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Wettbewerb "Grundschule 48. Schule"

Neubau der Grundschule 48. Schule
Bild: NAK Architekten

Die Sieger im Kunstwettbewerb für den Neubau der Grundschule 48. Schule in Berlin-Mitte stehen fest. Das Preisgericht unter dem Vorsitz der Künstlerin Monika Goetz diskutierte umfänglich alle neun Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern sowie Künstlerinnen- und Künstlergruppen und sprach sich einstimmig für “Zu den Sternen” von Jorn Ebner aus.

Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO) – ein Modellvorhaben für die Beschleunigung von Schulneubauten – entsteht in der Chausseestraße, Ecke Boyenstraße ein Neubau für die Grundschule 48. Schule. Der Neubau ist für eine vierzügige Grundschule geplant, einschließlich Sporthalle und ungedeckten Sportflächen. Das Projekt unterteilt sich in den Neubau eines modularen Ergänzungsbaus (MEB), den Neubau des Schulgebäudes mit Sporthalle, den Umbau des Sportplatzes und die Außenanlagen der Schule. Die Entwürfe stammen von dem Architekturbüro Numrich Albrecht Klumpp (NAK) Architekten. Die Gesamtkosten für die Umsetzung des Siegerentwurfs betragen insgesamt 150.000,00 Euro.

Im Zusammenhang mit der Baumaßnahme 48. Schule lobt das Bezirksamt Mitte von Berlin in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen nichtoffenen, einphasigen anonymen Kunstwettbewerb aus. Diesem geht ein vorgeschaltetes Bewerbungsverfahren voraus zudem Künstler*innen und Künstlergruppen sich über eine Online-Abgabe bewerben konnten.An dem Kunstwettbewerb nahmen Lars Karl Becker, Jorn Ebner, Tom Früchtl, Anja Gerecke, Valeria Schwarz (iCollective e.V.) und Juan Chacón (Zuloark), Nika Radić, Hansjörg Schneider, Witthöft & LaTourelle, Gloria Zein teil.

Mitglieder des Preisgerichts waren: (Fachpreisrichterinnen und -richter) Roland Boden, Andrea Böning, Annalena Gätjens, Monika Goetz, Benno Hinkes, (Sachpreisrichterinnen und -richter) Tiemo Klumpp, NAK Architekten, Cindy Laukert, Kunstlehrerin 48. Grundschule, Andrea Schich, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und Sabine Weißler, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen.

Wettbewerbsbeiträge

Jorn Ebner, Siegerentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Jorn Ebner, Siegerentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Jorn Ebner

“Zu den Sternen” von Jorn Ebner

Siegerentwurf

Die Decken- und Wandinstallation bezieht ihre Inspiration aus Abbildungen von Sternkonstellationen und dem Universum. Das Hauptmaterial besteht aus handgeblasenem Glas. Die Formen sind amorph mit Tendenz zu Kreis und Kugel. Die Wände der Treppenkaskaden werden mit einem feinstrukturierten Karo-Muster bemalt, das sich lose an Kartographien orientiert und der Fläche eine farbige Textur verleiht die durch Kreisformen erweitert wird.

Darstellung von Ein perfekter Tag von Gloria Zein
Gloria Zein, nachrücker*in Entwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Gloria Zein

“Ein perfekter Tag” Gloria Zein

Entwurf, 1. Nachrücker

Wie ein begehbares Tableau erstreckt sich die motivische Gestaltung über alle
Geschosse des kaskadenartigen Treppenraums. Sie ist gedacht als gestaffelte Collage von 14 Metallobjekten, die morgendliche Rituale der Kinder sowie charakteristische Besonderheiten des Unterrichtsprogramms der 48. Schule zu einem großen Erlebnisraum zusammenfügt. Komposition, Abstraktion, Farbe, Kontrast, Material, Dynamik, Fläche und Raumvolumen werden hier erforscht und erfahrbar gemacht.

Eine Darstellung von Pirouette von Tom Früchtl
Tom Früchtl, nachrücker*in Entwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Tom Früchtl

“Pirouette” von Tom Früchtl

Entwurf, 2. Nachrücker

Diese architektonische Gegebenheit und das Pflichtfach Eislauf, das Alleinstellungsmerkmal dieser Schule, bilden den Rahmen für die Metallskulptur Pirouette im Luftraum des Treppenhauses. Die höchste Kunstform im Eislauf ist die Pirouette, eine Figur, bei der sich die Eisläufer*in im Kreis dreht und dabei ständig die Blickrichtung ändert. Die Skulptur im Trichterförmigem Luftraum des Treppenhauses ahmt diese Geste nach und schwingt sich vom Podest des Eingangsbereiches durch alle Etagen in den Luftraum des Treppenhauses bis zur Decke, die an die Turnhalle grenzt. Durch das Ersteigen der Treppen und Umschreiten der Ballustraden ändert sich immer wieder auch der Blick auf die Skulptur.

