Industriepolitik in Berlin: Gemeinsam industrielles Wachstum unterstützen

Zwei Männer im Anzug schütteln die Hände
Bild: Minerva Studio - Fotolia.com

Industriestadt Berlin

Am 18. Juni 2018 hat Wirtschaftssenatorin Pop gemeinsam mit dem Netzwerk Industriepolitik die Fortschreibung des Masterplans Industrie 2018-2021 für die Befassung durch den Berliner Senat freigegeben. Ein Senatsbeschluss wird Ende August erwartet. Dann beginnen die Partner u.a. aus Verwaltung, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und mit der Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen.

Zielstellung der Fortschreibung der industriepolitischen Grundsatzstrategie ist, die dynamische Berliner Industrie in ihrem Wachstum optimal zu flankieren und weiterzuentwickeln. Mit einem Wachstum von 3,1 % war die Entwicklung 2017 bereits das vierte Jahr in Folge besser als im bundesweiten Vergleich. Auch die Steigerung der Zahl der Erwerbstätigen liegt seit Jahren konstant über dem Bundesdurchschnitt.

Durch seine exzellente Forschungslandschaft, seine starke Digital- und Kreativwirtschaft und zahlreiche innovative Startups hat sich Berlin in den letzten Jahren als attraktiver und innovativer Wirtschafts- und Industriestandort etabliert. Geprägt wird die Industriestadt Berlin einmal durch Unternehmen, die seit Jahren erfolgreich am Standort entwickeln und produzieren. Gleichzeitig siedeln immer mehr große (Industrie-) Unternehmen ihre Digitalisierungs- und Innovationseinheiten in der Stadt an. Das hat auch dazu geführt, dass mittlerweile sich eine für den Standort und weltweit renommierte Digitalszene entwickelt hat.

Der Masterplan Industrie stellt den strategischen Rahmen, um die Akteure gezielt zusammenzubringen, Innovationsräume zu qualifizieren und Berlins Profil als digitale Werkbank weiter zu schärfen. Die Fortschreibung des Masterplans nimmt neue Themen in den Blick, ohne dabei aber die Optimierung von Rahmenbedingungen, beispielsweise in der Flächenfrage oder die DNA, die die Industrie in ihren Fachkräften hat, aus dem Blick zu verlieren. Auch wird der Masterplan über gezielte Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen für entsprechende öffentliche Wahrnehmung der Industriestadt sorgen.

Industriepolitik in Berlin ist zum Beispiel …

… gezielter Technologietransfer

Auf besseren Wissens- und Technologietransfer in der Region zielt die Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg. Aufbauend auf den vorhandenen Stärken der Region in Wissenschaft und Forschung sollen neue Forschungsergebnisse schneller über die regionalen Unternehmen auf den Markt gebracht und für die Entwicklung und Einführung neuer, verbesserter Produkte und Verfahren genutzt werden.
Im Zentrum stehen die Cluster

  • Gesundheitswirtschaft,
  • IKT, Medien und Kreativwirtschaft,
  • Verkehr, Mobilität und Logistik,
  • Energietechnik sowie
  • Optik.

Diese Technologie- und Innovationsfelder entwickeln sich um einen industriellen Kern, zeichnen sich durch eine hohe Dichte an wettbewerbsfähigen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus und bieten damit günstige Bedingungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Die Transfer-Allianz , in der sich Berliner Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Verbände und Behörden zusammengeschlossen haben, fördert Innovationen in der Region, indem sie Möglichkeiten der Kooperation zwischen innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungsinstituten aufzeigt. Eine weitere Einrichtung zur Förderung des Wissenstransfers ist das Institut für angewandte Forschung Berlin e. V. , welches von der Alice Salomon Hochschule, der Beuth Hochschule für Technik, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Hochschule für Wirtschaft und Recht gegründet wurde. Es fördert vor allem Verbundprojekte der am Institut beteiligten Hochschulen untereinander mit Partnern aus der Region Berlin-Brandenburg.

Im Vergleich aller Bundesländer hat Berlin die höchste Zahl von Unternehmensgründungen. 13 Gründer- und Technologiezentren verbessern die Startbedingungen für Gründer in Berlin durch Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur sowie mit Beratung und Coaching. Hinzu kommen 10 Zukunftsorte wie der Technologiepark Berlin Adlershof, der EUREF Campus oder der BiotechPark Berlin-Buch. Zusätzlich bieten alle Berliner Hochschulen Gründungsunterstützung.

