Berlins Industriestruktur: Vielfältig, innovativ und zukunftsorientiert

Seilfabrik
Bild: Annika Krüger

Auf einen Blick: Berlins Industrie

Industriebetriebe (Betriebe ab 20 Beschäftigte) 783
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stand 30.06. des Jahres) rd. 111.000
Bruttoentgelte in Mrd. Euro 4,8
Umsatz in Mrd. Euro rd. 26
Exportquote (Anteil Auslandsumsatz am Gesamtumsatz in %) 56
Bruttowertschöpfung in Mrd. Euro 11,4

Stand: 2018 / Quellen: Amt f. Statistik Berlin-Brandenburg, Bundesagentur f. Arbeit, Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder

Metall- und Elektroindustrie sowie Maschinen- und Fahrzeugbau haben in Berlin lange Tradition. Gemeinsam mit der chemisch-pharmazeutischen Industrie sind sie die umsatz- und beschäftigungsstärksten Industriezweige in der Hauptstadt. Weitere Kernbereiche sind die Nahrungsgüterindustrie sowie die Branchen Druck und Papier.

Insgesamt ist die Berliner Industrie relativ gleichmäßig strukturiert. Dies spiegelt sich auch in den Beschäftigungsanteilen wider.

Berliner Industrie auf Wachstumskurs – Wertschöpfung gestiegen

Die Berliner Industrie erzielte im Jahr 2018 eine Bruttowertschöpfung von 11,4 Mrd. €. Sie trug mit 8,6 % zur Berliner Wirtschaftsleistung bei. Mit einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung von real 3,6 % entwickelte sich die Industrie 2018 zudem positiv. In Berlins gesamter Wirtschaft entstand ein Wertschöpfungsplus von 3,2 %.

26 Mrd. € Umsatz

Der Umsatz der 783 Berliner Industriebetriebe (ab 20 Beschäftigten) lag im Jahr 2018 bei rund 26,0 Mrd. €. Dies entsprach einem Anstieg um 0,8 Mrd. € bzw. 3,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Exportquote von 56 %

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Industrie zeigt sich an der starken
Einbindung in die internationalen Märkte. 2018 wurde mit anteilig 56 % mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland erzielt. Im Bundesdurchschnitt erreichte die industrielle Exportquote 49 %.

Industrieller Branchenmix

Der vielfältige Branchenmix der Industrie wird regional wie sektoral deutlich. Dabei wurde der höchste Industrieumsatz im Jahr 2018 im Bezirk Mitte mit knapp 7,5 Mrd. € generiert, gefolgt von Spandau mit 3,8 Mrd. € und Reinickendorf mit 3,5 Mrd. €. Der umsatzstärkste Berliner Industriezweig war auch 2018 mit Abstand die Pharmaindustrie. An zweiter Stelle folgte die Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Beide Industriebranchen hatten auch eine überdurchschnittliche Exportquote.

111.000 Beschäftigte

Mitte 2018 waren in der Berliner Industrie rund 111.000 Menschen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 2,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Der vielfältige Branchenmix spiegelt sich auch in der Struktur der Beschäftigung wider. Den größten Anteil hatte im Jahr 2018 die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen, wo insgesamt rund 17.400 Personen sozialversicherungspflichtig tätig waren.

Ausblick auf 2019

Auch in das Jahr 2019 ist Berlins Industrie positiv gestartet, die Umsätze sind angestiegen. Nach Zahlen des Statistikamtes (Stand 21.03.2019), lagen die Industrieumsätze im Januar 2019 um 4,9 % über dem Stand vom Januar 2018 (bezogen auf Betriebe ab 50 Beschäftigten). Während beim Inlandsumsatz ein Plus von 8,4 % verzeichnet wurde, stieg der Auslandsumsatz um 2,7 %. Eine positive Entwicklung gab es auch bei der Industriebeschäftigung. Für Januar 2019 wird ein Stellenzuwachs von 1,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat ausgewiesen (Betriebe ab 50 Beschäftigten). Die Aufträge lagen im Januar 2019 um 9,3 % über dem Stand des Vorjahresmonats.

Im April fielen der Industrieumsätze etwas schwächer aus als ein Jahr zuvor, bewegten sich im Zeitraum Januar bis April aber über dem Vorjahresstand. Dies weist auf eine 2019 bislang gefestigte Lage der Branche hin. In den ersten 4 Monaten betrug der Industrieumsatz in Berlin rund 8,0 Mrd. € und nahm damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,6 % zu. Der Inlandsumsatz erhöhte sich laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg um 2,2 % und der Auslandsumsatz um 2,9 % (bezogen auf Betriebe ab 50 Beschäftigten).

Bei der Industriebeschäftigung gibt es im o.g. Berichtskreis kaum Veränderung zum Vorjahr; bei einem leichten Plus von 0,3 % in den ersten 4 Monaten und einem leichten Minus von 0,2 % im Monat April.

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