Resilienzkonzept für die Berliner Wirtschaft: Bedrohungsszenarien erkennen, Krisenvorsorge treffen und gemeinsam Resilienz stärken
Pressemitteilung vom 10.08.2026
Stromausfälle, Cyberangriffe, Extremwetter, Sabotage oder Störungen kritischer Infrastrukturen und Lieferketten können Unternehmen in ihrer Arbeit erheblich beeinträchtigen. Bei fehlender Vorsorge kommt die Arbeit in den Büros, Produktionsstätten und Ladengeschäften teilweise zum Erliegen, Kühlketten können unterbrochen oder die Unternehmenssicherheit gefährdet werden. Die Folgekosten sind enorm.
Viele Unternehmen haben diese Szenarien für sich bereits analysiert, verfügen allerdings noch über keine klaren Notfallpläne. Zudem wünschen sie sich mehr Transparenz über das vorhandene Informations- und Beratungsangebot. Auf Basis dessen haben sich die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerksammer Berlin (HWK), die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) und die Berliner Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie (BPWT) in einer gemeinsamen Initiative zusammengeschlossen, um den Unternehmen auf diesem Weg als Partner und Erstanlaufstellen zum Thema Betriebliche Resilienz zur Verfügung zu stehen. Die entstandene Übersicht fasst die vorhandenen Informationen zusammen und verweist auf zahlreiche bestehende Beratungs , Unterstützungs- und Schulungsangebote im Land Berlin. Ziel ist es, Berlin krisenfester zu machen und Berliner Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisenfällen zu erhöhen.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Wir als Hauptstadt müssen uns für Angriffe und Beschädigungen unserer kritischen Infrastruktur krisenfest aufstellen. Das gilt auch für unsere Unternehmen. Denn die schweren Anschläge auf unser Stromnetz im letzten und in diesem Jahr haben gezeigt: Betriebliche Resilienz in Krisenzeiten muss heute ein zentraler Bestandteil unternehmerischer Verantwortung sein. Unsere Unternehmen wollen vorsorgen, brauchen dafür aber klare Orientierung. Die richtigen Ansprechpartner und Unterstützungsorganisationen zu kennen, macht den Unterschied. Es gibt bereits viele sinnvolle Angebote und Maßnahmen, die Unternehmen nutzen und ergreifen können. Wir wollen sie bekannter machen und mit dem Resilienz-Engagement vieler Unternehmen unseren Wirtschaftsstandort insgesamt stärker und robuster machen.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer Berlin: „Resilienz entsteht durch frühzeitige und sorgfältige Vorbereitung auf potenzielle Krisenszenarien. Gerade in einer Zeit wachsender Unsicherheit und vielfältiger Herausforderungen brauchen Unternehmen dabei verlässliche Ansprechpartner, Beratung und Zugang zu relevanten Informationen. Die neue Broschüre der Senatsverwaltung für Wirtschaft ist ein guter erster Schritt, um bestehende Angebote sichtbar zu machen. Darauf müssen wir aufbauen! Als IHK Berlin leisten wir unseren Beitrag, damit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen besser vorbereitet sind und im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Mit ‚Berliner Wirtschaft hilft‘ schaffen wir eine Plattform, über die sich Unternehmen in Krisen gegenseitig unterstützen können.“
Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Resilienzmanagement ist heute ein wichtiger Teil guter Unternehmensführung. Als Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg bieten wir den Unternehmen mit unserem KI-basierten ‚UVB-Chatbot für Sicherheit und Resilienz‘ kuratierte Informationen zu Energie- und Cybersicherheit, Wirtschaftsschutz und Lieferkettenstabilität. Unternehmen können den Chatbot als digitalen Erstberater nutzen, um sich schnell und fundiert auf Sicherheits- und Krisenherausforderungen vorzubereiten. So tragen wir dazu bei, dass die Wirtschaft der Hauptstadtregion auch im Ernstfall handlungsfähig bleibt.“
Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Resilienz im Handwerk ist kein abstraktes Thema. Stromausfälle, Cyberangriffe oder der Ausfall kritischer Infrastruktur können ganze Stadteile und damit auch Handwerksbetriebe binnen kürzester Zeit lahmlegen. Die Ereignisse im Januar haben gezeigt, wie schnell solche Lagen entstehen können. Umso wichtiger ist die Vorsorge. Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur den eigenen Betrieb, sondern auch die Versorgungssicherheit Berlins.“
Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie: „Als Wirtschaftsförderung sind wir uns der dynamischen Veränderungen unserer Zeit und der damit verbundenen wachsenden Unsicherheiten sehr bewusst. Mit unseren umfassenden Unternehmens-Services, dem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Transformation sowie einer starken europäischen Vernetzung sind wir jedoch bestens aufgestellt, um Berliner Unternehmen gemeinsam mit unseren Partnern auch in herausfordernden Zeiten wirksam zu unterstützen.”
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