Newsletter zur Unterstützung der Bedarfs- und Vergabestellen, Nr. 7

Nachhaltigkeitsstrategie

Juni 2026

Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Berlin

Die Berliner Nachhaltigkeitsstrategie, unter Federführung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erarbeitet, überträgt die Agenda 2030 in den spezifischen Berliner Kontext. Das Land Berlin ist sich seiner Vorbildfunktion für eine nachhaltige Entwicklung bewusst und hebt daher die „Nachhaltige Berliner Verwaltung“ als Handlungsschwerpunkt in einem eigenen Kapitel hervor. Ziel ist auch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung. Hierfür steht u. a. der Aktionsplan Fairer Handel mit vielfältigen Maßnahmen ein. Ein zentraler Hebel zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Landes liegt beispielsweise in der von der Senatskanzlei verantworteten Vergabestrukturreform. Sie soll die Voraussetzungen für eine strategische und gesamtstädtisch abgestimmte Integration der Nachhaltigkeitsziele in das Beschaffungswesen des Landes Berlin schaffen mit dem Ziel, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien systematisch und verbindlich in der öffentlichen Beschaffung zu verankern.

Collage mit Einsatzkräften in Dienstkleidung: Mitarbeitende des Winterdienstes des BSR bei der Arbeit im Schnee, Feuerwehrkräfte im Einsatz sowie die Rückenansicht einer Polizeiuniform mit der Aufschrift ‚Polizei'.

Save the Date: Vierter Fachdialog „Öffentliche Beschaffung von Dienstkleidung in Berlin und Brandenburg – neue Initiativen zur Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte“

Gemeinsam diskutieren Unternehmen, Fachleute, Berliner und Brandenburger Vergabestellen am 11. November 2026 wieder über Wege zu einer sozial verantwortlichen und ökologisch nachhaltigen Beschaffung von Berufsbekleidung. Die politischen Rahmenbedingungen und der Stand der Technik entwickeln sich ebenso wie das Marktumfeld fortlaufend weiter. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen, auf die die öffentliche Hand reagiert. Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE) des Landes Brandenburg laden herzlich ein, mehr über den aktuellen Stand, die Möglichkeiten und Aussichten der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung von Dienstbekleidung zu erfahren und über neue Initiativen zu diskutieren.

Blick von der Jannowitzbrücke auf die Spree in Richtung Osten

Save the Date: Fachdialog „Die Ressource Stadt – Strategien für den nachhaltigen Um- und Weiterbau Berlins“

Beim diesjährigen Fachdialog am 5. November 2026 laden die Senatsumweltverwaltung, die Architektenkammer Berlin und der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg dazu ein, die Stadt selbst als Ressource zu begreifen: Welche inhärenten Werte haben unsere Gebäude und wie gestalten wir ihren langfristigen Erhalt? Wie wir in Berlin planen, bauen, sanieren und rückbauen, hat erheblichen Einfluss auf Ressourcenschonung, Klima und Lebensqualität. Beim Fachdialog werden Projekte und Konzepte vorgestellt, die mögliche Antworten aufzeigen – von zirkulären Materialien über modernen Holzbau bis zur tatsächlichen Schließung von Stoffkreisläufen – und nächste Schritte für nachhaltiges Bauen in Berlin in den Blick genommen. Das Programm der ganztägigen Veranstaltung wird derzeit noch finalisiert, eine frühzeitige Anmeldung ist jedoch bereits möglich.

