Hohe Infektionszahlen: Senatorin Gote mahnt weiter zur Vorsicht

Hohe Infektionszahlen: Senatorin Gote mahnt weiter zur Vorsicht

Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) rät angesichts der Corona-Infektionszahlen weiter zur Vorsicht.

Berlins Gesundheitsministerin Ulrike Gote

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Ulrike Gote, Gesundheitssenatorin von Berlin

Kritische Infrastruktur soll am Laufen gehalten werden

«Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir sagen können: Wir können es jetzt laufen lassen», sagte sie der «Berliner Zeitung». «Auch damit nicht alle gleichzeitig erkranken und die kritische Infrastruktur am Laufen gehalten wird.» Nicht alle vulnerablen Gruppen seien gut geschützt. «Wir haben noch die chronisch Kranken, darunter Menschen, die sich wegen eines schwachen Immunsystems nicht impfen lassen können», sagte sie in dem Interview (01. Februar 2022). «Und wir sehen auch, dass der Booster bei den Älteren bereits nachlässt.»

Infektionen weiterhin vermeiden

Das Ziel sei noch immer, Infektionen zu vermeiden. «Aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass das mit der Infektiosität von Omikron nicht mehr so einfach ist wie bei den anderen Varianten», sagte Gote. «Jetzt geht es darum, trotzdem – so gut es geht – Infektionen zu vermeiden und den Anstieg abzubremsen.» Zur Bewertung der Pandemie werden verschiedene Zahlen betrachtet. Meistens schaue sie schon vor dem Aufstehen auf die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und sie habe vor acht meist auch schon den Lagebericht vom Lageso vorliegen, sagte Gote. Traue sie also den Inzidenzwerten noch? «Man kann den Inzidenzwert nie ohne Einordnung betrachten», sagte sie.

«Fünfstellige Zahl von Befunden noch nicht eingetragen»

«Wenn ich weiß, dass die Gesundheitsämter eine fünfstellige Zahl von Befunden noch nicht eingetragen haben, so wie es derzeit wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen oft der Fall ist, weiß ich, dass die realen Fallzahlen deutlich höher sind.» Wie hoch genau, sei Spekulation. Gote schaue sich auch an, wie die Krankenhausbelegung sei. «Und wie ist die Entwicklung? Das ist für mich die fast noch wichtigere Information.»
Autor:in: dpa
Veröffentlichung: 1. Februar 2022
Letzte Aktualisierung: 1. Februar 2022

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