Newsletter zur Unterstützung der Bedarfs- und Vergabestellen, Nr. 3

Hochbau mit Recycling-Beton Berlin

August 2025

CORE – CO₂-reduzierter R-Beton – Abschluss der Projektreihe

Um die hohen CO₂-Emissionen und den Ressourcenverbrauch im Bausektor zu senken, förderte die Berliner Senatsumweltverwaltung in der Projektreihe CORE in drei Projektphasen die Entwicklung und Erprobung von ressourcenschonendem Recyclingbeton (R-Beton) mit angepassten Betonrezepturen, die mit einem hohen Anteil rezyklierter Gesteinskörnung und zementarmen Mischungen den CO₂-Fußabdruck deutlich verringern können. In „CORE 3“, der dritten Phase, wurde für den geplanten Zweitstandort des Museums für Naturkunde in Adlershof untersucht, wo sich der entwickelte CORE-Beton einsetzen ließe. Das Ergebnis zeigt: Rund 12.000 m³ CORE-Beton könnten zum Einsatz kommen und damit bis zu 430 Tonnen CO₂ eingespart werden – ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigem Bauen und zirkulärer Materialnutzung in Berlin. Auf der Website der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt können Sie die Ergebnisse aller Projektphasen nachlesen.

Karbonatisierte RC-Gesteinskörnung und ihre Verarbeitung bis hin zur Festigkeitsprüfung

Beton richtig planen und beschaffen

Die klima- und ressourcenschonende Nutzung von Recyclingbeton in öffentlichen Berliner Bauaufträgen hat eine lange Tradition. Sie ist in Punkt 2. b) des Leistungsblatts 26 der VwVBU verankert. Aufgrund der bauaufsichtsrechtlichen Einführung der aktualisierten DIN 1045:2023-08 wird der bisherige Passus in Leistungsbeschreibungen künftig in aktualisierter Form zu verwenden sein. Anstatt des Verweises auf die Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton e. V. (DAfStb), gilt hier künftig: „Beton ist – soweit nach aktuellem Stand der Technik und der Norm zulässig – unter der Verwendung rezyklierter Gesteinskörnungen nach DIN EN 12620 in den maximal zulässigen Anteilen nach den gültigen Regelungen der DIN 1045-2 herzustellen und einzusetzen.“

Wohnen und Arbeiten in der Torfremise Schechen – hier: Holzbau, Verbindung zwischen Bestand und Ergänzung

Last Call & Update: 10. Fachdialog nachhaltiges Bauen – zirkulär und mit Holz

Am 8. Oktober, von 09:30 bis 17:30 Uhr, laden die Senatsumweltverwaltung sowie ihre Kooperationspartner Architektenkammer Berlin und Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V. zur Jubiläumsausgabe der Fachdialogsreihe ein. Wie der Einsatz von Second-Hand-Bauteilen in der Praxis rechtssicher gelingen kann, wird am Vormittag diskutiert. Zentraler Aufhänger ist dabei ein eigens zum Thema durch die Kanzlei Franßen und Nusser erstelltes Gutachten und Praxisleitfaden. Der Nachmittag beleuchtet das ressourcenschonende Bauen mit Holz und die Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Holzbauteilen. Hochkarätige Referierende gewähren Einblicke in Theorie und Praxis, etwa CEO Gudrun Sack zum Holzbau bei der Nachnutzung des Tegeler Flughafens. Gelegenheit zum Austausch bietet sich während der Pause und beim abschließenden Get-together bei Snacks und Getränken. Der Eintritt ist frei, eine zeitnahe Anmeldung wird empfohlen.

