Newsletter #53 – Das Modellprojekt Rathausblock – „Warum dauert das so lange?“

NL 53 Header

Liebe Leser*innen,

die Entwicklung eines neuen gemischten Quartiers auf einem innerstädtischen Gewerbeareal mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden ist komplex und gelingt nur mit beständiger und enger Zusammenarbeit vieler Akteur*innen. Die Frage „Warum dauert das so lange?“ aus dem Forum Rathausblock vom 18.11.2025 greifen wir in diesem Newsletter zum Jahresende nochmal auf und gehen die wichtigsten Meilensteine des Jahres 2025 durch blicken auf das, was Anfang 2026 bevorsteht. Die bisher nicht sichtbaren Vorbereitungen der erst später sichtbaren Baumaßnahmen gehen gut voran. Näheres zu Planungen, Baumaßnahmen und Veranstaltungen erfahren Sie in diesem Newsletter.

Wir wünschen Ihnen einen guten Jahresausklang und freuen uns darauf, Sie im neuen Jahr bei einer Veranstaltung im Modellprojekt wiederzusehen. Hintergrundinformationen zum Kreuzberger Rathausblock finden Sie jederzeit auf der Transparenzplattform.

Alexander Matthes (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg)
und das Team der Öffentlichkeitsarbeit und Gebietsbeauftragten S.T.E.R.N.

Rückblick auf das Kreuzberger Modellprojekt

2025 – Viele lose Enden fügen sich zusammen

Wohnen

Mit der Vergabe der Planungsleistungen für die Wohngebäude auf dem Baufeld Süd, hat die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte die Grundlage für die Errichtung der ersten Wohnungsneubauten gelegt. Eine Jury aus Vertreter*innen der Kooperationspartner*innen und externen Expert*innen hat die zweistufige Vergabe begleitet. Die Architekturbüros Kaden+ Architekten und &Mica konnten das Verfahren für sich entscheiden. Alle Gebäude werden in einer nachhaltigen Holz-Hybrid-Bauweise errichtet.

Die AG Zusammen Wohnen Rathausblock (ZuWoRa), ein Zusammenschluss von verschiedenen Aktiven aus der Stadtgesellschaft, hat in vier öffentlichen Veranstaltungen verschiedene Aspekte des gemeinschaftlichen Wohnens mit Expert*innen diskutiert: Cluster-Wohnen, Quartiersschlüssel, Verortung von gemeinschaftlichen Wohnformen, genossenschaftliches Wohnen.

Straßen, Wege und Freianlagen

Damit das Dragonerareal künftig gut erreichbar und lebenswert wird, braucht es eine funktionierende Erschließung. Diese erfolgt über Straßen, Wege und Plätze. Eine Vorplanung dazu wurde bereits erstellt. Im September begann dazu die nächste Planungsphase: In einem EU-weiten Vergabeverfahren wird bis Frühjahr 2026 ein Büro gesucht, das die Planungen für die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze weiterentwickelt.

Das Freiflächen- und Niederschlagswassermanagementkonzept (FREK) für das Dragonerareal haben gruppe F – Freiraum für Alle und oikotec Ingenieur*innen im Frühjahr fertiggestellt. Das FREK zeigt Lösungen zum Umgang mit dem Regenwasser auf und schlägt Gestaltungsideen für Plätze, Wege und Spielflächen vor. Die öffentliche AG Ökologie und Nachhaltigkeit hat sich in die Entwicklung des Konzepts eingebracht.

Vorbereitung der Baumaßnahmen

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat die nicht-denkmalgeschützten Bestandsgebäude und baulichen Strukturen wie z. B. Mauerreste und Garagen auf dem Areal in diesem Jahr bis zum Sockel zurückgebaut, um Platz für zukünftige Neubauprojekte zu schaffen. Im Herbst wurden die Abrissmaßnahmen abgeschlossen.

Bestandsgebäude

Für den Umbau der denkmalgeschützten Alten Reithalle zu einer Jugendfreizeiteinrichtung mit ergänzenden Räumen für Weiterbildung, Kunst und Kultur hat der Bezirk in diesem Jahr alle Bedarfe für die künftige Nutzung in einem Bedarfsprogramm zusammengeführt. Dieses bildet die Grundlage für die Vergabe der Planungsleistungen der Gebäudesanierung in 2026. Die Übertragung des Grundstücksteils von der Senatsverwaltung für Finanzen an das Bezirksamt wurde Ende November im Portfolioausschuss eingeleitet.

Das Bezirksamt prüft in Zusammenarbeit mit der GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH die Übernahme von noch nicht mit einer Nutzung belegten Bestandsgebäuden in bezirkliche Fachvermögen. Für die Übernahme in das Fachvermögen eines Amts müssen mindestens 50 Prozent der Fläche durch das Fachamt genutzt werden, Kombinationen mit anderen Nutzungen sind entsprechend möglich.