Kompetenzstelle Faire Beschaffung Berlin

Kompetenzstelle Faire Beschaffung Berlin legt überarbeiteten Leitfaden für Direktkäufe vor

Die Kompetenzstelle Faire Beschaffung Berlin hat ihren Leitfaden „Nachhaltiger Einkauf in Berlin” für 2026 aktualisiert. Er richtet sich an Berliner Vergabestellen, die kleinere Beschaffungen und Direktkäufe unterhalb der Schwellenwerte für formelle Verfahren durchführen. Hier gelten das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) und die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) nicht unmittelbar. Zur Sicherstellung einer möglichst nachhaltigen, umweltverträglichen Beschaffung, können die Handreichungen zur VwVBU auch bei diesen Vergaben als Orientierung genutzt werden. Der Leitfaden bietet eine weitere praxisnahe Hilfestellung zur Umsetzung der nachhaltigen Beschaffung. Er ist nach Produktgruppen gegliedert – von Textilien und Lebensmitteln über Veranstaltungen bis zu IT – und bietet direkt einsetzbare Textbausteine für Angebotseinholung und Auftragserteilung, erweiterte Fragen und Antworten sowie aktualisierte Siegel-Übersichten.

Logo Future League

Save the Date: Fachkonferenz “Sport(groß)veranstaltungen der Zukunft – Berlin schafft Bewegung“

Am 2. September 2026 lädt die FUTURE LEAGUE zur Fachkonferenz „Sport(groß)veranstaltungen der Zukunft – Berlin schafft Bewegung” ein. Anlass ist die bevorstehende FIBA Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin. Gemeinsam mit Akteur*innen aus Sport, Politik, Wissenschaft und Verwaltung werden drei Themen in den Fokus gerückt: die nachhaltige und klimagerechte Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen, lokale Bewegungsförderung und die Berliner Gesamtstrategie Bewegungsförderung sowie Female Empowerment im Sport. Bereits am Vorabend findet ein Event zu Female Empowerment im Basketball statt. Für Vergabestellen besonders relevant: Die FUTURE LEAGUE ist eines der zentralen Foren, um fortschrittliche Umsetzungsformen für umweltfreundliche und nachhaltige Beschaffung bei Berliner Sportgroßprojekten zu diskutieren. Eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich.

Logo der Kreislaufwirtschaftsstrategie Deutschland

Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) veröffentlicht: Öffentliche Beschaffung als Hebel für Kreislaufwirtschaft

Das Bundeskabinett hat am 3. Juni 2026 das NKWS-Aktionsprogramm beschlossen. Es umfasst zwölf Maßnahmen, für deren Umsetzung bis 2029 insgesamt 260 Millionen Euro eingeplant sind. Der öffentlichen Beschaffung widmet sich die dritte Maßnahme: Bundesunternehmen sollen ihr Auftragsvolumen für zirkuläre und Recyclingprodukte kontinuierlich steigern. Zudem werden Leitfäden für die Beschaffung gebrauchter Möbel und IT-Geräte erarbeitet, das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) um Anforderungen an Rückbaufähigkeit und Recyclingfähigkeit weiterentwickelt und Möglichkeiten für die zentrale Beratung für Länder und Kommunen zur zirkulären Beschaffung diskutiert. Auch Berlin arbeitet derzeit an einer Kreislaufwirtschaftsstrategie, die das Leitbild der NKWS auf Landesebene konkretisieren und die bestehende Zero Waste Strategie ergänzen soll.

Umweltbundesamt Logo

Neue Evaluation zeigt: 1,4 Mio. Tonnen weniger CO₂ pro Jahr durch Umweltinnovationen

Das Umweltbundesamt hat die siebte Evaluation des Umweltinnovationsprogramms (UIP) veröffentlicht. Das Programm fördert seit 1979 die erstmalige großtechnische Anwendung innovativer Umwelttechnologien. Im Zeitraum 2017 bis 2023 wurden 99 Projekte unterstützt, die laut Evaluation in Summe jährlich mindestens 1,4 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente und 479 GWh Energie einsparen. Die geförderten Vorhaben reichen von industriellen Prozessverbesserungen über neue Recyclingtechnologien bis hin zu konkreten Produkten wie Recycling-Baustoffen oder runderneuerten Reifen. Damit die so geschaffenen nachhaltigen Alternativen auch in der Breite ankommen, braucht es die Nachfrageseite: In Berlin beschreibt die VwVBU, wie Vergabestellen solche innovativen Produkte und Verfahren bei der Beschaffung einbeziehen können, unter anderem durch Vorüberlegungen zu alternativen Möglichkeiten zur Deckung des Bedarfs.