… berufsorientierte Schulpolitik

Berlin macht MINT : Um den Fachkräftenachwuchs gerade in den technologieintensiven Zukunftsindustrien zu sichern, setzt der Masterplan Industriestadt Berlin auf eine breite Förderung der Kompetenzen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) von der Schulzeit an. Ziel ist es, die naturwissenschaftlichen Kompetenzen an Berliner Schulen zu stärken.

FutuRahmen
Bild: ZffA gGmbH/Klasse 15/17

Durch Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen werden Schülerinnen und Schüler über Berufsfelder und Tätigkeiten in der Industrie informiert.

Das „Duale Lernen“ in den Sekundarschulen fördert die individuelle und praxisnahe Berufsorientierung, in einem ersten Schritt mit Industriefokus.

Die Servicestelle „Duales Lernen“ unter dem Dach von Partner Schule Wirtschaft als Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft ist dabei Anlaufpunkt für Schulen, Verbände und Unternehmen.

An Gymnasien wurde ein Ergänzungskurs zur Berufs- und Studienorientierung eingeführt, der in enger Abstimmung mit Hochschulen und der Industrie stattfindet. Weitere Maßnahmen sind an beruflichen Schulen vorgesehen, um Jugendliche schneller und effektiver in Ausbildungsplätze in der Industrie zu bringen.

… die Förderung aktiver Schnittstellen zwischen Hochschulen und Industrie

Career Services gibt es inzwischen an allen Berliner Hochschulen und Universitäten. Ihr weiterer Ausbau und ihre nachhaltige Finanzierung in Berlin sind Bestandteile des Masterplans „Industriestadt Berlin 2010-2020“. Career Center sind die Schnittstelle zwischen Studium und Arbeitswelt, sie leisten zum Beispiel durch die Vermittlung berufsbefähigender Qualifizierungen und Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur akademischen Nachwuchssicherung in der Wirtschaft. Die Arbeitsgemeinschaft „Career Service“ koordiniert hochschulübergreifend die Kommunikation. Ein Ergebnis ist eine Broschüre, die die Career Center in Berlin-Brandenburg vorstellt und über industrierelevante MINT-Studiengänge in der Region informiert.

… bedarfsgerechte Förderpolitik

EU, Bund und Senat helfen bei Investitionsvorhaben mit umfangreichen Fördermitteln.
Neben den Zuschüssen aus der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) für gewerbliche Investoren mit überregionalem Absatz hilft zum Beispiel die Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH bei fehlenden Sicherheiten einer Hausbankfinanzierung durch Bürgschaften. Weitere Darlehens- und Beteiligungsmöglichkeiten sind über die Investitionsbank Berlin abrufbar. Junge Unternehmen können auf das dichte und auf deren individuellen Bedürfnisse abgestimmte Unterstützungsangebot des Landes zurückgreifen.

Wirtschafts- und Technologieförderung für Unternehmen, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen in Berlin – das bietet die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH. Zahlreiche Fachexperten bilden mit maßgeschneiderten Services und einer exzellenten Vernetzung zur Wissenschaft ein optimales Angebot, um Innovations-, Ansiedlungs-, Expansions- und Standortsicherungsprojekte zum Erfolg zu führen.

Als einzigartiges Public Private Partnership stehen hinter Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowohl der Senat des Landes Berlin als auch über 270 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, die sich für ihre Stadt engagieren. Zudem verantwortet Berlin Partner das weltweite Marketing für die deutsche Hauptstadt, beispielsweise mit der erfolgreichen „be Berlin“-Kampagne.

… die Förderung nachhaltiger Mobilität

Mit dem „Masterplan Industriestadt Berlin 2010–2020“ sollen die Stärken Berlins in den Industriebranchen weiter ausgebaut werden. Berlin setzt dabei vor allem auf innovative, wissensintensive Branchen. So ist es ein Ziel, Berlin zum international anerkannten Vorbild für Elektromobilität zu entwickeln. Die Voraussetzungen hierfür sind gut: Die Hauptstadtregion ist schon heute Vorreiter für innovative und nachhaltige Mobilität und größtes Praxislabor für Elektromobilität mit den meisten Fahrzeugen und Projekten sowie der größten öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland.

