Gender Mainstreaming ist ein neuer, "moderner", hoffnungsvoller Versuch, ein altes Problem mit neuen Methoden zu bearbeiten.
Hoffnungsvoll aus meiner Sicht deshalb, weil viele sich damit beschäftigen, bzw. beschäftigen müssen. Denn es ist eine Vorgabe der Europäischen Union, nachzulesen im Amsterdamer Vertrag von 1999, Artikel 3, Abs.2: "Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern." Europa greift damit auf, was die 4. Weltfrauenkonferenz in Peking 1994 mit dem Gender-Mainstreaming-Konzept gefordert hat.
Viele Menschen haben ganz offensichtlich mit diesem englischen Begriff mehr Probleme als zum Beispiel mit facility management, life science center oder city west!
Für Gender Mainstreaming gibt es aber tatsächlich keine deutsche Übersetzung. Und irgendwann wird auch dieser Begriff zum (politischen) Alltag gehören.
Gender (Geschlecht) bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und damit auch veränderbar. Mainstream (Hauptstrom) bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe – hier die Geschlechtergerechtigkeit – zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.
Es ist eine politische Strategie. Sie muss organisiert werden. Überzeugungsarbeit und die Hoffnung, jetzt mehr Menschen für dieses bekanntermaßen heftig umstrittene Thema zu begeistern, gehen fehl. Dafür sind die Gründe bekannt! Geht es doch um Einiges: Gute Posten, mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Zeit, Arbeit und Geld. Warum sollte es nun mit Gender Mainstreaming besser gehen? GM muss organisiert werden, und zwar "von oben" – top down. Es müssen Ziele definiert werden, Zeitabläufe und Verantwortlichkeiten verhandelt und Kontrolle verabredet werden. Und dies macht jede Verwaltung, jede Einrichtung in eigener Verantwortung.
Die Bezirksverordnetenversammlung und der Frauenausschuss haben sich bereits mehrfach mit diesem Thema beschäftigt. Im Oktober wird das Bezirksamt voraussichtlich einen Beschluss zur Einführung von GM in die Verwaltung fassen. Es ist vorgesehen, dass sich alle Abteilungen der Verwaltung mit Testbereichen im Jahr 2004 beteiligen. Jede Fachabteilung des Rathauses wird sich dann z. B. die Frage stellen müssen, was sie tun kann, um Frauen in Führungspositionen zu bekommen, wie eine ganztägige und flexible Kinderbetreuung sicher gestellt werden kann und wie man auch die Wirtschaft zu mehr Familienfreundlichkeit animiert. Was zu tun ist, um Männer in die Familienarbeit zu bringen, wie männliche Gewalt reduziert werden kann und, und, und... Das ehrgeizige Ziel ist, zukünftig jedes Verwaltungshandeln zu nutzen, um die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzubringen, eine anstrengende aber sehr schöne Aufgabe!
Teil 8: Dokumentation der Fachkonferenz Gender Mainstreaming am 14.03.2007 im Rathaus Wilmersdorf laden »
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Teil 10: Dokumentation der Fachkonferenz Gender Mainstreaming am 13.03.2008 im Rathaus Charlottenburg laden »
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Teil 12: Gender Budgeting in Charlottenburg- Wilmersdorf von Berlin, 26.01.2010 laden »
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Teil 15: Gender Mainstreaming als Qualitätsprozess im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf – Evaluation des Prozesses 2003-2011 laden »
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