Diagramme, Geldscheine, Lupe und Bleistifte

Value-Gap-Report 2026: Wegwerfmentalität kostet Billionen

Der neue Value Gap Report 2026 von Circle Economy beziffert erstmals den jährlichen Wertverlust durch lineare Wirtschaftsweisen: 25,4 Billionen Euro weltweit, rund 31 Prozent des globalen BIP. Allein etwa 10 Billionen Euro gehen verloren, weil Produkte vorzeitig entsorgt werden, obwohl noch Wert in ihnen steckt. Laut WWF zeigt der Bericht, dass die vorzeitige Entsorgung von Produkten z. T. bereits im Design und durch Fehlanreize begründet ist und fordert die verbindliche Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Auch die öffentliche Beschaffung kann dazu beitragen, den Value Gap zu verringern: Wer bei Verfabeverfahren auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit setzt, hält Werte im Kreislauf. In Berlin bietet die VwVBU den Rahmen, um solche Kriterien systematisch in Vergabeverfahren zu verankern.

Zero Waste Award 2026

Zero Waste Award 2026 zeichnet ressourcenschonende Veranstaltungen aus

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die Zero-Waste-Agentur vergeben 2026 erneut den ZERO WASTE AWARD, diesmal für ressourcenschonende Veranstaltungen. Ausgezeichnet werden Events, die Abfallvermeidung und Ressourcenschonung konsequent in die Praxis umsetzen, vom kleinen Kiezfest bis zur großen Konferenz. Gesucht werden bereits umgesetzte Veranstaltungen seit 01.01.2024, bei denen z.B. Mehrwegsysteme, clevere Logistik, Wiederverwendung von Materialien, innovative Kommunikationsmaßnahmen etc. zum Einsatz kamen. Bewerben können sich Veranstalterinnen und Veranstalter, Agenturen, Institutionen und Initiativen, Vereine, Unternehmen, etc. mit umgesetzten Veranstaltungen in Berlin. Die Einreichfrist läuft noch bis 17. Juli 2026.

Wettbewerb für Nachwuchsarchitektur: Ideen für IBA 2030 und EXPO 2035 gesucht

Die Plattform Nachwuchsarchitekt*innen ruft Kreative auf, nicht realisierte Entwürfe für eine IBA 2030 und EXPO 2035 in Berlin-Brandenburg einzureichen. Gesucht werden Arbeiten in drei Kategorien: neu gedacht, politisch auf den Punkt gebracht und als nachhaltiges (Um)Bauprojekt. Abgabetermin ist der 30. September 2026, die Registrierung ist formlos per E-Mail an info@plattformnachwuchsarchitekten.de möglich.

SenMVKU auf der RESOURCICA 2026: Kreislaufwirtschaft als Stabilitätsfaktor für Lieferketten

Am 25. September 2026 diskutieren Expertinnen aus Wirtschaft und Verwaltung auf der Fachkonferenz RESOURCICA in Dresden beim Panel „Lieferketten neu denken: Kreislaufwirtschaft als strategischer Stabilitätsfaktor” wie eine umweltverträgliche und zirkuläre Beschaffung dazu beitragen kann, die Abhängigkeit von volatilen globalen Märkten insbesondere bei Energie und versorgungskritischen Rohstoffen zu verringern.

Umweltbundesamt veröffentlicht Strategieentwurf für nationales Urban Mining

Das Umweltbundesamt hat mit der Publikation „KartAL V” einen Strategieentwurf für einen nationalen Urban Mining Prozess vorgelegt. Ziel ist es, die in Gebäuden, Infrastrukturen und Produkten gebundenen Rohstoffe systematisch zu erfassen und als Sekundärrohstoffbasis für die Kreislaufwirtschaft nutzbar zu machen. Die Strategie definiert Aktionsfelder von mineralischen Baustoffen über Fahrzeuge bis zu Wind- und Photovoltaikanlagen und dient der Bundesregierung als Grundlage für die Fortentwicklung von Maßnahmen.