Industrie im Dialog

Titelbild für den MPI Dialog mit grünen und gelben Flächen

Vertreterinnen und Vertreter der chemischen Industrie tauschten sich mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus, um zentrale Herausforderungen und Chancen der Branche zu erörtern.

Nach einem erfolgreichen Auftakt im Oktober 2024 lud Staatssekretär Dr. Severin Fischer am 26. März 2025 zum zweiten MPI Dialog mit der chemischen Industrie bei der IHK Berlin im Ludwig-Erhard-Haus ein. Unter den Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter kleiner, mittlerer und großer Unternehmen, von Verbänden sowie der Wirtschaftsförderung.

Gemeinsam für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Berlin

Die bundesweit rückläufige Kapazitätsauslastung in der Chemieindustrie sowie der anhaltende Beschäftigungsrückgang sind besorgniserregende Signale auch für den Standort Berlin. Stabile und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind für die Industrie essenziell. Staatssekretär Dr. Severin Fischer betonte, welche Bedeutung ein Dialogformat wie dieses insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen hat. Der direkte Austausch zwischen Politik und Unternehmen ist ein wichtiger Teil, um nah an den Belangen der Berliner Industrie zu sein und den Industriestandort zu stärken. Dazu zählt insbesondere eine wirtschaftsorientierte Genehmigungskultur, die effizient und verlässlich agiert. Staatssekretär Dr. Severin Fischer wird sich daher weiterhin innerhalb des Berliner Senats für eine Beschleunigung von Verwaltungsprozessen und eine praxisnahe, standortfreundliche Gestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen und deren Umsetzung einsetzen. Die laufende Verwaltungsreform des Landes Berlin ist dabei eine wichtige Chance, um Abläufe zwischen Haupt- und Bezirksverwaltungen zu optimieren und somit Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen zu verbessern.

Industriepolitik im Wandel: Berlin unterstützt Europas Weg zur Dekarbonisierung

Auf europäischer Ebene rücken industriepolitische Weichenstellungen, insbesondere im Bereich Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit, zunehmend in den Fokus. Mit Maßnahmen wie dem „Clean Industrial Deal“ und dem angekündigten „Industrial Decarbonisation Accelerator Act“ setzt die EU-Kommission auf eine Verbindung von Klimaschutz und wirtschaftlichem Wachstum. Auch auf Bundesebene zeichnet sich ein starker Fokus auf Investitionen in nachhaltige Technologien und den Abbau bürokratischer Hürden ab. Der Berliner Senat unterstützt diese Entwicklungen aktiv und flankiert sie mit gezielten Maßnahmen, etwa im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK 2030) sowie durch Investitionen in die Energieinfrastruktur.

Klar ist: Die Transformation hin zu klimaneutralen Produktionsprozessen erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch gezielte wirtschaftliche Entlastungen und Förderangebote.

Dabei müssen für Hindernisse bei der Dekarbonisierung pragmatische Lösungen erarbeitet werden. Für die Vereinbarkeit von Gründachpflicht und Photovoltaik-Integration gibt es diese bereits – dazu beraten Sie gerne die Berliner Regenwasseragentur und das SolarZentrum Berlin. Und auch für den Bereich Photovoltaik auf denkmalgeschützten Gebäuden wurde ein Leitfaden aufgesetzt, der Denkmalschutz und Klimaziele vereint.

Weitere Unterstützungsangebote in diesem Bereich wurden im Rahmen des Dialogs von Wolfgang Korek (Bereichsleiter Energie, Umwelt, Smart City von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH) sowie Jakob Brückner (Berater des VDI/VDE-IT von der Koordinierungsstelle für Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb – KEK) vorgestellt. Sie unterstützen Unternehmen bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten so passgenaue Unterstützung, um im Transformationsprozess wettbewerbsfähig zu bleiben. Die KEK bietet – insbesondere KMU – praxisnahe Workshops zur Treibhausgasbilanz, Beratung zu zirkulären Geschäftsmodellen, individueller Detailberatung inklusive KMU-Abwärmecheck, einem strukturierten 5-Schritte-Transformationsprozess (von der Status-Quo-Erfassung bis zur Umsetzung), Fördermittelberatung (z. B. BAFA, BENE 2, EEW) sowie Vernetzungsangebote.

Starke Chemie, starkes Berlin

Die Anstrengungen der Berliner Landespolitik, die Rahmenbedingungen am Standort immer weiter zu verbessern, sind groß. Dabei geht es um nicht weniger als eine zielgerichtete Unterstützung der Berliner Industrie, insbesondere auch der Chemiebranche – die mit 110 Unternehmen und einem Jahresumsatz von über 8 Mrd. Euro am Anfang vieler industrieller Wertschöpfungsketten steht und rund 20.000 Beschäftigten gut bezahlte Industriearbeitsplätze in Berlin sichert.

Serviceangebote für Berliner Wirtschaft

Im Folgenden möchte wir auf bestehende Unterstützungsangebote und zentrale Anlaufstellen hinweisen, die Berliner Unternehmen bspw. bei Genehmigungsprozessen, Investitionsvorhaben und Nachhaltigkeitsthemen bereits heute nutzen können:

Weitere hilfreiche Übersichten zu Förder- und Innovationsthemen finden Sie hier:

Hier finden Sie die vorherige Dialogveranstaltung.