Aktuelles

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Neuer Leitfaden: Produkte aus Recycling-Kunststoffen umweltfreundlich beschaffen

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Mai 2026 den aktualisierten „Leitfaden zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung: Produkte aus Recycling-Kunststoffen” veröffentlicht. Der Leitfaden unterstützt Vergabestellen bei der Beschaffung von Produkten mit hohem Anteil an Post-Consumer-Rezyklaten. Er formuliert Anforderungen zur Kontrolle von Schadstoffen aus der Abfallphase sowie an Zusatzstoffe und stellt einen Anbieterfragebogen für die Angebotsprüfung bereit. Grundlage sind die Kriterien des Umweltzeichens Blauer Engel für Produkte aus Recycling-Kunststoffen (DE-UZ 30a, Ausgabe Januar 2024). Für Berliner Vergabestellen ist der Leitfaden besonders relevant, denn die VwVBU schreibt in den Leistungsblättern 9 und 21 für Müllsäcke Produkte gemäß Blauer Engel DE-UZ 30a verbindlich vor.

Recycling von Baustoffen

Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) fordert mehr zirkuläres Bauen und appelliert an Vorbildfunktion der öffentlichen Hand

In seiner Stellungnahme „Zirkulär bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen” (April 2026) fordert der SRU einen grundlegenden Wandel im Bausektor hin zu Bestandserhalt, Materialwiederverwendung und kreislaufgerechter Planung. Der Sektor, der für einen Großteil des nationalen Rohstoffbedarfs und Abfallaufkommens verantwortlich ist, bietet erhebliches Einsparpotenzial und der öffentlichen Hand kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Durch eine konsequente Nachfrage nach kreislaufgerechten Produkten und Bauausführungen kann sie ihre Marktmacht nutzen, um den Wandel im gesamten Sektor voranzutreiben. Dafür fordert der SRU, die öffentliche Hand rechtlich zu einer umwelt- und kreislaufgerechten Beschaffung zu verpflichten und die Privilegierung von Sekundärbaustoffen als zentrales Vergabekriterium festzuschreiben. Für Vergabestellen im Land Berlin bündelt eine Informationsseite zum Nachhaltigen Bauen relevante Vorgaben, Leistungsblätter und Anforderungen. Vertiefte Informationen finden sich in den Dokumentationen der Fachdialoge zum Nachhaltigen Bauen.

Neuer Leitfaden für CO₂-bewusste Hardware-Beschaffung

Ein neuer Leitfaden des Circular and Fair ICT Pact (CFIT) zeigt auf, wie öffentliche Auftraggeber CO₂-Emissionen bei der IKT-Hardwarebeschaffung senken können und stellt konkrete Handlungsempfehlungen und praktische Werkzeuge für alle Beschaffungsphasen bereit. Da im IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) -Sektor, der etwa 1,4–4 % der globalen Emissionen verursacht, rund 80 % der Emissionen in Produktion und Transport entstehen, ist die Verlängerung der Gerätelebensdauer einer der wichtigsten Hebel zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Flaggen der EU

Europäisches Parlament beschließt Kreislaufwirtschaft für Textilien

Die Europäische Abfallrahmenrichtlinie dient wie die Berliner Zero Waste Strategie (Abfallwirtschaftskonzept 2030) einer hochwertigen Kreislaufwirtschaft und legt den Rechtsrahmen für den Umgang mit Abfällen in der EU fest. Ziel der Richtlinie ist der Schutz von Umwelt, Gesundheit, Klima und natürlichen Ressourcen. Bislang finden beispielsweise Alttextilien vielfach noch nicht den Weg in die Wiederverwendung oder das Recycling. Nach Inkrafttreten der aktualisierten Richtlinie Ende September, sollen die EU-Mitgliedstaaten innerhalb von 20 Monaten die gesetzlichen Vorkehrungen schaffen, um für Textilien eine hochwertige Kreislaufwirtschaft in der Praxis zu ermöglichen. So wird auch die Perspektive für die Beschaffung von möglichst nachhaltiger Arbeitskleidung und von Textilien verbessert, die aus sekundären Rohstoffen produziert wurden. Im Land Berlin wird schon seit Jahren an einer Kreislaufwirtschaft für Textilien gearbeitet – entsprechende Handlungshilfen für die öffentliche Beschaffung stehen zur Verfügung.

