Innovationserhebung Berlin 2025: Erstmals detaillierte Daten zur KI-Nutzung in der Berliner Wirtschaft
Pressemitteilung vom 10.06.2026
Knapp die Hälfte der Berliner Unternehmen aus der Industrie und den wissensintensiven Dienstleistungen, zum Beispiel aus dem Bereich Telekommunikation, Finanzwirtschaft oder Software und Datenverarbeitung, setzt Künstliche Intelligenz (KI) bereits in Produkten oder Prozessen ein – und liegt damit deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Das zeigt die Innovationserhebung Berlin 2025 der Technologiestiftung Berlin, die auf Angaben von rund 1.440 Unternehmen für das Jahr 2024 basiert und erstmals einen systematischen Einblick in die KI-Nutzung der Berliner Wirtschaft gibt.
KI wird branchenübergreifend in nahezu allen Unternehmensbereichen eingesetzt: Sprachverstehen und Textgenerierung sind mit Abstand die meistgenutzten Verfahren, gefolgt von Bildverarbeitung, maschinellem Lernen zur Datenanalyse, autonomen Systemen und Expertensystemen. Bei der eingesetzten KI handelt es sich überwiegend um Lösungen von Drittanbietern. Die zunehmend eigenständige Nutzung durch Beschäftigte schafft neue Anforderungen an Organisation und Regulierung – und damit auch Potenzial für externe Beratungsdienstleistungen. Der überwiegende Anteil (70–80 %) der KI-nutzenden Unternehmen hat KI erst nach 2021 eingeführt.
Berlin liegt bei der Nutzung von KI in allen erfassten Verfahren und Anwendungsgebieten moderat bis deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Besonders ausgeprägt ist dies dort, wo KI das Produkt selbst oder Bestandteil davon ist – ein Befund, der angesichts der starken Berliner Software- und Datenverarbeitungsbranche wenig überrascht. Zugleich beschränkt sich die KI-Nutzung nicht auf einzelne Sektoren, sondern erstreckt sich auf nahezu alle Branchen.
Neben der KI-Nutzung beleuchtet die Studie auch das klassische Innovationsgeschehen. Hier ist die Berliner Wirtschaft robust aufgestellt: Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Unternehmen stiegen 2024 von 3,6 auf 3,7 Milliarden Euro. Die Innovationsausgaben gingen leicht zurück, von 6,2 Milliarden Euro (2023) auf 6,1 Milliarden Euro. Berlin zeichnet sich zudem durch einen ausgewogenen Branchenmix aus: Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Pharmaindustrie sowie Software und Datenverarbeitung tragen vergleichbare Anteile zur Industrieforschung bei, was eine höhere wirtschaftliche Resilienz bedeutet als im übrigen Bundesgebiet.
Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Wir wollen Berlin zum Innovationsstandort Nummer eins in Europa machen. Die Innovationserhebung der Technologiestiftung zeigt schon jetzt Berlins Vorreiterrolle im Bereich der KI-Anwendung und -Entwicklung, und auch das damit verbundene Innovationspotenzial. Durch die Studie erhalten wir wertvolle Daten, die wir nicht nur bei der Ausrichtung unserer Förder- und Unterstützungsmaßnahmen nutzen, sondern die auch beispielsweise bei der Erstellung unserer Deep Tech Berlin Agenda direkt mit eingeflossen sind. All das gibt uns eine gute Grundlage für ein weiterhin überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in Berlin.“
Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin: „Die Daten der Innovationserhebung 2025 belegen: Berlin verfügt über ein innovationsstarkes, vielfältiges und zunehmend KI-geprägtes Wirtschaftsökosystem, dessen Potenziale durch geeignete politische und organisatorische Rahmenbedingungen weiter gestärkt werden können. Unser Report liefert dafür eine wertvolle Orientierung.“
Die Innovationserhebung der Technologiestiftung Berlin steht seit 2013 dafür, kontinuierlich fundierte und vergleichbare Einblicke in das Innovationsgeschehen am Standort zu liefern. Die aktuelle Innovationserhebung Berlin 2025 steht als Report frei zum Download zur Verfügung und wird unter innovationsdaten.ts.berlin auch als interaktive Online-Visualisierung aufbereitet. Die zugrundeliegenden Datensätze können ebenfalls heruntergeladen werden.
Über die Technologiestiftung Berlin
Die Technologiestiftung Berlin ist eine unabhängige und gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. An der Schnittstelle von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung engagieren wir uns für innovative Stadtentwicklung und fördern die Entwicklung Berlins zu einem bedeutenden Technologiestandort. Die Stiftung organisiert Workshops und Veranstaltungen, entwickelt Werkzeuge, um den digitalen Wandel der Hauptstadt zu gestalten, und veröffentlicht regelmäßig Analysen und Reports. Mit diesen stellen wir sicher, dass neueste technologische Entwicklungen und Innovationstreiber frühzeitig identifiziert und für den Transformationsprozess genutzt werden.
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