Koordination der Suchtprävention und -hilfe

Suchtprävention bedeutet, durch geeignete Maßnahmen und Strukturen Sucht zu vermeiden oder zu reduzieren. Denn süchtiges Verhalten ist nicht nur für Betroffene mit erheblichen gesundheitlichen Problemen verbunden, es hat auch Auswirkungen auf das familiäre, schulische und Arbeitsumfeld. Zudem stellt es einen erheblichen Kostenfaktor für die Gesellschaft dar.

In den vom Senat 2006 verabschiedeten Leitlinien für die Suchtprävention im Land Berlin wird die Suchtprävention als eine Querschnittsaufgabe aller Personen, gesellschaftlicher Gruppen und Institutionen beschrieben. Eine erfolgreiche Suchtprävention wird zunehmend geprägt von funktionierenden und verlässlichen fachlichen, lokalen und inzwischen auch virtuellen Netzwerken.

Das Aufgabengebiet des Bereiches Suchtkoordination umfasst die Initiierung, Koordinierung und Vernetzung der Suchtprävention und erfolgt auf kommunaler Ebene mithilfe der Koordinierungsgruppe, die aus Fachleuten des Gesundheits-, Jugend- und Schulbereiches sowie der Fachstelle für Suchtprävention besteht. Das ehemalige “Lichtenberger Bündnis für Jugendschutz – gegen Alkoholmissbrauch” ist nun Teil des Präventionsrats Lichtenberg „Arbeitskreis Kinder- und Jugendschutz“. Außerdem ist Lichtenberg Mitinitiator und Wegbegleiter der berlinweiten Suchtpräventionskampagne “Na klar!”. Informationen zur Kampagne und den einzelnen Aktivitäten finden Sie auf der Internetseite der Fachstelle für Suchtprävention.

Lichtenberg führt zu aktuellen Themen der Prävention und Suchthilfe eigene Veranstaltungen durch und unterstützt bundesweite Kampagnen wie die Jugendfilmtage der BzgA oder die Aktionswoche Alkohol der DHS.

Projekte

Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin hat im Auftrag der QPK des Bezirksamtes Lichtenberg und mithilfe einer Förderung durch das Gender-Budgeting-Preisgeld das Projekt „Wissenslücken schließen – Genderkompetenz in der Suchthilfe entwickeln“ von August bis Dezember 2016 durchgeführt. Ziel dieser Maßnahmen war es, die Führungskräfte und Mitarbeitenden ausgewählter Einrichtungen möglichst breit zu erreichen und das in der Qualifizierungsmaßnahme gewonnene Wissen zu Gender in der Suchthilfe in den Einrichtungen multiplizieren zu lassen. Näheres entnehmen Sie dem Bericht (Kurz- und Langversion).

Kurzbericht_Wissenslücken schließen – Genderkompetenz in der Suchthilfe entwickeln

PDF-Dokument (726.3 kB)

Abschlussbericht_Wissenslücken schließen – Genderkompetenz in der Suchthilfe entwickeln

PDF-Dokument (368.3 kB)

Suchthilfe

Zu den Aufgaben der bezirklichen Suchthilfe gehören die Planung und Koordinierung von Hilfen in den Bereichen:
  • Suchtberatungsangebote
  • Betreutes Wohnen
  • Tagesstruktur
  • Beschäftigung, Qualifizierung und Zuverdienst

Projekte und Träger erhalten auf Wunsch Beratung und Information. Zu den Aufgaben des Bereiches Suchthilfekoordination gehören weiterhin die finanzielle Förderung von Suchthilfeprojekten, die Initiierung und Mitarbeit in Fachgremien sowie die fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit und die Information und Beratung von Bürgerinnen und Bürgern.

Gemeindepsychiatrischer Verbund Lichtenberg (GPV)

Die Lichtenberger Träger der Suchthilfe sind im Gemeindepsychiatrischen Verbund Lichtenberg organisiert. Der Verbund gründete sich im Jahr 2005 und hat das Ziel, durch die bessere Vernetzung und gegenseitige Nutzung der vorhandenen Ressourcen aller Anbieterinnen und Anbieter, die Versorgung von psychisch kranken und suchtkranken Menschen nachhaltig zu verbessern. Im GPV arbeiten mehr als 20 Träger, Institutionen und Einzelpersonen intensiv zusammen, um den Zugang zum Hilfesystem im Bereich der seelischen Gesundheit zu erleichtern und die Versorgungsqualität zu verbessern. Der Gemeindepsychiatrische Verbund Lichtenberg hat sich ein Leitbild erarbeitet, welches die grundsätzlichen Qualitätsstandards der fachlichen Arbeit und Kooperation beschreibt.

Mehr zur Arbeit und zu den Hilfsangeboten des GPV finden Sie unter: www.gpv-lichtenberg.de

Bezirkliches Steuerungsgremium Suchthilfe

Im Steuerungsgremium werden die Hilfen für suchtkranke Menschen in den Bereichen Betreutes Wohnen und Beschäftigungstagesstätten nach § 53 Sozialgesetzbuch XII, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen gesteuert. Eingliederungshilfe ist eine Leistung der Sozialhilfe. Sie dient u.a. der sozialen und gesundheitlichen Eingliederung psychisch und suchtkranker Menschen. Die Eingliederungshilfe wird beim Sozialamt beantragt.

Das Steuerungsgremium Sucht wird durch den Bereich Suchtkoordination geleitet. Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheits- und Sozialamtes und aller bezirklichen Leistungsanbieter von Hilfen im Betreuten Wohnen und von Beschäftigungsstätten koordinieren dort individuelle Hilfen gemeinsam. Das Gremium tagt monatlich und steuert folgende Angebote:

Betreutes Wohnen (BEW)
Betreutes Einzelwohnen ist eine psychosoziale Betreuungsform in der eigenen Wohnung.

Therapeutische Wohngemeinschaften (TWG)
In einer Therapeutischen Wohngemeinschaft wohnen psychisch kranke Menschen gemeinsam in einer Wohnung. Der Aufenthalt in einer TWG ist überwiegend zeitlich befristet. Jede/r bewohnt innerhalb dieser Wohnung ein eigenes Zimmer.

Einzelfallhilfe (EFH)
Die Einzelfallhilfe bietet gezielte Unterstützung in der Lebensbewältigung an.

Beschäftigungstagesstätten (BTS)
Beschäftigungstagesstätten bieten suchtkranken Menschen verschiedene Beschäftigungsangebote u.a. im hauswirtschaftlichen, handwerklichen, künstlerischen und gärtnerischen Bereich.

Anmeldungen für das Steuerungsgremium Suchthilfe erfolgen über den Bereich Koordination der Suchthilfe und Suchtprävention.