Logo der FNR

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR): Neue Handreichung für öffentliche Holzbauprojekte und Start einer Seminarreihe zu den Zukunftspotenzialen von Holz

Die Handreichung der FNR zeigt auf, wie moderner Holzbau neue Anforderungen an Planung und Vergabe im öffentlichen Bauen stellt. Sie unterstützt öffentliche Auftraggeber, Bauämter und Planende dabei, Planungsleistungen rechtssicher, effizient und qualitätsorientiert auszuschreiben, erläutert Besonderheiten der Holzbauplanung, rechtliche Spielräume funktionaler Leistungsbeschreibungen und die Einbindung qualitativer Kriterien. Grafische Übersichten und praxisnahe Tools erleichtern die Umsetzung.

In Kooperation mit dem Informationsdienst Holz startet die FNR die Online-Seminarreihe #HolzKannDas: Potenziale eines nachwachsenden Rohstoffs. Im Fokus stehen moderne Verarbeitungstechnologien, Kreislaufwirtschaft und innovative Anwendungen von Holz. Das erste Seminar fand am 10. Dezember 2025 zum Thema dreidimensionale Holzwerkstoffe statt. Weitere Termine 2026 widmen sich u. a. Kreislaufwirtschaft in der Möbelbranche, Holz als Torfersatz im Gartenbau, Lignin als Rohstoff und modernen Holzfenstern. Die Teilnahme ist kostenlos; Anmeldung über die Veranstaltungsseite.

Hand auf der Maus neben einem Laptop

Neues Tool zur Lebenszykluskostenrechnung erleichtert Auswahl umweltfreundlicher Produkte

Das neue Tool des Umweltbundesamts zur Berechnung von Lebenszykluskosten und CO₂-Emissionen schließt eine wichtige Lücke im Beschaffungsprozess: Es ermöglicht, die Ermittlung der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts und deren Einbezug in die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung – wie es die Vorgaben der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift Klima fordern. Mithilfe des neuen Tools können nun auch die CO₂-Kosten als Teil der Lebenszykluskosten berücksichtigt werden, was die Auswahl umweltfreundlicher Produkte erleichtert. Öffentliche Auftraggeber erhalten durch ein frei konfigurierbares Punktevergabeschema praktische Unterstützung bei der Angebotsbewertung. Kostenlos bereitgestellte Schulungsskripte und Beispieldateien erleichtern Einstieg und Anwendung.

Person in einer Kantine hält ein Tablett mit Spaghetti und Tomatensauce, Salat und Weintrauben

NAHGAST-Projekt für eine nachhaltige Gastronomie

Das Projekt „Eine nachhaltige Gastronomie ist möglich!“ stammt aus dem NAHGAST-Projekt und wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), das Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMUV) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt bietet praktische Ressourcen, um nachhaltige Prozesse und nachhaltige Ernährung in der Außer-Haus-Gastronomie zu fördern und richtet sich an Küchenleitende, Caterer, Lieferanten und Gäste. Dazu gehören der NAHGAST-Rechner, der die Nachhaltigkeit von Gerichten in Bezug auf Umwelt, Gesundheit, Fairness und Tierschutz bewertet, sowie ein Praxishandbuch mit Informationen und Tipps zur Erstellung eines nachhaltigen Speiseangebots. Die Materialien wurden in Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis entwickelt und werden kontinuierlich aktualisiert. Ziel ist es, nachhaltige Lösungen in der Gastronomie voranzutreiben.
Schweißer Stahlbau

BMWK: Entwicklung klimafreundlicher Grundstoffe durch öffentliche Beschaffung

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) hat ein Konzeptpapier zur Definition grüner Grundstoffe veröffentlicht. Das Konzept „Leitmärkte für klimafreundliche Grundstoffe“ zielt darauf ab, die Nachfrage nach klimafreundlich hergestellten Materialien wie Stahl, Zement, Ammoniak und Ethylen zu fördern, um Investitionen in neue, umweltfreundliche Industrietechnologien anzuregen. Das BMWK betont die Rolle der öffentlichen Beschaffung als Hebel zur Etablierung dieser Produkte als Marktstandard. Kennzeichnungssysteme und Labels sollen helfen, klimafreundliche Produkte erkennbar zu machen. Das Konzept ergänzt bisherige Maßnahmen, die vor allem das Angebot fokussieren, indem es nun verstärkt die Nachfrageseite in den Mittelpunkt rückt.

