Drogen- und Suchtpolitik

Zigaretten, Tabletten, Löffel und Spritze liegen auf einem Tisch
Bild: Lee O'Dell / Fotolia.com

Die Berliner Drogen- und Suchtpolitik ist in die nationale und europaweite Drogen- und Suchtstrategie und die entsprechenden Aktionspläne eingebunden. Sie ruht auf den vier Säulen: Prävention, Beratung und Behandlung, Schadensbegrenzung und Überlebenshilfen sowie Bekämpfung der Drogenkriminalität durch Repression und Kontrolle. Die Drogen- und Suchtpolitik umfasst und verbindet verschiedene Politikbereiche. Dazu gehören die Gesundheits-, Jugend- und Sozialpolitik, sowie die Innen- und Rechtspolitik.

Situation in Berlin

Die Repräsentativbefragung des Suchtsurveys 2012 weist darauf hin, dass schätzungsweise 23% der Berliner Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren Tabak rauchen, ca.12% Alkohol riskant konsumieren (d. h. über die empfohlene Tageshöchstmenge Reinalkohol von 24g für Männer oder 12g für Frauen) und bis zu 4% illegale Drogen – überwiegend Cannabis – konsumieren. Dabei konsumiert fast jeder Vierte von den Cannabiskonsumenten täglich oder fast täglich Cannabis und weist somit einen riskanten Substanzkonsum auf.

Insgesamt geht seit 1990 der Tabakkonsum in Berlin zurück. Der Alkoholkonsum in der Berliner Bevölkerung ist nach wie vor weit verbreitet. In den letzten Jahren ist ein leichter Rückgang beim Rauschtrinken unter Jugendlichen zu verzeichnen. Dagegen nehmen der Konsum illegaler Drogen und hierbei insbesondere der Konsum von Cannabis weiter zu. Im Jahr 2013 hatten wir 119 Drogentote zu beklagen.

Schwerpunkte der Berliner Drogen- und Suchtpolitik

Abhängigkeit verursacht großes persönliches und familiäres Leid und hohe gesellschaftliche Kosten für die Behandlung von Folgeschäden. Tragende Säule der Berliner Drogen- und Suchtpolitik ist daher die Suchtprävention. Sie bietet die Chance, bereits bei den Ursachen für eine Suchterkrankung anzusetzen und eine Abhängigkeit im Vorfeld zu verhindern.

Die Berliner Suchthilfe stellt sicher, dass von Sucht betroffene Menschen und ihre Angehörigen Hilfe bekommen können, die ihrer individuellen Situation möglichst gerecht wird – sei es in Form von Beratung und Unterstützung beim Ausstieg oder schlicht Hilfe zum Überleben. Um diese Hilfen ohne lange Wartezeiten und wohnortnah anbieten zu können, gibt es sechs regionale Suchthilfedienste in Berlin und in jedem Bezirk mindestens eine Suchtberatungsstelle mit regionalem Versorgungsauftrag.

Ziele der Drogen- und Suchtpolitik in Berlin

Ziele der Drogen- und Suchtpolitik in Berlin sind:

  • den verantwortungsvollen Umgang mit legalen Suchtmitteln in der Bevölkerung zu fördern und den Einstieg in den Konsum illegaler Suchtmittel zu verhindern,
  • Abhängige und deren Angehörige beim Ausstieg aus der Abhängigkeit von Suchtmitteln bzw. dem Glücksspiel zu unterstützen,
  • Süchtigen das Überleben zu ermöglichen und ihnen zu helfen, ihren Gesundheitszustand zu verbessern, und
  • die Bevölkerung vor Drogen- und Suchtkriminalität sowie anderen Begleiterscheinungen des Drogenkonsums zu schützen.

Gesellschaftspolitische Aufgaben der Drogen- und Suchtpolitik

Gesellschaftspolitische Aufgabe der Drogen- und Suchtpolitik ist es, den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Verhältnissen und Sucht zu thematisieren. Sie setzt sich damit auseinander, inwieweit die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Sucht fördern und wie Abhilfe geschaffen werden kann. Gesundheitspolitisch soll sie der Bevölkerung eine kritische Haltung zum Suchtmittelkonsum vermitteln. Abhängigen bietet sie umfassende Beratungs-, Behandlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten.

Jugend- und familienpolitische Aufgaben der Drogen- und Suchtpolitik

Jugend- und familienpolitisch ist die Drogen- und Suchtpolitik dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Risiken und Gefahren des Suchtmittelkonsums verpflichtet. Sie stützt die suchtpräventive Funktion der Familie und fördert die Suchtprävention in Schulen und Jugendeinrichtungen.

Kinder- und Jugendschutz

Die rechtlichen Grundlagen des Kinder- und Jugendschutzes, die sich auf die Gefahren durch Alkohol, Tabak, Computerspiele und Internetangebote beziehen, sind auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zu finden. Die Seiten bieten außerdem Informationen und Materialien zur Suchtprophylaxe an den Berliner Schulen.

Sozial- und sicherheitspolitische Aufgaben der Drogen- und Suchtpolitik

Sozialpolitisch verfolgt sie das Ziel, die Chancen auf soziale Teilhabe und Wiedereingliederung für Suchtmittelabhängige zu verbessern. Sicherheitspolitisch hat sie die Aufgabe, das Drogenangebot zu reduzieren und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten