Unesco-Weltkulturerbe in Berlin entdecken

Unesco-Weltkulturerbe in Berlin entdecken

Für Architektur-Fans ein Muss: Die sechs Wohnsiedlungen der Moderne, die zum Unesco Welterbe in Berlin gehören.

  • Siedlung Weiße Stadt in Berlin© Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner
    Unesco Welterbe: Die Weiße Stadt in Berlin
  • Hufeisensiedlung Britz in Berlin© dpa
    Unesco Welterbe: Blick aus der Vogelperspektive auf die Siedlung Britz in Berlin Neukölln.
  • Siedlung Gartenstadt Falkenberg in Berlin© Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner
    Unesco Welterbe: Falkenberg in Berlin

Unesco Welterbe in Berlin

In Deutschland gehören 37 Denkmäler dem Welterbe der Unesco an. In Berlin und Brandenburg sind es die Museumsinsel mit ihren Bauten, sechs Wohnsiedlungen der Moderne sowie die Preußischen Schlösser und Parks im Südwesten der Stadt, die zum großen Denkmalbereich des Unesco-Welterbe rund ums Schloss Sanssouci in Potsdam gehören.

Die Wohnsiedlungen der Moderne

Die sechs von der Unesco ausgezeichneten Wohnsiedlungen in Berlin entstanden zwischen 1913 und 1934. Architekten der klassischen Moderne, insbesondere Bruno Taut, Hans Scharoun und Walter Gropius, gaben auf höchstem architektonischem Niveau Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg: moderne, bezahlbare Wohnungen mit Küchen, Bädern und Balkonen, in Häusern ohne Hinterhof und Seitenflügel, dafür mit Licht, Luft und Sonne. Die qualitätsvolle Baukunst, die Formensprache, die Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen wurden zum Vorbild für das 20. Jahrhundert.
Bohnsdorf - Gartenstadt Falkenberg
© Franziska Delenk

Gartenstadt Falkenberg in Treptow

1913-15 erbaut von Bruno Taut ist die Gartenstadt Falkenberg die älteste der sechs Siedlungen. Auch heute wohnt man gern in die bunten Häuser mit Gärten, denen man ihr englisches Vorbild sofort ansieht. mehr

Siedlung Schillerpark in Berlin
© Marbot/ Creative Commons

Schillerpark-Siedlung im Wedding

Die Siedlung Schillerpark war Tauts erstes großstädtisches Wohnprojekt im Berlin der Weimarer Republik. Städtebaulich nimmt Taut Bezug auf die moderne Architektur Hollands, auch die Materialen erinnern an die Backsteinbauten Amsterdams. mehr

Siedlung Britz in Berlin
© dpa

Hufeisensiedlung Britz in Neukölln

Auf den Flächen des ehemaligen Rittergutes Britz entstand ab 1925 eine Großsiedlung für 5000 Menschen. Taut integrierte Architektur und Topographie und machte Asymmetrien und die versetzte Anordnung der Häuserzeilen zum städtebaulichen Prinzip. mehr

Siedlung Carl Legien in Berlin
© Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg

Von den sechs Siedlungen liegt sie am nächsten an der Innenstadt. Taut zeigte mit der vier- bis fünfgeschossigen Großstadtsiedlung, dass das Neue Bauen den Mietskasernenstädtebau schlagen konnte. mehr

Siedlung Weiße Stadt in Berlin
© dpa

Weiße Stadt in Reinickendorf

1929-31 erbaut sieht man eine andere Formen- und Farbsprache als bei den Tautschen Siedlungen. Farbakzente an Dachüberständen, Fensterrahmen und Eingangstüren, unterstreichen als Kontrast das Weiß der Fassaden. mehr

Siedlung Siemensstadt in Berlin
© Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Großsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg und Spandau

Stärker noch als die zeitgleich entstandene Weiße Stadt nimmt die Großsiedlung Siemensstadt das moderne Modell der aufgelockerten, durchgrünten Stadt vorweg und weist den Weg zum Wohnungsbau der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. mehr

Schloss Sanssouci
© dpa

Preußische Schlösser und Gärten

Die preußischen Schlösser und Parkanlagen in Potsdam und Berlin stellen eine einzigartige Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas dar. mehr

Was bedeutet Unesco Welterbe?

Die von der Unesco geführte Liste des Weltkulturerbes umfasst insgesamt 962 Denkmäler in 157 Ländern. Denkmäler werden nur dann in die Liste des Welterbes aufgenommen, wenn sie die in der Konvention festgelegten Kriterien der "Einzigartigkeit" und der "Authentizität" (bei Kulturstätten) bzw. der "Integrität" (bei Naturstätten) erfüllen und wenn ein überzeugender "Erhaltungsplan" vorliegt. Leitidee ist dabei die „Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.“

Fotostrecke:

  • Siedlung Weiße Stadt in Berlin© dpa
    Unesco-Welterbe in Berlin und Potsdam

Quelle: kra/berlin.de

| Aktualisierung: 9. Juni 2017