Inklusionspreis - Preisträger

2018: Pfeffersport e.V. (Motto:„Inklusion im Sport“)

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Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Pfeffersport e.V. bietet im Bezirk Lichtenberg inklusive Sportangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Eines der Pilotprojekte heißt „Rollisport bewegt Schule“: 2013 startete Pfeffersport zusammen mit dem Hohenschönhausener Barnim-Gymnasium diese Aktion. Dabei kommt der inklusive Sportverein einmal im Jahr in das Barmin-Gymnasium mit knapp 30 Rollstühlen im Gepäck und zwei Übungsleitenden, von denen mindestens einer ein Handicap hat. Schülerinnen und Schüler, die laufen können, dürfen an diesem Tag Rollstühle als Sportgeräte ausprobieren. Durch diesen Perspektivwechsel baut der Verein Barrieren zwischen behinderten und nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern ab. Zusätzlich werden Kinder für den inklusiven Sport gewonnen und begeistert – insbesondere für Rollstuhlsportangebote im Verein.

In einem weiteren Projekt zeigen Vereinstrainer, wie sich Menschen mit Behinderung mit Hilfe von Selbstverteidigung aus brenzligen Situationen befreien können. Dabei werden einzelne Verteidigungsmöglichkeiten möglichst einfach der jeweiligen Situation angepasst. Dieses Angebot richtet sich auch an Menschen ohne Behinderung.

2017: CAP-Märkte und AMITOLA (Motto: Arbeit und Behinderung)

Bildvergrößerung: 2017 Inklusionspreis AMITOLA- Ines Pavlou und Aline Günther
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

„AMITOLA“ heißt übersetzt „Regenbogen“. Der Name ist beim Inklusions- und Ausbildungsbetrieb Programm. Alles fing im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an. Ines Pavlou eröffnete 2007 das erste Geschäft. Später kam noch ein Familiencafé dazu. Das Konzept ging auf, deswegen eröffnete sie im September 2015 einen zweiten Laden in der Treskowallee 86 in Karlshorst. Normalerweise gibt es erst ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern die Verpflichtung, fünf Prozent Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen. Insgesamt werden aber in den beiden Filialen aktuell 11 Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt, davon vier Auszubildende mit Lernschwäche oder einer anderen Behinderung. Damit die Zusammenarbeit mit den behinderten Kolleginnen und Kollegen noch besser gelingt, hat eine Mitarbeiterin 2014 eine 320-stündige sonderpädagogische Zusatzqualifikation absolviert.

Bildvergrößerung: 2017 Inklusionspreis Marion Welz für CAP
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

In Berlin gibt es zwei (bis 2017: drei) „CAP- Der Lebensmittelpunkt“-Märkte, die sich alle in Lichtenberg befinden. Die nobis gGmbH betreibt die drei Lebensmittelmärkte als Franchisenehmer. Für viele Kunden ist der Supermarkt der einzig erreichbare Markt in Laufnähe. Gerade für Senioren ist dies wichtig. Zudem zeichnen sich die Filialen durch breite Gänge und ein klar strukturiertes Sortiment aus. 68 Prozent der Ladenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter haben eine Behinderung. Sie bekommen eine unbefristete Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Beeinträchtigung spielt bei der Einstellung nur eine Nebenrolle, man schaut eher auf die Stärken und schnitzt dementsprechend den Arbeitsplatz. Marion Welz, Geschäftsführerin der nobis gGmbH, nahm stellvertretend für die CAP-Märkte den Preis entgegen.

2016: „Kiezhelfer“ der Karlshorster Howoge-Kundenzentrale und der Bürgertreff „Gemeinsam im Kiez leben“ der SHB eG (Motto: „Ausbau einer die Inklusion fördernden Infrastruktur“)

Bildvergrößerung: Von links nach rechts: Friederike Blanck, Birgit Monteiro und Katrin Krug
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Der inklusive Bürgertreff „Gemeinsam im Kiez leben“ der Spastikerhilfe eG (seit 2018: Cooperative Mensch eG) ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Behinderung aus Alt-Hohenschönhausen: Sie können beim Bürgertreff gemeinsam kochen oder barrierefreie Hochbeete beackern. Der Bürgertreff geht auf die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Besucherinnen und Besucher ein und ist im Kiez gut vernetzt. Leiterin Katrin Krug und ihre Mitarbeiterin Friederike Blanck bilden das Rückgrat dieses Projekts.

Bildvergrößerung: Von links nach rechts: Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) und Anja Schade
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Anja Schade leitet die Howoge-Servicegesellschaft und hat für das Projekt „Kiezhelfer“ den Preis entgegen genommen. Seit 2010 unterstützen die Kiezhelferinnen und -helfer älteren Menschen, Mieterinnen und Mieter mit Behinderung dabei, Möbel zu verrücken, Bilder anzubringen oder kleine Reparaturen zu erledigen. Sie können bei allen fünf Kundenzentren der Howoge angefragt werden. Das Projekt ist das Ergebnis einer Mieterumfrage.

2015: Doreen Kröber und Heidi Schulze (Motto: „Stärkung der sozialräumlichen Infrastruktur“)

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Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Heidi Schulze hat maßgeblich dazu beigetragen, die KinderKiezKarten zu gestalten und hat mit ihrer herzlichen und offenen Art viele Kinder zum Mitmachen animiert. Gemeinsam haben sie die Barrierefreiheit von Spielplätzen überprüft. Regelmäßig engagiert sie sich auch im Bürger-treff „Gemeinsam im Kiez leben“. Dort unterstützt sie seit Jahren ein Projekt der Spastikerhilfe Berlin, in dem Angebote im Freizeit- und Bildungsbereich, Informationsveranstaltungen, Aus-stellungen, Feste und Konzerte für Menschen mit Behinderung organisiert werden. Sie lebt den Gedanken der Inklusion aktiv.

Doreen Kröber setzte sich viele Jahren als Vorsitzende des Bezirksschulbeirates für die Inklusion an den Lichtenberger Schulen ein. Sie ist eine aufrechte und konstruktive Verfechterin von Schülerrechten – auch über die Bezirksgrenzen hinaus. Sie kämpft dafür, dass alle ausreichend mit Schulhelferstunden versorgt werden, macht sich stark für eine App, mit der autistischer Kinder kommunizieren können und setzt sich für inklusive Schulgebäude ein. Kurz-um: Doreen Kröber ist im Bezirk ein Motor für Inklusion.