„Ready for Takeoff – Innovationen industriell skalieren“ – das war die MPI-Konferenz 2026

Pressemitteilung vom 04.06.2026

Unter dem Motto „Ready for Takeoff – Innovationen industriell skalieren“ diskutierten am 03. Juni 2026 rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf der diesjährigen Konferenz des Masterplans Industriestadt Berlin (MPI), wie Berlins Innovationskraft stärker in industrielle Wertschöpfung überführt werden kann. Im Mittelpunkt standen Fragen des Technologietransfers, der industriellen Skalierung sowie der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Berlin.

„In Berlin kommen Industrie und Innovationen zusammen und schaffen ein einmaliges Umfeld. Das Fundament hierfür bilden eine exzellente Forschungslandschaft, kreative Köpfe und wachsende Technologieunternehmen. Wir sorgen dafür, dass Unternehmen in Berlin die besten Bedingungen für Wachstum und Skalierung erhalten, damit aus diesen Stärken noch mehr industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze am Standort entstehen“, erklärte Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, auf der Konferenz, die bei NLND (Neuland) Berlin stattfand.

Die Senatorin unterstrich die wirtschaftliche Stärke des Industriestandorts Berlin – mit einem Wirtschaftswachstum, das seit 13 Jahren über dem Bundesdurchschnitt liegt, mit über 100.000 Industriearbeitsplätzen und einer einzigartigen Branchenvielfalt. Anhand konkreter Unternehmensbeispiele zeigte sie, wie sich Berliner Betriebe erfolgreich transformieren, und betonte die wachsende Bedeutung von DeepTech und Sicherheitstechnologien für den Standort.

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer an der HTW Berlin, beleuchtete in ihrer Keynote, wie der Übergang von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen noch besser gelingen kann und welche Rolle Infrastrukturen, Kooperationen und neue Transferformate dabei spielen.

Im Format „Made & Scaled in Berlin“ gaben Berliner Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen Einblicke in ihre Transfer- und Skalierungserfahrungen. Dr. Mathias Czasny von Endless Industries, einer Ausgründung der TU Berlin und Preisträger des diesjährigen Deep Tech Awards, berichtete über den Weg vom Forschungsprojekt zur industriellen Skalierung. Das Unternehmen entwickelt in Kreuzberg automatisierte Fertigungssysteme für faserverstärkte Composite-Bauteile unter anderem für Luftfahrt, Orthesen und Verteidigung – ein Beispiel dafür, wie aus universitärer Forschung ein Hightech-Betrieb entstehen kann.

Carlotta Baumann von der Finetech GmbH und Prof. Dr. Stefan Wittenberg von der HTW Berlin zeigten, wie praxisnahe Forschungskooperationen im Maschinenbau gelingen. Finetech ist auf hochpräzise Platzier-, Montage- und Reworksysteme für die Mikroelektronik spezialisiert. In gemeinsamen Projekten im Rahmen des MPI-Projekts Digital+ wurden betriebliche Prozesse analysiert und digitale Lösungen bis zur Pilotanwendung entwickelt – ein Modell dafür, wie Hochschulen und kleine und mittlere Unternehmen gemeinsam die Voraussetzungen für industrielle Skalierung schaffen können.

Dr. Marek Checinski von C1 Green Chemicals schilderte die Herausforderungen beim Übergang von Pilotanlagen zur großindustriellen Produktion von klimaneutralem Methanol. Er verdeutlichte, welche Bedeutung Kapital, Infrastruktur und Genehmigungsprozesse für die industrielle Skalierung innovativer Technologien haben.

In der Paneldiskussion „Beyond Prototyping: Was Berlin für mehr Skalierung braucht“ wurden Perspektiven aus Forschung, Unternehmertum, Finanzierung und Ökosystementwicklung zusammengeführt. Dr.-Ing. Mitchel Polte vom Produktionstechnischen Zentrum der TU Berlin, Jan Wilking von PROJECT EADEN, Hannah Boomgarden vom Plug and Play Tech Center sowie Patrick Lindstädt von HypoVereinsbank diskutierten, wie funktionierende Ökosysteme, passende Finanzierungsinstrumente und eine stärkere Vernetzung von Forschung, Industrie und Kapitalgebern Berlin im internationalen Scale-up-Wettbewerb voranbringen können.

Die Konferenz fand bei NLND (Neuland) Berlin statt, einem Innovationscampus, der exemplarisch für die Transformation Berlins zu einem Standort steht, an dem Innovation, Produktion und urbane Entwicklung zusammenkommen. Bereits vor Veranstaltungsbeginn konnten die Teilnehmenden den Campus im Rahmen einer Führung kennenlernen. Beim abschließenden Get-together mit Ausstellung der NLND Startup Community und des SRH Prototyping Space entstanden neue Kontakte und Impulse für die Industrie der Zukunft.

Über den Masterplan Industriestadt Berlin (MPI)

Der Masterplan Industriestadt Berlin 2022–2026 bündelt die strategischen Initiativen des Landes Berlin zur Stärkung der Industrie. Er begleitet Unternehmen in den zentralen Transformationsfeldern Digitalisierung, nachhaltige Produktion und moderne Arbeitswelten und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Berlin.

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