Am Montag, 07.11.2022 wurde das neue Wegeleit- und Orientierungssystem für die Gropiusstadt durch Jörg Frenzel, Mitinhaber des Kommunikationsbüros Kuhl | Frenzel aus Osnabrück vorgestellt. Eingeladen hatte Katharina Smaldino, Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung und federführend zuständig für das Projekt Zukunft Stadtgrün Gropiusstadt mit all seinen Maßnahmen in den Grün- und Freiflächen.
Anlass war der 60. Geburtstag der Gropiusstadt. Am 7. November 1962 legten der damalige regierende Bürgermeister Willy Brandt unter anderem zusammen mit dem maßgeblichen Planer und späteren Namensgeber der Großwohnsiedlung, Walter Gropius, den Grundstein.
Damals wie heute war es in der Gropiusstadt für Zufußgehende und Radfahrende nicht einfach, sich zu orientieren und seinen Zielort zu finden. Stimmen aus der Bevölkerung und seitens der ortsansässigen Einrichtungen wünschten sich eine übersichtliche Hilfe, um Orte, Einrichtungen und Wege leichter finden zu können. Daher schrieb das Bezirksamt Neukölln den Auftrag aus, ein Wegeleit- und Orientierungssystem für die Gropiusstadt zu entwickeln. Das Konzept wurde am 7. November im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindehaus der Martin-Luther-King-Kirchengemeinde vorgestellt.
Das System soll die Orientierung in der teilweise gleichförmig anmutenden Großwohnsiedlung erleichtern und das Finden der besten Fußwege zum jeweiligen Ziel ermöglichen. Gropiusstädter*innen und Besucher*innen sollen sich im Quartier gleichberechtigt und möglichst barrierearm bewegen können.
Das System orientiert sich in seiner Gestaltung an der Baugeschichte der Gropiusstadt, weshalb die sogenannten Informationsstelen rechteckige Betonscheiben sind. Die Stelen sollen mit ihren Karten, einer Kartenlegende und Richtungspfeilen an zentralen Plätzen, Kreuzungen und in der Nähe von U-Bahnhöfen stehen. Von dort aus soll man in Richtung seines Ziels gewiesen werden. Auf dem Weg dorthin werden an Masten befestigte Sternwegweiser die Zufußgehenden und Radfahrenden regelmäßig über die Richtung zum und die Entfernung bis zum Zielort informieren. Insgesamt etwa 50 Ziele in der Gropiusstadt sollen genannt werden – von Einkaufsmöglichkeiten, über Nachbarschaftstreffs bis hin zu Freizeit- und Beratungsangeboten.
Die Stelen und Sternwegweiser sollen für alle Altersgruppen verständlich sein, auch von seheingeschränkten Personen nutzbar. Weiter sollen sie langlebig und relativ einfach mit neuen Informationen zu aktualisieren sein. Auch kann das System erweitert und damit die Dichte an Informationen und Wegeleitung noch erhöht werden.
Aufgrund von Komplexität und Verzögerungen in der Klärung von Fragen der Platzierung und Instandhaltung konnte das Projekt nur bis zum Abschluss des Konzepts und der Genehmigungsplanung abgeschlossen werden. Vom Planungsbüro wurde ein Leistungsverzeichnis zur Produktion der Elemente und zu deren Einbau vorbereitet. Dieses kann nach Zustimmung der Vergabestelle umgesetzt und zur Vergabe freigegeben werden, sodass bei Wiederaufnahme des Projekts eine zeitnahe bauliche Umsetzung möglich wäre. Die Finanzierung für diesen Schritt ist derzeit unklar.