Das Thema Initialnutzungen nahm in 2025 an Fahrt auf. Die ZusammenStelle erarbeitete dafür ein Konzept. Die Initialnutzungen sollen eine zukünftige Nutzung anbahnen und zu einer langfristigen Perspektive weiterentwickeln. Um das Konzept und die praktische Umsetzung abzustimmen, beschäftigt sich die im Frühjahr gegründete AG Initialnutzungen mit dem Thema.

Mitmachen

Das Forum Rathausblock , die zentrale Informations- und Beteiligungsveranstaltung im Modellprojekt, fand in 2025 viermal statt. Verschiedene Aspekte der Quartiersentwicklung von einer Gesamtschau zum Thema Wohnen bis hin zu den Detailplanungen des Freiflächen- und Regenwasserbewirtschaftungskonzept wurden in den Veranstaltungen beleuchtet. Das September-Forum stand ganz im Zeichen der Wahl der ehrenamtlichen* Delegierten des Forum Rathausblock*. Doris Fortwengel, Birte Baier, Hermíone Münch-Pohli, Eddel Beck und Jürgen Enkemann vertreten nun für zwei Jahre die Interessen des Forums im Zukunftsrat und im Raum- und Flächenkuratorium.

Die ZusammenStelle hat in diesem Jahr gemeinsam mit dem Bezirksamt, Lokalbau und dem Kiosk der Solidarität zwei neue monatliche Austauschformate zu den Themen „Initialnutzungen“ und kooperativer Stadtentwicklung ins Leben gerufen. Die PlanBar konzentriert sich auf „Initialnutzungen“ auf dem Gelände des Rathausblocks. Ergänzt wird das Format durch die StadtSalons. Diese widmet sich vertiefenden Themen rund um kooperative Stadtentwicklung, mit Inputs und Gesprächen von Akteur*innen aus Praxis, Verwaltung, Nachbarschaft und Forschung.

Weitere Highlights

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Resiliente Stadtentwicklung – Klimaquartiere in der Städtebauförderung“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wurden am 19. März achtzehn vorbildliche Klimaquartiere ausgezeichnet, darunter auch das Modellprojekt Rathausblock.

Vom 5. – 13. September fand erneut die Kiezwoche statt – mit dem Kiezraum als Hauptveranstaltungsort sowie an weiteren Orten in der Kreuzberger Nachbarschaft. Das Kiezbündnis am Kreuzberg e. V. hat erneut gemeinsam mit vielen anderen Vereinen, Initiativen und Akteuren aus dem Kiez wieder ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt mit einer bunten Mischung aus Unterhaltung, Politik, Kultur und Natur.

Es wird einmal ... Ein zeitlicher Überblick

Von der Grundstücksübertragung des Dragonerareals bis zur Entwicklung innovativer Konzepte für Wohnen, Gewerbe und Freiräume – hier erhalten Sie einen Überblick zu Meilensteinen des bisherigen Verlaufs.

Ausblick auf das Kreuzberger Modellprojekt

2026 – Von der Planungs- zur Umsetzungsphase – ein kurzer Überblick

Das neue Jahr startet mit der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans. Er bildet künftig die rechtliche Grundlage für das neue gemischte Quartier auf dem Areal. Voraussichtlich von Ende Januar bis Ende Februar können Interessierte den Plan im Rathaus Yorckstraße einsehen und eine formale Stellungnahme abgeben. Ende 2026 soll der Bebauungsplan für das Dragonerareal rechtskräftig sein.

Auch der Beginn der Sanierung des Gewerberiegels entlang der Obentrautstraße ist für den Jahresanfang vorgesehen. Die Gebäude werden schrittweise modernisiert und für eine langfristige Nutzung ertüchtigt. Die Adlerhalle, in der derzeit die StadtWERKSTATT untergebracht ist, dient in dieser Zeit als Ausweichquartier für die betroffenen Kfz-Betriebe. Die StadtWERKSTATT als Verhandlungsraum für kooperative Stadtentwicklungsprozesse zieht für diese Phase in einen neuen Standort auf dem Areal um.

Mit den ersten größeren Bauarbeiten geht es dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Tiefe. Ab 2027 beginnt im Rahmen der Medienerschließung die Verlegung der technischen Infrastruktur für Strom, Abluftwärme, Wasser, Abwasser und Internet für das neue Quartier. Dazu werden nächstes Jahr die Planungen aufeinander abgestimmt und finalisiert.

Die WBM bereitet für die erste Jahreshälfte für das Baufeld Süd die Vergabe der freiraumplanerischen Leistungen in einem Werkstattverfahren vor. Für die fünf Wohngebäude auf dem Baufeld Süd sollen Bauanträge gestellt werden, damit der Wohnungsbau im Anschluss der Medienerschließung 2027 erfolgen kann.

