Alfred Döblin war einer der wenigen Schriftsteller der Weimarer Republik, den es nicht in den Berliner Westen zog. Er bekannte sich zum Osten. Bis 1930 lebte und praktizierte er als Kassenarzt in einer Wohnung an der Frankfurter Allee 340 in Friedrichshain. Nachdem 1929 sein erfolgreichster Roman “Berlin Alexanderplatz” erschienen war, konnte er sich eine größere Wohnung leisten, und seine Frau Erna drängte ihn zum Umzug in die Achtzimmerwohnung am Kaiserdamm 28. Widerwillig gab Alfred nach, und im Januar 1931 wurde der Umzug in die “vornehmste Bourgeoisiegegend des Berliner Westens” vollzogen, wie es in einer Glosse im “Bücherwurm” hieß. Das gutbürgerliche Milieu in Charlottenburg gefiel Döblin nicht. Er mietete für Anfang 1933 eine Wohnung in Neukölln, Hasenheide 83, in die er nach der Machtübernahme Hitlers jedoch nicht mehr einzog. (vgl. Wilfried F. Schoeller: Döblin, München 2011, S.370f)