Persönliches Budget

Eurostücke und Euroscheine
Bild: © caruso13/fotolia.com

Das (trägerübergreifende) Persönliche Budget ist eine alternative Leistungsform zur Teilhabe und Rehabilitation durch Geldbeträge oder ersatzweise auch Gutscheine. Es ermöglicht Ihnen selbst zu entscheiden, wann, wo, wie und von wem Sie Teilhabeleistungen in Anspruch nehmen, um Ihren individuellen Hilfebedarf optimal abzudecken. Durch das Persönliche Budget werden Sie zum Käufer, Kunden oder gar zum Arbeitgeber und haben somit Einfluss auf die Art und Gestaltung der Leistung, die Sie erhalten.

Das stärkt Ihre Selbstbestimmung und Ihre Selbständigkeit und ermöglicht eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Grundlage des Persönlichen Budgets ist dabei eine Zielvereinbarung zwischen Ihnen als Budgetnehmer/-in und dem Leistungsträger, der als Ansprechpartner und Koordinator in allen Belangen des Persönlichen Budgets fungiert. Gleichgültig, welche und wie viele einzelne Leistungen Sie in Anspruch nehmen, auch wenn die Leistungen verschiedene Leistungsträger betreffen, Sie haben immer nur einen Ansprechpartner.
Damit wird garantiert, dass das Persönliche Budget immer aus einer Hand kommt.

Wie hoch ist das Persönliche Budget?
Persönliches Budget oder Sachleistung?
Wer kann ein Persönliches Budget beantragen?
Hier stellen Sie den Antrag
Antrag auf Persönliches Budget – PDF
Hinweise zu weiteren Informationen

Wie hoch ist das Persönliche Budget?

Das Budget soll den individuell festgestellten Bedarf eines behinderten Menschen decken. Bei Untersuchungen lag das kleinste Budget bei 36 € und das höchste bei rund 13.000 €. Die Mehrheit der bewilligten Budgetsummen lag zwischen 200 € und 800 € im Monat. Mehr Geld als bisher sollte aber niemand erwarten: Das Persönliche Budget soll die Höhe der Kosten aller bisher individuell festgestellten Leistungen nicht überschreiten. Dabei sind möglicherweise notwendige Aufwendungen für Beratung und Unterstützung, die bugetfähig sind, einzubeziehen.

Die Anrechnung von Einkommen und Vermögen richtet sich bei der Leistungsform des Persön­lichen Budgets nach denselben Regeln wie bei der Sachleistung.
Grundsätzlich sind nach den speziellen Leistungsgesetzen beantragte Teilhabeleistungen in der neuen Leistungsform des Persönlichen Budgets nicht einkommensabhängig.

Wenn aber steuerfinanzierte Sozialhilfeleistungen, z. B. Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung oder Hilfe zur Pflege in der Leistungsform des Persönlichen Budgets beantragt werden, finden – wie bei der Sachleistung – auch die Einkommens- und Vermögensgrenzen der Sozialhilfe Anwendung.

Persönliches Budget oder Sachleistung

Durch die neuen Gesetze haben Menschen mit Behinderung die Wahl, ob sie die Sachleistung oder lieber ein Persönliches Budget in Anspruch nehmen wollen. Die Sachleistung gibt es also weiterhin; sie wird durch das Persönliche Budget nicht abgeschafft. Es ist auch möglich, dass Menschen mit Behinderung gleichzeitig Sachleistungen und ein Persönliches Budget für verschiedene Hilfen erhalten können.

Wer kann ein Persönliches Budget beantragen?

Den Antrag kann jeder behinderte oder von Behinderung bedrohte Mensch stellen, egal, wie schwer seine Behinderung ist. Auch für Menschen, die das Persönliche Budget aufgrund ihrer Behinderung nicht allein verwalten können, kommt ein Persönliches Budget in Frage. Darüber hinaus können auch Eltern für ihre behinderten Kinder Persönliche Budgets beantragen, etwa für Einzelfallhilfe, Sozialassistenz vom Jugendamt oder Ferienbetreuung vom Jugendamt.

Hier stellen Sie Ihren Antrag:

 Stempel mit der Aufschrift 'Antrag' steht auf einem Stempelkissen
Bild: Gerhard Seybert / Fotolia.com

Vorab möchten wir mitteilen, dass wir KEINE Stelle zur Antragsannahme sind.
Bei uns eingehende Anträge werden umgehend an den Absender zurückgesendet.

Die Seite der Deutschen Rentenversicherung enthält ein Verzeichnis der Gemeinsamen Reha-Servicestellen, gegliedert nach Trägern, Ort oder Bundesland. Außerdem können Sie hier über Postleitzahl und Ort nach der nächstgelegenen Gemeinsamen Reha-Servicestelle suchen und sich einen Anfahrtsplan zusammenstellen lassen. Einen Beratungstermin können Sie per Telefon, Fax oder E-Mail vereinbaren.

Die Beratung und Unterstützung durch die Reha-Servicestellen ist kostenfrei.

Finden Sie hier Ihre Reha-Servicestelle unter:www.reha-servicestellen.de

Einen Antrag kann man auch stellen bei:

  • der Krankenkasse,
  • der Pflegekasse,
  • dem Rentenversicherungsträger,
  • dem Unfallversicherungsträger,
  • dem Träger der Alterssicherung der Landwirte,
  • dem Träger der Kriegsopferversorgung/-fürsorge,
  • dem Jugendhilfeträger,
  • dem Sozialhilfeträger,
  • dem Integrationsamt sowie
  • der Agentur für Arbeit.

Ebenfalls stehen Ihnen die jeweiligen Beauftragten für Menschen mit Behinderung in den Bezirken zum Einholen von Informationen zur Seite:

Beauftragte für Menschen mit Behinderung in den Bezirken

Antrag auf Persönliches Budget

PDF-Dokument (12.5 kB)

Hinweise zu weiteren Informationen

Umfassende Informationen zum Persönlichen Budget erhalten Sie auf der BMAS Seite www.bmas.de/DE/Themen/Teilhabe-Inklusion/Persoenliches-Budget/inhalt.html. Hier befindet sich auch der Bericht der Bundesregierung zur Ausführung der Leistungen des Persönlichen Budgets nach § 17 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX).

Auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) unter www.bar-frankfurt.de können die von ihr erarbeiteten Handlungsempfehlungen zum Persönlichen Budget kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

SGB IX Paragraph 17 zum Persönlichen Budget

PDF-Dokument (11.9 kB)

Handlungsempfehlung zum Persönlichen Budget der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation

PDF-Dokument (1.7 MB)

Broschüre zum Persönlichen Budget (722)

PDF-Dokument (336.9 kB)