Coronavirus in Berlin

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Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

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Maßnahmen

04.05.2021 08:42

Im Rahmen der Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ wurden anhand der drei Themenschwerpunkte „Digitale Kompetenzen für die Pflege“, „Technische Assistenz für die Pflege“ sowie „Smarte Kooperation und Koordination für die Pflege“ konkrete Handlungsbedarfe im Bereich der Digitalisierung in der Pflege für Berlin identifiziert und auf dieser Grundlage gemeinsam mit dem Netzwerk „Pflege 4.0“ (ehemaliges Fachgremium “Pflege 4.0”) konkrete Maßnahmen entwickelt.
Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat u. a. die grundlegenden organisatorischen und finanziellen Weichen für die Etablierung eines Kompetenzzentrums für digitale Lösungen für die Pflege sowie für die Entwicklung einer Zusatzqualifikation für digitale Kompetenzen für die Pflege gestellt.

Leben Pflege Digital – Kompetenzzentrum "Pflege 4.0"

Logo Kompetenzzentrum "Pflege 4.0"
Bild: SenPflege

Mit dem Kompetenzzentrum „Pflege 4.0“ – Leben Pflege Digital wurde in Berlin eine zentrale und nachhaltige Stelle geschaffen, die Informationen zu digitalen Lösungen in der Pflege bündelt und sie insbesondere für pflegebedürftige Menschen, pflegende An- und Zugehörige, beruflich Pflegende und Pflegeberatende aufbereitet und verbreitet.
Auf der Website www.lebenpflegedigital.de sind viele Informationen und Antworten auf relevante Fragen rund um das Thema Digitalisierung in der Pflege zu finden. Videoclips erklären anschaulich und verständlich digitale Möglichkeiten für die Pflege sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung in der Pflege. Ein Kalender informiert über interessante Veranstaltungen. Podcasts mit spannenden Gästen vermitteln Perspektiven und wichtige Inhalte zu verschiedenen Facetten der Digitalisierung in der Pflege. Zudem bietet die Seite Informationen zu Beschaffungs- und Finanzierungsmöglichkeiten digitaler Lösungen, Datenschutzaspekten, relevanten gesetzlichen Grundlagen und eine Übersicht über Berliner (Beratungs-) Angebote rund um das Thema Pflege 4.0. Aktuelle Themen wie die Telematikinfrastruktur werden aufgriffen und durch Informationen, Checklisten und Zeitleisten Orientierung und Hilfestellung für Pflegeeinrichtungen geboten.
Um sukzessive Berührungsängste im Umgang mit Technik abzubauen, macht das Kompetenzzentrum „Pflege 4.0“ u. a. mit Hilfe (virtueller) Musterwohnungen und Veranstaltungen Technik greifbar und erlebbar.
Ausgangs- und Mittelpunkt bei allen Aktivitäten des Kompetenzzentrums sind pflegebedürftige Menschen, pflegende An- und Zugehörige, beruflich Pflegende und Pflegeberatende, weshalb die Zielgruppen in all ihre Aktivitäten eingebunden sind, mitreden und Digitalisierung für die Pflege mitgestalten können.
Das Vorhaben wird in Kooperation zwischen einem freien gemeinnützigen Träger (Albatros gGmbH) und einer wissenschaftlichen Einrichtung (DAI Labor/TU Berlin) umgesetzt.

Zusatzqualifizierung Pflege 4.0 – Kompetenzen für die Pflege im digitalen Wandel

Logo Zusatzqualifizierung Pflege 4.0
Bild: SenPflege

Anlässlich des hohen Bedarfs an digitalen Kompetenzen in der Pflege wurde die Berliner Zusatzqualifizierung für digitale Kompetenzen für die Pflege entwickelt und erfolgreich pilotiert. Inzwischen sind die ersten regulären Durchgänge gestartet. Die Zusatzqualifizierung richtet sich in erster Linie an Fach- und Hilfskräfte in der ambulanten und (teil-) stationären Pflege sowie an Beratende im Bereich Alter und Pflege, steht aber auch weiteren Interessierten offen, die mit pflegebedürftigen Menschen zusammenarbeiten und in den pflegerischen Alltag involviert sind. Mit Hilfe des Qualifizierungsangebots sollen sich die Teilnehmenden mit dem digitalen Wandel, seinen Potenzialen, Grenzen und Auswirkungen auf die Pflege auseinandersetzen und dafür erforderliches (Basis-) Wissen erwerben. Damit sollen sie auch auf einen informierten und souveränen Umgang mit digitalen Technologien in ihrem jeweiligen Arbeitskontext vorbereitet werden. Die Zusatzqualifizierung wird in einem Social Blended Learning-Ansatz umgesetzt, der Präsenztermine mit Online-Workshops kombiniert.
Das Vorhaben wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung durch den externen Dienstleister k.o.s GmbH innerhalb von zwei Jahren (2020/2021) durchgeführt.

Broschüre zur Zusatzqualifizierung für digitale Kompetenzen für die Pflege barrierefrei

PDF-Dokument (1.1 MB)

Bundesratsinitiative zur Schaffung von Grundlagen zur Refinanzierbarkeit digitaler altersgerechter Assistenzsysteme im Rahmen des SGB XI

Digitale Assistenzsysteme - Zitat Pflegesenatorin Kalayci
Bild: SenPflege/Nils Bornemann

Im Rahmen der Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ wurde eine Bundesratsinitiative zur Schaffung von Grundlagen zur Refinanzierbarkeit digitaler altersgerechter Assistenzsysteme im Rahmen des SGB XI auf den Weg gebracht. Damit sollen die Potenziale der Digitalisierung zur Erhöhung von Lebensqualität, Selbstständigkeit und Teilhabe pflegebedürftiger Menschen und zur Entlastung pflegender Angehöriger nutzbar gemacht werden.
Konkret sollen mit der Bundesratsinitiative finanzielle, rechtliche und strukturelle Grundlagen geschaffen werden, damit pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige möglichst bald von digitalen Innovationen profitieren können. So wird der Bund dazu aufgefordert, einheitliche gesetzliche Voraussetzungen für alle Pflegekassen zur Genehmigung und regelhaften Finanzierung für die Nutzerinnen und Nutzer nachweislich wirksamer digitaler altersgerechter Assistenzsystemen (AAL) zu schaffen. Darüber hinaus soll eine Vereinfachung und Standardisierung des Anerkennungsverfahrens für technische Unterstützungsangebote geregelt werden. Notwendig ist es auch, dass Grundlagen für den Auf- und Ausbau der erforderlichen Infrastruktur zur Beratung über die Bereitstellung von anerkannten technischen Lösungen unter Berücksichtigung sich dynamisch verändernder Pflegebedarfe geschaffen werden und dabei der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigt wird.
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 15.05.2020 die Bundesratsinitiative der Länder Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Rheinland-Pfalz beschlossen.
Zentrale Forderungen der Berliner Bundesratsinitiative sind inzwischen im Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz aufgegangen: darunter die explizite Berücksichtigung digitaler Technologien bei der Fortschreibung des Pflegehilfsmittelverzeichnisses gemäß § 78 SGB XI Abs. 2 und der Empfehlungen zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen gemäß § 40 Absatz 4 sowie die verpflichtende Information und Beratung Antragstellender durch den GKV-Spitzenverband.