lassen, das sich um ihn her ausbreitete. Da stieg zunächst eine Terrasse nach dem See hinunter, von dessen anderem Ufer her man den schwachen Knall einiger Teschings hörte, mit einen in einer dort etablierten Schießbude nach der Scheibe geschossen wurde, während man aus verhältnismäßiger Nähe das Kugelrollen einer am diesseitigen Ufer sich hinziehenden Doppelkegelbahn und dazwischen die Rufe des Kugeljungen vernahm. Den See selbst aber sah man nicht recht, was die Felgentreuschen Mädchen zuletzt ungeduldig machte. ‘Wir müssen doch den See sehen. Wir können doch nicht in Halensee gewesen sein, ohne den Halensee gesehen zu haben!’ Und abei schoben sie zwei Stühle mit den Lehnen zusammen und kletterten hinauf, um so den Wasserspiegel vielleicht entdecken zu können.
‘Ach, da ist er. Etwas klein.’
‘Das Auge der Landschaft muss klein sein’, sagte Treibel. ‘Ein Ozean ist kein Auge mehr.’”
Aus Saegers Wirtshaus wurden 1904 die “Terrassen am Halensee” und 1910 schließlich der “Lunapark”.

Die Wanderroute Kleine Grunewaldseen führt auch am Halensee entlang.