Screenshot aus dem eWarenhaus Berlin

Screenshot eWarenhaus Berlin mit ESG Score

eWarenhaus Berlin startet Pilotprojekt für mehr Nachhaltigkeit

Das eWarenhaus Berlin ist ein berlinweiter Webshop zum Abruf von Artikeln aus den Rahmenverträgen des Sammelbestellverfahrens des Landesverwaltungsamtes Berlin. Es wird derzeit durch die Polizei Berlin in Abstimmung mit dem Landesverwaltungsamt betrieben. Seit Juni 2025 werden im Rahmen eines Pilotprojektes viele Artikel des eWarenhaus mit ESG-Scores gekennzeichnet, die von der SUSTAYNR GmbH monatlich für rund eine Million Standardprodukte aus über 100 Warengruppen berechnet und von der TEK SERVICE AG in deren Webshops integriert werden. Das Scoring adressiert – ausgehend von den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – Kriterien für die Bewertung von Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialaspekten. Bestellerinnen und Besteller können Produkte damit gezielt nach Aspekten der Nachhaltigkeit ordnen und mit nur wenigen Klicks die bestplatzierten Artikel auswählen.

Neuer Leitfaden unterstützt Kommunen bei der Einführung von Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung

Das Netzwerk deutscher Biostädte hat eine umfassend überarbeitete Neuauflage des Leitfadens „Mehr Bio in Kommunen“ herausgebracht. Die aktualisierte Ausgabe behandelt – wie in der vorherigen Ausgabe – die rechtlichen Grundlagen (in der neuen Auflage zusätzlich die Bio-Außer-Haus-Verpflegungs-Verordnung (Bio-AHVV) von 2023) und enthält praktische Tipps sowie Textbausteine zur Beschaffung von Bio-Lebensmitteln, enthält jedoch erstmalig auch Informationen und Tipps zu Kosten, Wirtschaftlichkeit, Markterkundung und Regionalität sowie zur Einbindung der Beschaffung in ein kommunales Gastro-Management inklusive Kapiteln zu Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie zum Management regionaler Wertschöpfungsketten.

EU Ecolabel

Neuer Rekord: Über 100.000 Produkte und Dienstleistungen sind mit dem EU-Ecolabel ausgezeichnet

Das EU-Umweltzeichen feiert einen neuen Meilenstein: Über 102.000 Produkte und Dienstleistungen tragen inzwischen das Label – ein Plus von 3 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der vergebenen Lizenzen stieg um 5 % auf 3.248. Seit 33 Jahren gilt das freiwillige Zertifikat als verlässlicher Maßstab für umweltfreundliche Waren und Services – unterstützt von EU-Mitgliedstaaten, NGOs und großen Marktakteuren. Bemerkenswert: Deutschland steht mit knapp 10.000 lizensierten Produkten auf Platz 4 in Europa, europaweit sind 57 % der Lizenznehmer KMU. Das Label stärkt also Unternehmen aller Größen im Wettbewerb um Kunden und öffentliche Aufträge mit hohen Umweltstandards – eine wichtige Grundlage für erfolgreiche umweltfreundliche Beschaffung.

KOINNO bietet Hilfestellungen bei Markterkundungen

Die Markterkundung ist ein wichtiger Schritt in der öffentlichen Beschaffung, um den Bedarf zu ermitteln, den Markt besser zu verstehen, passende Anbieter frühzeitig zu identifizieren und Risiken zu minimieren. Gemäß der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) hat der Auftraggeber vor der Beschaffung zu prüfen, welche Alternativen mit welchen Umweltauswirkungen zur Erfüllung des Zwecks zur Verfügung stehen. Der KOINNOvationsplatz bietet öffentlichen Auftraggebern eine Plattform, um Bedarfe zu kommunizieren und innovative Anbieter gezielt anzusprechen. Ergänzend unterstützt der Leitfaden von KOINNO und der Universität der Bundeswehr mit praxisnahen Empfehlungen für eine erfolgreiche Markterkundung. So können Beschaffer Prozesse effizienter gestalten und nachhaltige, innovative Lösungen frühzeitig einbinden.

Eurostücke und Scheine

Neue EU-Fördermittel für innovative Beschaffung

Die EU fördert innovationsorientierte öffentliche Beschaffung über Horizon Europe mit zwei Instrumenten: Pre-Commercial Procurement (PCP) und Public Procurement of Innovative Solutions (PPI). PCP ermöglicht es öffentlichen Einrichtungen, gemeinsam mit europäischen Partnern innovative Lösungen zu entwickeln, während PPI den direkten Einkauf solcher Lösungen fördert. Beide Instrumente bieten Förderquoten von bis zu 100 % bzw. 50 % der förderfähigen Kosten. Öffentliche Auftraggeber können diese Instrumente nutzen, um ihre Beschaffungsprozesse auf innovative Produkte und Dienstleistungen auszurichten und so zur Modernisierung und Effizienzsteigerung im öffentlichen Sektor beizutragen. Die Ausschreibung der beiden Förderinstrumente erfolgt thematisch in den Fachbereichen von Horizon Europa. Eine Übersicht der aktuell laufenden Calls ist unter dem Artikel verlinkt.

