Alt-Hohenschönhausen

Alt-Hohenschönhausen ist ein architektonisches Patchworkgebilde, das neben Platten- und Siedlungsbauten auch das „Wannsee des Nordens“ mit Villen am See zu bieten hat.
Ortsteilkarte Alt-Hohenschönhausen
Lage von Alt-Hohenschönhausen im Stadtteil Hohenschönhausen © GNU

Der Ortsteil Alt-Hohenschönhausen besteht aus einem bunten Gemisch von 1920er und 1930er Jahre Siedlungen, Villen, Einfamilienhäuser und Plattenbauten. Um den Wegzug im Ortsteil zu stoppen, wurden Altbauten saniert.

Die ersten Plattenbauten entstanden in den Jahren 1972 bis 1975 zwischen Wartenberger und Gehrenseestraße. Um 1978 entstand das Neubaugebiet nördlich der Landsberger Allee (zwischen Weißenseer Weg und Arendsweg), und bis 1984 folgten die Komplexe Hohenschönhausen I und Hohenschönhausen II an der Rhin- und Degnerstraße, sowie an der Hauptstraße. Dabei entstanden rund 8000 Wohnungen mit Platz für etwa 25.000 Menschen. Obwohl auf die Harmonie zwischen Dorfkern und Neubausiedlung geachtet wurde, fiel die Umsetzung weniger harmonisch aus. Durch die Verbreiterung der Hauptstraße, die mittlerweile sehr verkehrsreich ist, wurde das Bild vom alten Dorf zerstört. Einige Gutshäuser, die Taborkirche (das älteste Gebäude von Alt-Hohenschönhausen) und das Schloss sind jedoch erhalten geblieben und denkmalgeschützt.

Alt-Hohenschönhausen - Villenviertel am Orankesee
Orankestraße

Villenviertel

Das Villenviertel am Orankesee, früher auch „Wannsee des Nordens“ genannt, ist ab 1893 entstanden. Die ersten Häuser wurden südlich des Orankesees gebaut, etwas später auch um den Obersee. Vorherrschend ist der Landhausstil. Neugestaltungen, wie eine Sichtachse zwischen den Seen, sind geplant. Um die Jahrtausendwende entstanden exklusive Reihen- und Doppelhäuser am Ufer des Orankesees im Wohnpark Orankesee (auch Bellevue-Park). Im alten Wasserturm befindet sich heute eine Bar und eine Wohnung.

Alt-Hohenschönhausen - Märkisches Viertel / Siedlung Flusspferdhof
Die Siedlung Flusspferdhof zwischen Große-Leege-Straße und Goeckestraße

Märkisches Viertel und Wilhelmsberg

Südlich des Villenviertels liegt das Märkische Viertel zwischen Konrad-Wolf-Straße (der Hauptverkehrsader), Bahnhofstraße, Genslerstraße, Landsberger Allee und Altenhofer Straße. Die vier- bis fünfgeschossigen Mietskasernen aus der Zeit der Jahrhundertwende bis 1920 sind teilweise denkmalgeschützt. Zentraler Platz ist der Strausberger Platz um den sich verschiedene Siedlungen gruppieren. So zum Beispiel die Siedlung Flusspferdhof, die im Stil des Neuen Bauens in den 1930er Jahren errichtet wurde, und ihren Namen dem Brunnen mit Pferdefiguren verdankt. Die Wohnhöfe zwischen Große-Leege-Straße, Simon-Bolivar-Straße, Goeckstraße und Strausberger Platz stehen unter Denkmalschutz. Eine weitere Siedlung des Viertels ist der Gertrudenhof, 1933 im Bauhausstil entstanden und in den 1990er Jahren saniert.

Wilhelmsberg zwischen Weißenseer Weg, Landberger Allee und Altenhofer Straße, war ursprünglich eine Arbeitersiedlung. Nur ein Bruchteil ist noch erhalten, vor allem entlang der Konrad-Wolf-Straße, der Rest musste zu DDR-Zeiten Plattenbauten weichen. Der westliche Teil von Wilhelmsberg liegt in Lichtenberg.

Alt-Hohenschönhausen - Siedlung Weiße Taube
Plauener Straße

Siedlungen im Südosten

Die Siedlung Weiße Taube liegt beiderseits der Landsberger Allee zwischen Arendsweg und Ferdinand-Schultze-Straße. Der Südteil gehört zu Lichtenberg, umgesetzt wurde nur der nördliche Part bis zur Plauener Straße. Der südliche Teil wurde erst in den 1990er Jahren mit drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäusern bebaut. Weitere Neuansiedlungen sind geplant.

Die Siedlung Dingelstädter Straße ist in den 1930er Jahren entstanden. Sie liegt östlich der Rhinstraße. Bekannt ist die denkmalgeschützte Siedlung auch unter den Namen „Die kinderreiche Familie“ oder „Klein Moskau“. Die ein- bis zweistöckigen Bauten haben teilweise Mietergärten und relative Ruhe, da die Siedlung keinen Durchfahrtsverkehr hat.

Der Rest des Südens von Alt-Hohenschönhausen besteht aus weiteren Siedlungsbauten, Einfamilienhäusern und fünfstöckigen Plattenbauten.

Alt-Hohenschönhausen - Siedlung Malchower Weg / Bruno-Taut-Siedlung
Titastraße in der Bruno-Taut-Siedlung

Einfamilienhäuser im Norden

Die Gartenstadt entstand ab 1910 beiderseits der Gehrenseestraße. Sie wurde als Villenviertel für den kleinen Mann mit schlichten Einfamilienhäusern bebaut. Unmittelbar westlich schließen sich Plattenbauten an.

Die Siedlung Malchower Weg zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Bebbauung aus. In der Bruno-Taut-Siedlung zwischen Malchower Weg, Paul-König-Straße und Wartenberger Straße von 1926/27, überwiegen Doppelhäuser und torähnliche Häuser als Begrenzung. Des Weiteren gibt es eine Landhaussiedlung, eine Kriegsopfersiedlung (für Verwundete des Ersten Weltkrieges), eine Finnhüttensiedlung, Villen, und Neubauten, die nach der Wende westlich des Malchower Weg und nahe der Falkenberger Chaussee entstanden.

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Aktualisierung: 16. März 2018
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(Bilder: dpa; Marcus Schneider, © Crone; RN/BerlinOnline.de; Franziska Delenk)