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Pflegeangebote für spezielle Zielgruppen

Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit oder Behinderung oder aus einer persönlichen Situation heraus einen besonderen Hilfe- und Betreuungsbedarf haben oder deren Angehörige erhalten hier weitere Informationen:

Menschen mit demenziellen Erkrankungen

Eine besondere Herausforderung bedeutet die Pflege von Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen. Für sie gibt es neben den herkömmlichen professionellen Hilfen zusätzlich so genannte niedrigschwellige Betreuungsangebote. Mit dem Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz werden die Angehörigen entlastet, die letztendlich rund um die Uhr beansprucht werden, weil sie die Pflegebedürftigen nicht allein lassen können.

Menschen mit Behinderung

Für die Pflege von Menschen mit einer geistigen oder geistig und mehrfachen Behinderung stehen spezielle Pflegeheime bzw. spezielle Wohngruppen in Pflegeheimen zur Verfügung.

Die Einrichtungen bieten besondere Betreuungsformen, die den lebensgeschichtlichen Kontext der Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend berücksichtigen. So werden vorhandene Kompetenzen der Menschen mit geistiger oder geistig und mehrfacher Behinderung gestärkt und Über- und Unterforderungen vermieden.

Bei Neueinzug werden die Erkenntnisse aus der vorherigen Betreuung sowie ggf. die Aufzeichnungen aus der Pflege- bzw. Betreuungsdokumentation berücksichtigt. Die Menschen mit einer geistigen oder geistig und mehrfachen Behinderung erhalten neben der Pflege und Betreuung auch Unterstützung bei der Kontaktpflege, bei der Förderung des Sozialverhaltens und der Wahrnehmung von Freizeitangeboten. Dabei werden die individuelle Belastbarkeit und die Wünsche des einzelnen Menschen berücksichtigt.

Angehörige werden auf Wunsch - soweit möglich - in die Pflege und Betreuung einbezogen.

Für einen befristeten stationären Aufenthalt stehen Herbergen mit einer rund um die Uhr-Pflege und Betreuung zur Verfügung. Der Aufenthalt ist jedoch in der Regel auf maximal drei Monate begrenzt. Herbergsplätze werden unter anderem in Anspruch genommen, wenn Angehörige vorübergehend die Betreuung nicht sicher stellen können. Lotse Berlin(Externer Link) als zentrale Berliner Beratungs- und Vermittlungsstelle hilft bei der Suche nach einem geeigneten Herbergsplatz.

Pflegebedürftige Kinder und Jugendliche mit einer geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung werden nicht in Pflegeheimen sondern in Einrichtungen der Eingliederungshilfe betreut. Auch hier hilft der Lotse Berlin(Externer Link) als zentrale Berliner Beratungs- und Vermittlungsstelle bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz.

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Psychisch kranke und pflegebedürftige Menschen

Grundsätzlich stehen sämtliche Bausteine des psychiatrischen Versorgungsnetzes eines Bezirks auch älteren Menschen mit einer psychischen Erkrankung offen.

Bei Pflegebedürftigkeit mit einem Anspruch auf Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz(Externer Link) sollte im Einzelfall geprüft werden, welches Hilfsangebot dem individuellen Bedarf am ehesten gerecht wird. Von den Leistungserbringern des Altenhilfesystems können Pflegeleistungen entweder ambulant (Pflegedienste, Kurzzeitpflege) oder stationär (Heime) erbracht werden. Seit der Einführung des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes werden für Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz – das sind demenziell erkrankte, psychisch kranke und geistig behinderte Menschen – zusätzliche Beratungs- und Betreuungsleistungen vorgehalten.

Mit der Änderung der Richtlinien über die Verordnung der Häuslichen Krankenpflege in 2005 können psychisch erkrankte Menschen durch ambulante spezialisierte Pflegedienste mit Leistungen der ambulanten psychiatrischen Krankenpflege versorgt werden. Im Land Berlin sind zur Erbringung dieser spezifischen Leistungen bisher fünf ambulante Pflegedienste als Vertragspartner der AOK Berlin zugelassen. Das breite Spektrum von Beratungsangeboten der Altenhilfe und Psychiatrie steht auch Betroffenen und ihren Angehörigen in Krisensituationen zur Verfügung.

Um diese Hilfen optimal auf die Bedürfnislage des jeweiligen Einzelfalls abzustimmen, wurden in allen Bezirken Geriatrisch-Gerontopsychiatrische Verbünde (Netzwerke) etabliert, die pflegebedürftigen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und ihren Angehörigen unterstützend zur Seite stehen. Ziel dieser verbindlichen Zusammenarbeit ist insbesondere die Vermeidung von wiederholten Klinikaufenthalten oder vorzeitigen Heimaufnahmen der Betroffenen. Die verbindliche Vernetzung dieser Hilfeleistungen ermöglicht z. B. auch eine bessere Überleitung von im Krankenhaus behandelten Menschen in den ambulanten Bereich und die Sicherstellung der Behandlungs-, Pflege- und Versorgungskontinuität eines Betroffenen.

Informationen zu Angeboten für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen erhalten Sie bei den bezirklichen Psychiatriekoordinatorinnen und Psychiatriekoordinatoren und bei der für die Altenhilfeplanung zuständigen Abteilung Sozialwesen jedes Bezirksamtes.

Im Wegweiser "Psychiatrie in Berlin" (6. Auflage, Stand 2010) werden die einzelnen Bausteine des Hilfesystems erklärt. Sie erhalten einen Überblick über Einrichtungen und Dienste zur Behandlung, Betreuung, Pflege und Notfallversorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung.