Termine

KOINNO-Roadshow: Bewertungskriterien und Bewertungsmatrizen für die innovative öffentliche Beschaffung

16. September 2025, 10:00 bis 14:00 Uhr, digital

Inhalte sind unter anderem Bewertungskriterien (neben dem Preis), Erstellen von Bewertungsmatrizen, typische Fehler und deren Vermeidung sowie Analyse von Bewertungsmatrizen und Erstellen des optimalen Angebots.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis 15. September möglich.

Online-Fachtag „Kreislaufwirtschaft in der nachhaltigen Beschaffung“

17. September 2025, 09:00 bis 13:30 Uhr, digital

Die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung (KNB) lädt herzlich zum Online-Fachtag „Kreislaufwirtschaft in der nachhaltigen Beschaffung“ am 17.09.2025 ein. Die Veranstaltung zeigt anwendungsorientierte Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft in der nachhaltigen Beschaffung auf und richtet sich an sämtliche Organisationen in Deutschland, die öffentliche Beschaffungen nach vergaberechtlichen Vorgaben durchführen.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 10. September möglich.

Nächste Termine der Seminarreihe „Nachhaltiger öffentlicher Einkauf“

6. November 2025, 10:00 bis 12:00 Uhr, digital; Thema: Der nachhaltige öffentliche Liegenschaftsbetrieb – Umweltkriterien bei Liefer- und Dienstleistungen

26. November 2025, 10:00 bis 12:00 Uhr, digital; Thema: Nachhaltigkeit im kommunalen Garten- und Landschaftsbau

Die Seminare sind kostenlos, die Anmeldung ist bis jeweils 2 Tage vor Veranstaltung möglich.

Webinar „IT-Refurbishment. Aktuelles aus der Beschaffungspraxis“

18. September 2025, 14:00 bis 16:30 Uhr, digital

Im Webinar erfahren Sie von Expertinnen und Experten praxisnahe Ansätze zur nachhaltigen IT-Beschaffung mit dem Fokus auf IT-Refurbishment. Das Webinar ist eine Kooperation der naBe-Plattform und des Ressourcen Forum Austria.

Das Webinar ist kostenlos, die Anmeldung ist bis 17. September möglich.

Digitale Grundlagenschulung „Faire Beschaffung in Berlin – von der Theorie in die Praxis“ an der Verwaltungsakademie Berlin

17. November 2025, 09:00 bis 13:00 Uhr

Die Schulung der Kompetenzstelle Faire Beschaffung bietet eine Einführung in die Grundlagen der sozial verantwortlichen Beschaffung, in den rechtlichen Handlungsrahmen nach dem BerlAVG sowie zur Nachweisführung mit Gütezeichen für sensible Produktgruppen (Arbeitsbekleidung & Textilien, Lebensmittel & Catering, IKT-Produkte). Zielgruppe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Vergabestellen, dezentraler Beschaffungsstellen in Verwaltungen, Behörden, Eigenbetrieben, Landesunternehmen und Anstalten des öffentlichen Rechts sowie der Landes- und Bezirksverwaltungen.

Online-Schulung „Menschenrechte in der öffentlichen Beschaffung“

26. November und 27. November 2025, je 09:00 bis 12:45 Uhr, digital

Themen-Schwerpunkte sind IT-Geräte, Textilien und Arbeitskleidung sowie Verpflegung und Veranstaltungen

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis 19. November möglich.

[Schulungstermine speziell für Bundesbehörden finden am 3. September und 4. September 2025, je 09:00 bis 12:45 Uhr statt; die Anmeldung erfolgt hier direkt über die Seiten des IFOS-BUND, VA-Schlüssel NK 018.02/25]