Eine Darstellung von der Arbeit Schritt für Schritt von Lars Karl Becker
Lars Karl Becker, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Lars Karl Becker

“Schritt für Schritt” von Lars Karl Becker

Wettbewerbsentwurf

Mitten in der 48. Grundschule werden die Besucher*innen zu Statis*innen und vielleicht sogar Held*innen einer Graphic Novel, welche sich in der Fließenarbeit als loses Netz miteinander verwobener Mini-Anekdoten über ihnen ausbreitet. Absrakte Ellipsen, fgurative Hände und die Rhetorik wissenschaflich-technischer Zeichnungen werden zunächst formal und durch unterschiedliche Materialbearbeitung als Motivebenen klar aufgetrennt, um dann kompositorisch in Interaktion gebracht zu werden. Die zentrale Treppe, wird mit dieser Arbeit zur begehbaren Kulisse. Sie erschließt sich nach und nach im Rhythmus der Architektur, doch wird gleichsam auf gesalterischer Ebene seiner baulich linearen Struktur beraubt.

Eine Darstellung von der Arbeit Schauplatz von Nika Radic
Nika Radic, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Nika Radic

“Schauplatz” von Nika Radić

Wettbewerbsentwurf

SCHAUplatz ist in erster Linie eine Bühne. Die Arbeit nutzt die vorhandene architektonische Situation, erweitert sie und öffnet den Raum für Schüler*innen ihn mit eigenen Mitteln weiter zu gestalten. So entsteht ein partizipatives Bühnenbild. Die Architektur wird weiterentwickelt und zu imaginären, weiteren
Räumen geöffnet. Im Erdgeschoss bietet sie den Schüler*innen eine Fläche an, auf der sie eigene Zeichnungen realisieren und so die Bühne immer wieder neu gestalten können. Schauplatz kann zur Bühne für die täglichen Abläufe in der Schule werden, oder sie kann auch als tatsächliche zweite Bühne für Veranstaltungen benutzt werden.

Eine Darstellung von der Arbeit Wieder mal Widerhall von I-collective und Zuloark
I-collective und Zuloark, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: I-collective und Zuloark

“Wieder mal Widerhall” von I-collective und Zuloark

Wettbewerbsentwurf

Wieder Mal Widerhall ist eine Installation, die aus einem partizipatorischen Prozess mit den Schüler*innen entsteht. Wieder Mal, Widerhall ist ein akustisches und visuelles Netzwerk, welches es den Schüler*innen ermöglicht, verbale und nonverbale Kommunikation zwischen den verschiedenen Etagen des Treppenbereichs durchzuführen. Dabei schafft die Installation, durch die unterschiedlichen Austauschzonen im Treppenbereich, die räumliche Trennung zu überwinden.

Eine Darstellung von der Arbeit Puck von Anja Gerecke
Anja Gerecke, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Anja Gerecke

Puck” von Anja Gerecke

Wettbewerbsentwurf

Die räumlichen Qualitäten des selbstbewussten Baukörpers ruft bei der Künstlerin die Assoziation eines gigantischen Trichters hervor, der Eindrücke aus der Umgebung mit Bildung, Spass, Kunst, Sport, Diversität und Austausch zusammen bringt und durchmischt. Durch die installative Malerei, direkt auf vorhandene Wände aufgetragene Farbflächen, greifen in die Situation ein und erweitert die Architektur mit dem Medium Farbe. Die Arbeit setzt Farbe in Referenz zum Aussenraum und schaffe dadurch ruhige und aktive Bereiche. in den unteren Geschossen werden dunkle Farben genutzt, die eine starke räumliche Wirkung bei Kunstlicht entfalten. Der Obere Teil der Treppe ist heller und motiviert zum Aufstieg nach oben.

Darstellung von Farbenlaub von Withöfft und LaTourelle
Withöfft und LaTourelle, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Withöfft und LaTourelle

“Farbenlaub” von Withöfft und LaTourelle

Wettbewerbsentwurf

Die installatibe Arbeit referenziert Pflanzen als eine Geste des Wachstums, der Erneuerung, der Verbindung und der Vielfalt. An den Wänden der zentralen Treppe der Schule vermitteln bemalte Metallskulpturen ein Gefühl von Licht, Farbe und organischem Spiel. Sie ergänzen die Dynamik des zentralen Treppenraums. Auch betonen sie die poröse Beziehung des Gebäudes zur Umgebung: die Formen der Skulpturen basieren auf den Blattformen der lokal wachsenden Vegetation und stellen eine Momentaufnahme des eklektischen Artenmixes zum Zeitpunkt der Errichtung dar.

Darstellung von Alphagramm von Hansjörg Schneider
Hansjörg Schneider, Wettbewerbsentwurf Kunst-am-Bau 48. Schule, 2020
Bild: Hansjörg Schneider

Alphagramm” von Hansjörg Schneider”

Wettbewerbsentwurf

Die Buchstaben des Alphabets, die Zahlen von Null bis Neun und die Satzzeichen – in dieser Folge von unten nach oben gestapelt – bilden aneinanderstoßend ein Netzwerk, das sich über die vier Wandflächen des Treppenhauses verteilt. Die Zeichen drehen und türmen sich, füllen die ganze Wandfläche. Nur im obersten Segment bleibt eine freie blaue Fläche.
Das silberfarbene Netz aus Zeichen und die farbigen Binnen- und Zwischenräume sind deutlich voneinander unterschieden. In den Zwischenräumen entfaltet sich eine chromatische Vielfalt aus insgesamt 65 unterschiedlichen Farben. Jede einzelne Farbfläche besteht für sich als monochrom gemalte Fläche. Die metallische Aluminiumfarbe reflektiert dagegen das Licht und die Farben des Raumes.