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Pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund

Viele Jahre herrschte die Auffassung, dass Migrantinnen und Migranten im Alter in ihre Heimatländer zurückkehren würden. Dies hat sich nicht bestätigt. Die meisten älteren Migrantinnen und Migranten werden vielmehr ihren Lebensabend hier verbringen bzw. pendeln. Sie gehören deshalb zu einer der am stärksten anwachsenden Bevölkerungsgruppen in Berlin.

Für sie bedeutet es, sich mit neuen Anpassungssituationen und Rollen auseinanderzusetzen, mit dem Altsein und Altwerden in Berlin zurechtzukommen. Dabei müssen sie nicht nur Verständigungsprobleme überwinden und Informationen über Versicherungsansprüche, Finanzierungsfragen und das Versorgungsangebot erhalten. Sie haben sich unter Umständen auch darauf einzurichten, dass ihr vordringlicher Wunsch, von der eigenen Familie versorgt zu werden, nicht in Erfüllung geht. Spätestens dann müssen sie sich trauen (lernen), Unterstützung und Hilfe von professioneller Seite in Anspruch zu nehmen.

Alle professionellen Akteure im Altenhilfebereich sowie im Gesundheitsbereich sind gefordert, diesen Personenkreis dabei zu unterstützen, noch bestehende Zugangsbarrieren abzubauen und ihre Arbeit kultursensibel auszurichten. Ein kultursensibles Pflegekonzept:

  • beruht auf dem Verständnis anderer Kulturen und Religionen
  • akzeptiert und respektiert Unterschiede
  • hat grundlegende menschliche Gemeinsamkeiten und Gleichwertigkeit im Blick und
  • baut auf bedürfnis- und biografieorientierten Pflegebeziehungen auf

Menschen mit Migrationshintergrund steht wie allen anderen Berlinerinnen und Berlinern das gesamte Angebot (z.B. Pflegedienste, Pflegeheime, Tagespflege, Kurzzeitpflege, Betreuungsangebote) zur Verfügung. Bisher nutzen sie es allerdings nicht in dem Umfang wie es ihrem Bevölkerungsanteil entsprechen würde. Gleichzeitig lädt noch längst nicht jedes Angebot dazu ein. Dies dürfte sich in Zukunft ändern. Mit der Nutzung der Angebote können Migranten/-innen selbst wesentlich dazu beitragen.

Kompetente Informationen, Beratung und Vermittlungshilfen können Migrantinnen und Migranten und ihre Angehörigen erhalten bei
sowie in der Datenbank Hilfelotse Berlin(Externer Link).
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Pflegebedürftige Kinder

Eine nicht unerhebliche Zahl der Pflegebedürftigen in Berlin sind Kinder, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung von Geburt an oder durch im Kindesalter erlittene schwere chronische Erkrankungen pflegebedürftig sind und zu Hause versorgt werden. Vielfach werden sie durch Spezialdienste für Kinder fachpflegerisch betreut. Die häufigsten Diagnosen in der häuslichen Kinderkrankenpflege sind akute und chronische Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, mehrfache Behinderungen, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Frühgeburtlichkeit. Die Kinder haben vielfach einen komplexen und spezifischen Unterstützungsbedarf. Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung ist dabei oftmals mit Problemen und hohen Anforderungen verbunden. Den pflegenden Eltern, insbesondere Müttern, obliegt häufig die Verantwortung für Entscheidung, Durchführung und Überwachung der erforderlichen Therapien. Im Rahmen der so genannten Rückzugspflege werden sie von Fachpflegediensten angeleitet, um selbst verantwortlich und sicher fachpflegerische Aufgaben bei ihrem Kind zu übernehmen, z.B. Medikamentengaben, Abklopfmassagen, Verabreichen von Salben oder Wechseln von Verbänden. Mit der Pflege eines behinderten oder schwerkranken Kindes sind vielfach hohe zeitliche, körperliche und seelische Beanspruchungen verbunden. Diese führen gegebenenfalls dazu, dass eigene Vorstellungen in Beruf, Freizeitgestaltung, Partnerschaft und sozialen Beziehungen nicht oder nur eingeschränkt realisiert werden können.

Betroffene Eltern finden fachpflegerische Unterstützung zur Versorgung chronisch kranker oder behinderter Kinder insbesondere bei:

Kleine Strolche Kinder- Intensivpflegedienst(Externer Link)
Lefèvrestraße 20
12161 Berlin
Telefon 030 / 79785919
Fax 030 / 79789269
E-Mail

Gesundheitspflege Helle-Mitte GmbH(Externer Link)
Döbelner Straße 4a
12627 Berlin
Telefon 030 / 9928960
Fax 030 / 99289696
E-Mail

Kinderintensivpflegedienst Gänseblümchen(Externer Link)
Finowstr. 39
10247 Berlin
Telefon 030 / 29351073
Fax 030 / 29351074
E-Mail

Für weitere Informationen (auch zu sonstigen Angeboten), Beratung oder Vermittlungshilfen können Sie sich zudem wenden an

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Schwerstkranke, sterbende Menschen

Unterstützungsangebote zu diesem sensiblen Thema insbesondere für Palliativpatienten und deren Angehörige.

Kontakt

Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
- Pflegeportal des Landes Berlin -
Oranienstr. 106
10969 Berlin

Kontakt

Weiterführende Links

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Bundesministerium für Gesundheit(Externer Link)

LAGeSo (Heimaufsicht)

Pflegefall, was tun?(Externer Link) Broschüre der Verbraucherzentrale

FAQ

Vertragsangelegenheiten nach SGB XI und SGB XII