Die Bronzetafel wurde 1984 im Pflaster neben der Gedächtniskirche enthüllt, 1987 wurde sie wegen des "schlechten Zustands der im Boden des Breitscheidplatzes eingelassenen Gedenktafel" - so der damalige Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Jochen Vogel in einem Brief an das damalige Bezirksamt Charlottenburg vom 9.3.1987 - an die Brüstung am nördlichen Platzrand neben dem Übergang über die Budapester Straße versetzt. Nach den Umbaumaßnahmen 2006/2007 kam sie an ihren jetzigen Platz am Glasgeländer des Eingangs zur Wall-Toilette.
Breitscheid war 1918/19 preußischer Innenminister, 1920-33 Reichstagsabgeordneter, seit 1928 SPD-Fraktionsvorsitzender. Er galt bei den Nationalsozialisten wegen seines Einsatzes für eine Verständigung mit Frankreich als Verfechter der sogenannten 'Erfüllungspolitik'. 1933 emigrierte er nach Frankreich, arbeitete hier für eine breite Volksfront gegen Hitler; 1941 wurde er von der Vichy-Regierung an die Gestapo ausgeliefert. Nach der Haft im Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße wurde er in das KZ Sachsenhausen und schließlich in das KZ Buchenwald verlegt. Kam hier bei einem Bombenangriff ums Leben.






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