Thema des Monats März 2008

Die Zukunft der Villa Oppenheim

Die Bezirksverordnetenversammlung diskutiert

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Die Villa wurde 1881/82 von Christian Heidecke für den Obertribunalrat Otto Georg Oppenheim erbaut. Sein Sohn Hugo Oppenheim verkaufte sie 1911 an die Stadt Charlottenburg. Sie bezog die Villa in den Gebäudekomplex der 1919-22 von Hans Winterstein errichteten Sophie-Charlotte-Schule, der heutigen Oppenheim-Oberschule mit ein. Nach schweren Kriegsschäden wurde die Villa 1945 mit einem flachen Notdach gesichert. Seit der Restaurierung 1985/86 wird ein Teil des Hauses für Ausstellungen genutzt, seit 2005 als Galerie für Gegenwartskunst. Wenn jetzt die bisher durch die Schule und eine Kita genutzten Räume frei werden, wird nach weiteren Restaurierungsmaßnahmen die gesamte Villa Oppenheim für Gegenwartskunst und für die Kunstsammlung Charlottenburg zur Verfügung stehen.

SPD-Fraktion

Vielfältige Wandlungen hat die Villa Oppenheim erlebt, seit sie 1911 von der Stadt Charlottenburg gekauft wurde. Nun stehen neue Veränderungen bevor: Durch frei werdende Räume und eine zu erwartende finanzielle Unterstützung in Form von Lottomitteln ist nun die Erweiterung der Villa Oppenheim als Galerie für Gegenwartskunst – seit 2005 ein Markenzeichen in der Kunstszene – möglich. Und mittendrin soll ein Café einladen zur Entspannung und Reflexion und zum Gedankenaustausch natürlich.
Im Obergeschoss soll dann endlich der Kunstbesitz des Bezirks gezeigt werden – Bilder und Skulpturen seit 1908, Schenkungen von Bürgerinnen und Bürgern und Ankäufe des Bezirks, als dieser noch Mäzen sein konnte – lang ist’s her. Platz wird dort auch sein für vielfältige Veranstaltungen und themenbezogene Ausstellungen. Erweitert werden sollen auch die Kunst-Kurse für Kinder und Jugendliche zur Förderung der sinnlichen Wahrnehmung und der Kreativität.
Christiane Timper

CDU-Fraktion

Die Kulturstandorte unseres Bezirks rund um das Schloss Charlottenburg suchen neue, attraktive Schwerpunkte. Die CDU-Fraktion meint, dass die am Rande der Museenlandschaft um das Schloss Charlottenburg liegende Villa Oppenheim ihr bewährtes, bekanntes Profil für Gegenwartskunst halten und festigen soll – zum Beispiel mit einer Mischung von Ausstellungen mit Arbeiten hier lebender und international erfolgreicher Künstler. Wenn die Villa Oppenheim ihren akzentuierten Charakter wahrt, wird sie weiterhin viele Gäste anziehen und neben den großen Einrichtungen um das Schloss Charlottenburg bestehen. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Die Kommunale Galerie und das Heimatmuseum können dabei nur gewinnen, schafft es ihnen die Möglichkeit der eigenen Profilierung.
Joachim Dannert

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Der Verzicht auf das Kommandantenhaus zugunsten des Museums Berggruen wird mit Lottomitteln für den Umbau der Villa Oppenheim belohnt: Dort wird die zunehmend erfolgreiche “Galerie für Gegenwartskunst” künftig alle Parterre-Räume umfassen und auch ein Café aufweisen. Die dort bestehende Kita zieht um, die Oppenheim-Schule macht ebenfalls Räume frei.
In den beiden oberen Stockwerken sollte eine Jugendkunstschule Kunst und Schule verbinden. Seit Jahren wird die Bedeutung der kulturellen Bildung betont, es ist bekannt, dass die Schulen häufig anspruchsvollen Kunstunterricht nicht leisten können, dass Tanz und darstellendes Spiel für Jugendliche einen angemessenen Platz haben sollten.
Nutzen wir die einmalige Gelegenheit: Die Schulen, der Jugendbereich, die Bereiche für Kultur und der Weiterbildung vergessen einmal die Ressortgrenzen und machen sich voller Begeisterung an ein großes Projekt für Kinder und Jugendliche!
Jürgen Hess

FDP-Fraktion

Die FDP begrüßt es, dass bis dato schulisch genutzte Räume der Villa Oppenheim frei gemacht und mit Lottomitteln ausgebaut werden können. Die Aufnahme der Kunstsammlung Charlottenburg und die Darstellung der Geschichte der Villa scheinen naheliegend.
Die Villa ist heute namhaft bekannt für ihr Programm der Gegenwartskunst. Sie ist der geeignete Standort, um sich mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen. Das bietet eine gute Chance, gerade auch junges Publikum zu erschließen. Teilbereiche der Villa könnten zur Errichtung einer bezirklichen Jugendkunstschule dienen, in der Jugendlichen frühzeitig kulturelle Bildung vermittelt wird.
Dr. Wilfried Fest