Link zu: Detailseite
Bild: Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie

Zentrale Anlaufstelle für das Thema Elektromobilität in Berlin ist die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, die über ihre Partner Kompetenzen der Region aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bündelt.

… regionales und überregionales Marketing

Durch Marketing wird auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene das Bewusstsein für die Industriestadt Berlin geschärft. So wird seit 2010 die Hauptstadtkampagne „be Berlin“ genutzt, um gemeinsam mit in Berlin ansässigen Unternehmen Berlin als Standort für Zukunftsindustrien weltweit bekannt zu machen. Unter dem Motto „Berlin – the place to be for future industries“ und mit dem Kennedy-Zitat „ich bin ein berliner.“ wurden Berliner Industrieprodukte präsentiert, die international erfolgreich sind. Geworben wurde unter anderem auf Messegemeinschaftsständen bei internationalen Leitmessen.

Industriekampagne
Bild: Gabriele Wolf

Mit #Berlinproduziert geht die Industriekampagne von be Berlin frisch an den Start. Die Plakatmotive, mit denen sich die Industriekampagne in Kooperation mit 25 Unternehmenspartnern jetzt neu präsentiert, wurden zusammen mit dem Berliner Künstler Martin Roller entwickelt. Sie zeigen Kunstobjekte, die jeweils Produktelemente der Partnerunternehmen mit zukunftsgewandten Symbolen auf ungewöhnliche Art und Weise kombinieren. Spielerisch zeigen sie auf, wie die Zukunft der Industrie in Berlin aussehen wird.

Industriekampagne
Bild: be.berlin

Lange Nacht der Industrie

Um vor allem jungen Menschen und Hochschulabsolventen für den Industriestandort zu gewinnen und über die Jobchancen in den vielen kleinen und mittleren, sehr innovativen und international tätigen Unternehmen in Berlin zu informieren, findet seit 2012 jährlich die Lange Nacht der Industrie (LNDI) in Berlin statt.

Am 16. Mai 2018 öffneten in Berlin zum 7. Mal Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister ihre Tore und präsentierten sich in der Langen Nacht der Industrie wissensbegierigen und karriereorientierten Menschen mit Vorträgen, Rundgängen und Gesprächen vor Ort.

Die nächste Lange Nacht der Industrie findet am 15. Mai 2919 statt.

Formate: video/youtube

… die Unterstützung überregionaler Industrieaktivitäten

Vom 17. bis zum 25. September 2016 konnten sich Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Woche der Industrie in mehr als 350 Veranstaltungen bundesweit über die Bedeutung und Zukunft der Industrie informieren. Träger der Aktionswoche war das Bündnis „Zukunft der Industrie“.

Bereits am 25. Mai 2016 fand auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und der Technischen Universität Berlin parallel zur 5. Langen Nacht der Industrie in Berlin die Podiumsdiskussion “Industrie und Gesellschaft – Wandel gemeinsam gestalten” als Auftakt zu bundesweiten Aktivitäten zum Thema Akzeptanz der Industrie statt.

… die Schaffung von Räumen: Berlin TXL – The Urban Tech Republic

Der Flughafen Tegel wird zum Startplatz für Urban Technologies. Mit Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg BER endet der Flugbetrieb in Tegel und Berlin erhält rund 210 ha Gewerbeflächen zurück, die neu genutzt werden können.

Der Masterplan TXL zur künftigen städtebaulichen Entwicklung des Geländes sieht die Errichtung einer „Urban Tech Republic“ vor, einem neuen Industrie- und Forschungspark, der für Nutzer mit modernen Standortanforderungen ein attraktives Angebot bereithält. Auf dem Flughafengelände werden Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen Lösungen und Produkte für die urbanen Herausforderungen der Städte der Zukunft entwickeln. Dazu gehören insbesondere Konzepte und Produkte aus den Bereichen Energieversorgung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobilität, Recycling, Wasser sowie neuartige Werkstoffe.

Auf einen Blick: Zukunftsort Tegel

  • Rund 210 ha gewerbliche Baufläche auf einem Gesamtareal von 460 ha
  • Nähe zum Campus Charlottenburg
  • Nutzungskonzept: Mischung aus Universitätscampus und innovativen technologieorientierten Unternehmen
  • Forschung, Entwicklung und Produktion an einem Standort
  • Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft