Blinded by Delight: Grand Show im Friedrichstadt-Palast
In der Hauptstadt werden Träume wahr: Auch 2026 zeigt der Friedrichstadt-Palast die Grand Show "Blinded by Delight" auf der größten Theaterbühne der Welt. mehr
Der Friedrichstadt-Palast ist das prominenteste Beispiel der DDR-Postmoderne und ein Höhepunkt der Plattenbau-Architektur. Das Theater in Berlin-Mitte präsentiert das ganze Jahr hindurch große Shows. Er gehört zu den wichtigsten Kulturinstitutionen Berlins und ist Europas größtes Revuetheater.
Die Geschichte des Friedrichstadt-Palastes beginnt als Markthalle. Diese wurde 1865 in dreijähriger Bauzeit am Schiffbauerdamm errichtet. Theaterregisseur und Intendanten Max Reinhardt baute das Gebäude in den Jahren 1918 und 1919 zum Großen Schauspielhaus um. Hier beginnt die Geschichte des Palastes als wichtige Adresse für Unterhaltung. Der Entwurf für das Schauspielhaus stammte von den Berliner Architekten Hans Poelzig und Marlene Moeschke-Poelzig. Im Volksmund hieß das Theater Tropfsteinhöhle. Grund für den Spitznamen war die expressionistische Stalaktitenkuppel im Zuschauerraum.
Die Kultureinrichtung bestand unter verschiedenen Namen bis zum Jahr 1943. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude erst stark zerstört; 1945 wurde es wieder aufgebaut. Seit 1947 ist die Kulturstätte unter dem Namen Friedrichstadt-Palast bekannt. Die Bauweise des Palastes auf Holzpfählen wurde ihm 1980 zum Verhängnis: Schwankungen im Grundwasser führten zum morschen Pfählen. Das Theater musste 1980 schließen und wurde 1986 abgerissen.
Der neue Friedrichstadt-Palast wurde ca. 200 Meter entfernt von seinem alten Standtort errichtet. Die Pläne stammen von Walter Schwarz, Manfred Prasser und Dieter Bankert. Nach der Grundsteinlegung am 26. Juni 1981 betrug die Bauzeit fast drei Jahre. Die Eröffnung fand am 27. April 1984 statt.
Der Friedrichstadt-Palast gehörte mit seiner Fertigstellung zu den letzten Prestigebauten der DDR. Der Bau aus Betonplatten hat mit seinen großen Rundbogenfenstern aus buntem Glas Elemente von Jugendstil und Art Déco. Er erinnert damit an die Goldenen Zwanziger in Berlin. Im Inneren beleuchten große Kronleuchter das Foyer. Der große Saal, der ähnlich einem Amphitheater angelegt ist, bietet 1900 Menschen Platz.
Nach dem Fall der Mauer schaffte es der Friedrichstadt-Palast sich als Ort für Shows und Unterhaltung weiter zu etablieren. Noch immer ist er der größte und modernste Showpalast in Europa. Seit März 2020 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
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