Entstehung der Gedenkstätte

Das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, Foto nach 1945.
Das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, Foto nach 1945.
Bild: Museen Treptow-Köpenick

Schon bald nach Kriegsende pflegte man neben der juristischen Aufarbeitung in Köpenick die Erinnerung an die Opfer der „Blutwoche“ mit Gedenktagen, Straßenumbenennungen und Erinnerungstafeln. Dabei folgte die DDR-Erinnerungskultur einem „antifaschistischen Narrativ“, demnach der Anteil der kommunistischen Widerstandskämpfer überbetont, anderen Opfergruppen dagegen vernachlässigt wurden. Anfang der 1980er Jahre entstanden in den Bezirken Ost-Berlins und Städten der DDR sogenannte „antifaschistische Traditionskabinette“. Das Bildungsprogramm dieser politischen Ausstellungen konzentrierte sich einseitig auf den antifaschistischen und Arbeiterwiderstand aus den Reihen der KPD, als deren Nachfolgerin sich die SED sah. Besucher waren Schulklassen, Jugendweihegruppen, Lehrlings- und Betriebsgruppen, Teilnehmende des „FDJ-Studentensommers“, aber auch geführte Gruppen aus der Bundesrepublik.

Am 8. Mai 1980 wurde ein „Traditionskabinett“ im Keller des ehemaligen Amtsgerichtsgefängnisses Köpenick eröffnet. Dies geschah auf Initiative des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer (KdAW), Kreiskomitee Köpenick. Seit 1981 war eine bezirkliche Kommission für den Gedenkort zuständig, im selben Jahr beschloss diese den Ausbau einer Gedenkstätte. Seit 1988 war das Kulturamt des Bezirks Köpenick Mitnutzerin des Gebäudes. Anlässlich der 750-Jahr-Feierlichkeiten 1987 wurde eine neue Ausstellung eröffnet. Diese befand sich im früheren Betsaal sowie in fünf Zellen in der ersten Etage. Sie war dezidiert nicht nur den Opfern der „Köpenicker Blutwoche“ gewidmet, sondern sollte einen größeren Bogen spannen und den Arbeiterwiderstand von 1918 bis 1945 abbilden.

Ab Herbst 1990 übernahm der „Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener“ (IVVdN) die Ausstellung. Obwohl sich diese Initiative um eine inhaltliche Neuausrichtung der Gedenkstätte bemühte, stand die 1993 eröffnete neue Dauerausstellung in der Kritik, das DDR-Geschichtsverständnis zu reproduzieren. 1994/95 wurde die Ausstellung unter der Leitung des Museums Köpenick grundlegend verändert. Im Rahmen des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ wurden die ständige Ausstellung in der Gedenkstätte überarbeitet und am 80. Jahrestag zum Gedenken an die „Köpenicker Blutwoche“ am 21. Juni 2013 eröffnet.

Die Gedenkstätte heute

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