Bleiben Sie mit dem Quartiers-Logbuch auf dem Laufenden zum Baufortschritt im Modellprojekt: Hier finden Sie regelmäßige Updates zum Abriss, Bauvorbereitungen und Planungsschritten. Das Begriffsglossar erklärt Fachbegriffe aus der Stadtplanung sowie Abkürzungen im Modellprojekt.

Was steht an im Rathausblock? Termine und Veranstaltungen (Auswahl) auf einen Blick

40. Forum Rathausblock am 27.01.2026 (voraussichtlich) zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans

Die rechtskräftige Festsetzung des Bebauungsplans für das Dragonerareal markiert den Übergang von der Planungsphase des neuen Quartiers zur baulichen Umsetzung des Neuordnungskonzepts. Die formal im Bebauungsplanverfahren vorgeschriebene öffentliche Auslegung gibt allen Interessierten die Möglichkeit, den Planentwurf, inkl. aller relevanten Studien und Gutachten, einzusehen und ggf. eine Stellungnahme zu formulieren. In dem Forum Rathausblock geben wir Einblick in des Verfahren, erläutern den aktuellen Planentwurf und geben einen Überblick über die für die Erstellung relevanten fachlichen Themen.

Ab 17 Uhr findet voraussichtlich in der Bibliothek das Nachbarschaftscafé statt. Die Forumsdelegierte Hermione Münch-Pohli geht ins Gespräch mit verschiedenen Akteur*innen des Modellprojekts.

Wann:
Dienstag, 27.01.2026 (voraussichtlich)
ab 17 Uhr: Nachbarschaftscafé (voraussichtlich)
ab 18 Uhr: Forum Rathausblock

Wo:
Kiezraum, Mehringdamm (hinter dem Finanzamt), 10963 Berlin

Weitere Informationen zum Forum Rathausblock finden Sie hier. Die Dokumentationen zu allen anderen vergangenen Forumsveranstaltungen sind hier veröffentlicht.

Ein Platz für Alle – Unser Fest am 24.12.

Was inmitten der Corona-Pandemie als kleine Geste begann, ist inzwischen zu einer liebevollen Tradition in Berlin-Kreuzberg geworden: Am 24. Dezember 2025 werden ab 15 Uhr wieder die Türen des Kiezraums geöffnet, um einen Ort der Wärme, Gemeinschaft und Menschlichkeit zu schaffen – für alle, die an diesem Abend sonst alleine wären.
Die Gäste erwartet ein kostenfreies 3-Gänge-Menü, Musik, Gespräche und kleine Geschenke.

Ein Zusammenschluss aus Initiativen, Projekten und engagierten Einzelpersonen aus Kreuzberg organisiert das jährliche Event darunter:
  • die Radtour für obdachlose Menschen, die regelmäßig warmes Essen auf die Straße bringt
  • Mitglieder des Fußballclubs Tennis Borussia Berlin, Fansektion „Lila-Weiß“
  • das Projekt ZusammenStelle im Rathausblock
  • der Kiezraum e.V., GemeinwohlStadt e.V.
  • und viele engagierte Helfer*innen aus unserem Umfeld

Kiezraum (Mehringdamm (hinter dem Finanzamt), 10963 Berlin)

  • Jeden Sonntag im Wechsel TEELILA (gerade Kalenderwochen) / SONNTAGSCAFÉ (ungerade Kalenderwochen) von 16.00 – 20.00 Uhr
  • PlanBar – Kollektiver Jahresausklang am Dienstag, 16. Dezember 2025, ab 18.00 Uhr
  • Ein Platz für alle – Unser Fest am 24.12. am Mittwoch, 24. Dezember 2025, ab 15.00 Uhr
  • Forum Rathaushausblock am Dienstag, 27.01.26 (voraussichtlich), ab 18.00 Uhr

Veranstaltung verpasst? Im Lokalblatt Kiez und Kneipe finden Sie regelmäßig Beiträge zu vergangen oder geplanten Veranstaltungen im Rathausblock und Umgebung.

Sprechstunden von Akteur*innen des Modelprojekts

  • Wöchentliche AnlaufStelle der ZusammenStelle jeden Donnerstag von 17.00 – 19.00 Uhr, im AktionsContainer am Mehringdamm Ecke Obentrautstraße
  • Wöchentliche Sprechstunde der Gebietsbeauftragen S.T.E.R.N. im Sommer 2026 jeden Mittwoch von 16.00 – 18.00 Uhr, zu Gast bei der AnlaufStelle, im AktionsContainer am Mehringdamm Ecke Obentrautstraße

Neuigkeiten rund um den Rathausblock finden Sie auch in den Social-Media-Kanälen des Modellprojekts auf Instagram ! Schauen Sie doch mal vorbei!