Thema des Monats Oktober 2012

Fairtrade - Fair leben in Charlottenburg-Wilmersdorf

Die Bezirksverordnetenversammlung diskutiert

Link zu: Bei der Titelverleihung am 9.6.2011 im runden Innenhof des Rathauses Wilmersdorf nahmen viele Geschäfte und Organisationen, die sich für fairen Handel engagieren, teil.
Bei der Titelverleihung am 9.6.2011 im runden Innenhof des Rathauses Wilmersdorf nahmen viele Geschäfte und Organisationen, die sich für fairen Handel engagieren, teil. Bild: Raimund Müller

Die gemeinnützige Organisation TransFair vergibt ein Siegel für Waren, die unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt werden. Dabei wird unter anderem auf existenzsichernde Mindestlöhne und humane Arbeitsbedingungen geachtet. Im April 2010 wurde auf Initiative von Judith Siller vom Weltladen A Janela in Charlottenburg-Wilmersdorf eine Steuerungsgruppe gegründet, die sich zum Ziel setzte, den Bezirk zu einer Fairtrade Town zu machen. Am 9.6.2011 wurde im runden Innenhof des Rathauses Wilmersdorf der Titel verliehen. Weitere Informationen zu Fairtrade im Bezirk unter www.fairtrade.charlottenburg-wilmersdorf.de .

CDU-Fraktion

Fair ist auf dem Vormarsch und kommt an. Anfänglich wurden nur Tee, Kaffee und Schokolade verkauft. Heute gibt es bereits über 1.900 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel – Tendenz steigend. Die Vergabe des Fairtrade-Siegels ist an soziale und ökologische Kriterien geknüpft. Mit Fairtrade gekauften Produkten wird die Kinderarbeit bekämpft, die Bildung von Kindern und Erwachsenen verbessert und der Gesundheitsschutz gesichert. Den 2010 im Bezirk begonnen Weg gilt es weiter auszubauen: mit den Geschäftsinhabern, Handelsketten usw. Öffentliche Aktivitäten, wie das Frühstück mit Fairtrade-Produkten am Ludigkirchplatz, sind beizubehalten und zu einer Informationsmesse über das Angebot fair gehandelter Produkte für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk auszubauen.
Barbara Siele

SPD-Fraktion

Der Kauf fair gehandelter Produkte kann aus entwicklungs-, sozial-, gleichstellungs- und umweltpolitischen Gründen nur begrüßt werden. Für den Bezirk gibt es zur Unterstützung des fairen Handels zwei Stoßrichtungen. Zum einen kann der Bezirk in seinem eigenen Bereich einen Beitrag leisten, etwa im Bereich der Beschaffung von Waren für die Verwaltung, der Bewirtung in den Rathäusern usw. Zum anderen ist es aber auch wichtig, die Bürger/innen für das Thema zu sensibilisieren und zum Konsum fair gehandelter Produkte zu ermuntern. Hier leisten die Steuerungsgruppe Fairtrade Town und ihre unterschiedlichen Akteure aus Zivilgesellschaft, lokaler Wirtschaft und Bezirkspolitik mit ihren Aktivitäten eine gute Arbeit. Jede/r kann also selbst einen Beitrag für ein faires Leben in Charlottenburg-Wilmersdorf leisten.
Robert Wolf

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Mit Unterstützung des einstimmigen Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung vom 17. Februar 2011 wurde Charlottenburg-Wilmersdorf am 9. Juni 2011 offiziell der Titel „Fairtrade Town“ verliehen. Der Bezirk ist damit der erste in Berlin und Vorreiter noch vor dem Land Berlin selbst. Das Ziel der „Fairtrade Town“ ist, dass die Menschen in den Entwicklungsländern im Rahmen des Fairen Handels von Ihren Löhnen menschenwürdig leben und in soziale und nachhaltige Projekte investieren können. So wurden vor Ort Wasser sparende Anbaumethoden entwickelt oder Schulen gebaut. Damit können wir in Charlottenburg-Wilmersdorf einen Beitrag leisten, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Eine Übersicht der Geschäfte, wo Sie in Charlottenburg-Wilmersdorf fair gehandelte Produkte kaufen können, finden Sie auf der Webseite www.fairtradetown-charlottenburgwilmersdorf.de/karte.de .
Alexander Kaas Elias

Piraten-Fraktion

Fair-Trade ist die unterstützenswerte Idee, durch das Bezahlen angemessener Preise dem Produzenten in den ausgebeuteten Ländern zu ermöglichen, notwendige Infrastrukturen, wie Schulen, lokale Brunnen, etc. zu errichten. Aber auch lokal bei uns ist die Idee des Fair-Trades weiter zu fördern, denn auch die Arbeitnehmer, Dienstleister und Händler in Charlottenburg-Wilmersdorf benötigen faire Preise, z. B. in Form des Mindestlohns, und Gehälter, damit sie ihre Wohnungen und lebensnotwendigen Ausgaben bezahlen können. In einer immer enger zusammenwachsenden Welt werden wir dann feststellen, dass die Probleme der anderen oft auch unsere eigenen Probleme sind. Wir können uns statt dem Neid und der Ausgrenzung endlich dem Wichtigstem widmen: dem gemeinsamen Leben auf dieser Welt. Weiteres dazu auch unter www.pf-cw.de .
Siegfried Schlosser

Die Linke

„Schau mal, die Bananenpflücker sind Arbeiter wie wir und die wollen genauso einen ordentlichen Lohn wie du. Ihre Kinder sollen auch in die Schule gehen können wie unsere, und zum Arzt.“ So erklärte unlängst eine junge Frau ihrem nörgelnden Ehemann, warum sie einen Euro mehr für fair gehandelte Bananen ausgegeben hatte. Ein schönes Beispiel für gelebte Solidarität und eine treffende Beschreibung dessen, worum es beim fairen Handel geht: Gerechtigkeit statt Almosen. Die Familie, deren Einkommen knapp über dem Hartz IV-Satz liegt, obwohl beide Eltern arbeiten, wird sich nicht immer einen solchen Einkauf leisten können. Ab und zu wird sie es versuchen, denn sie weiß, dass gute Arbeit auch guten Lohn verdient – überall! Eine gerechte Weltwirtschaft ist Ziel der LINKE. und dafür lag und liegt uns u. a. die Unterstützung der Fairtrade Town Kampagne im Bezirk am Herzen. Gemeinsam können wir nicht nur sagen, was getan werden müsste, sondern hier und heute selbst – fair – handeln.
Marlene Cieschinger