Toolbox für die innovative Beschaffung

KOINNO, das Kompetenzzentrum Innovative Beschaffung des Bundeministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz stellt ein neues Tool zur Verfügung, das die Implementierung der innovativen öffentlichen Beschaffung in tägliche Praxis der öffentlichen Vergabe- und Beschaffungsstellen vorantreiben und eine sozial-ökologische und digitale Transformation der Wirtschaft stärken soll. Innovationen gehen häufig mit höheren Anschaffungs- oder Entwicklungskosten einher, deren Vorteile oftmals nach längerer Einsatzzeit deutlich werden. Im neuen „Werkzeugkasten innovative Beschaffung“ können bei der Festlegung der Bewertungskriterien die Lebenszykluskosten über einen längeren Zeitraum (bis hin zur Entsorgung) einbezogen und somit innovative Lösungen mitbedacht werden. Der Werkzeugkasten ist entlang der Anforderungen öffentlicher Vergabe- / Beschaffungsstellen ausgerichtet bzw. eine Validierung des Werkzeugkastens mit Vertretern der öffentlichen Beschaffungslandschaft durchgeführt. Zur Anwendung werden auf der Website weitere Informationen und eine Anleitung zur Verfügung gestellt.

Circular Materials Systems: Eine Sammlung kreislauforientierter Bauprojekte und Praktiken

Der Bausektor macht fast 40% der globalen Treibhausgasemissionen aus. Dabei gehen etwa 95% der Baumaterialien verloren, wenn Gebäude rückgebaut werden. Das Projekt „Circular Material Systems“ sammelt in einer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis kreislauforientierte Bauprojekte aus ganz Europa, welche Materialien länger in der Wertschöpfungskette halten, und stellt sie zum Lernen und inspirieren lassen als Website zur Verfügung. Das Projekt erfasst jedoch nicht nur kreislauforientierte Bauprojekte, sondern auch zirkuläre Praktiken, die in der Praxis hilfreiche Schritte und Hilfestellungen zur Integration der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in Projekte bieten sollen. Das Projekt entstand aus einer Forschungskollaboration zwischen Georg Hubmann und Vera van Maaren an der TU Berlin, unterstützt durch Studierende und Circular Berlin.
Bild auf oberen Bereich eines im Bau befindlichen Hauses

DekarbInd: Eine Roadmap für die Dekarbonisierung der Zementindustrie

Bis 2045 strebt Deutschland – wie auch das Land Berlin – an, treibhausgasneutral zu sein. Der Industriesektor, der 24 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen ausmacht, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Besonders die energieintensive Stahl- und Zementindustrie stehen vor großen Herausforderungen. Mit Blick darauf haben Forscher und Forscherinnen des Fraunhofer ISI und des Wuppertal Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes und unter partizipativer Einbindung verschiedener Stakeholder Eckpunkte Roadmaps für die Stahl- und Zementindustrie entwickelt. Ein Teilbericht des Vorhabens mit einer umfassenden Roadmap für die deutsche Zement- und Betonindustrie mit konkreten Schritten zur Dekarbonisierung und Beleuchtung von Treibern und Hemmnissen wurde nun veröffentlicht.

Es bestehen eine Reihe von Ansätzen für klima- und ressourcenschonende Betone:
Nachhaltiges Bauen

Klimaverträglicher öffentlich bauen

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. hat ein Impulspapier dazu veröffentlicht, wie die öffentliche Hand mit Ausschreibungen künftig noch stärkere Anreize für eine klima- und ressourcenschonende Beschaffung setzen könnte. Das Papier „Klimaverträglich Bauen mit einem Schattenpreis für CO2-Emissionen“ zeigt Handlungsmöglichkeiten für eine klimaverträgliche öffentliche Beschaffung auf und sieht Klimaschutz als zentrales Ziel im Vergabeprozess an. Mit Vorschlägen wie einem Schattenpreis für CO2-Emissionen und der Definition von Leitplanken soll das Impulspapier die Diskussion rund um eine klimagerechte und damit zukunftsfähige öffentliche Beschaffung fördern. Lesen können Sie das Impulspapier unter folgendem Link:
Blick für Menschenmasse beim Konzert

Cradle-to-Cradle Veranstaltungsleitfaden

Im Leitfaden „Labor Tempelhof Guidebook“ berichtet die C2C NGO über ihre Erfahrungen aus drei Großveranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld mit mehr als 180.000 Menschen. Das Projekt zeigt, wie sich nachhaltige Veranstaltungen bereits heute schon umsetzen lassen. Auch die Berliner Senatsumweltverwaltung bietet Unterstützung bei der Organisation abfallarmer Großveranstaltungen. Die in Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtreinigung entwickelte digitale Plattform „Abfallarme Großveranstaltungen“ umfasst einen Leitfaden und Kontaktadressen.

Kurzfilm „Nachhaltige Beschaffung ist das neue Normal!“

Januar 2022: Ein gemeinsames Film-Projekt von Bund und Ländern zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung.

Neufassung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt in Kraft

Dezember 2021: Am 01. Dezember ist die Neufassung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) in Kraft getreten Mit der Neufassung der VwVBU sind auch zahlreiche neue Leistungsblätter in Kraft getreten.