„Ohne Industrie läuft’s nicht“: Die MPI Konferenz 2025
Pressemitteilung vom 09.12.2025
Berlin, 8. Dezember 2025 – „Berlin ist eine wissensintensive Stadt“, erklärte Prof. Dr. Michael Hüther, Chefökonom am Institut der deutschen Wirtschaft auf der diesjährigen Konferenz des Masterplans Industriestadt Berlin im Technologiepark Adlershof. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik diskutierten zentrale Fragen zur Transformation industrieller Wertschöpfung in der Metropole – von Hochtechnologie und Mittelstand bis hin zu Energie- und Raumfahrttechnologien. Er verwies darauf, dass die Hauptstadt mit 9,7 Prozent Beschäftigten in technologie- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen wie Halbleitertechnologie, Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt bundesweit an der Spitze liegt – ein struktureller Vorteil, der zunehmend über industrielle Wettbewerbsfähigkeit entscheidet. Auch bei wissensintensiven Dienstleistungsgründungen führt Berlin mit 7,7 Prozent deutlich vor anderen Regionen.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstrich, wie wichtig es entsprechend sei, dass Berlin seine Startups stärker bindet und die Ausgründungspotenziale der Universitäten gezielt hebt: „Wir müssen die Innovationen hier fördern und wir sorgen dafür, dass die Unternehmen auch hier wachsen können und die Unterstützung bekommen, damit sie nicht abwandern, sondern in Berlin bleiben.“
Es sind Unternehmen wie die Berlin Space Technologies GmbH (BST), die sich auf die serielle Fertigung kleiner Satellitensysteme spezialisiert hat und inzwischen zu den führenden Unternehmen im New-Space-Sektor gehört. Das Unternehmen wurde 2010 von drei Alumni der TU Berlin gegründet. Einer von ihnen, Tom Segert, erläuterte auf der Konferenz,
wie aus einer universitären Idee ein Hightech-Betrieb wurde, der heute komplexe Satellitentechnologie entwickelt und produziert – ein Beispiel dafür, welches Potenzial in Berliner Ausgründungen steckt und warum es sich lohnt, sie am Standort zu halten.
Die Konferenz fand im „ST3AM im Technologiepark Adlershof statt. Fünf Zonen – darunter ein Coworking-Flächen sowie ein Maker Space – zeigen dort, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussehen kann. „In Adlershof sieht man, welche Kraft in Gründungen liegt“, erklärte Roland Sillmann, Geschäftsführer der Wista Management GmbH, die hinter „ST3AM“ steht. „Viele Unternehmen, die heute industrielle Betriebe sind, sind in den letzten 20 Jahren aus Wissenschaftseinrichtungen heraus entstanden.“ Adlershof zeige, wie Industrie für die Zukunft gedacht werden müsse, um weiterhin weltweit wettbewerbsfähig zu sein: „Wir werden Industrieprozesse und Produkte brauchen, die auf Hochtechnologie und Wissen basieren und dafür ist Adlershof ideal – hier gibt es viele Firmen, die in diesem Bereich aktiv sind.“
Einblicke in Unternehmenspraxis gab unter anderem auch Markus Matthes (ASML Berlin GmbH), der zeigte, wie eng in Berlin Hochtechnologie, wachsende Produktionskapazitäten und Forschung verzahnt sind – und warum der Standort mit seinem großen Talentpool und der Nähe zu Hochschulen und Start-ups für ASML ein strategischer Fertigungs- und Entwicklungsort ist. Fabian Ahlberg (Ahlberg Metalltechnik GmbH) zeichnete den aktuellen Generationenwechsel in seinem Unternehmen nach und beschrieb die Entwicklung der Firmengruppe vom klassischen Automobilzulieferer zu einem diversifizierten metalltechnischen Betrieb mit starken Wurzeln im Berliner Produktionsökosystem. Nadja Hädrich (Siemens Energy AG) umriss die Bedeutung des Berliner Werks von Siemens Energy, das seit über 120 Jahren zu den zentralen Produktionsstandorten für Energie- und Turbinentechnologien des Unternehmens zählt – mit heute rund 3.000 Beschäftigten. Alle präsentierenden Unternehmen unterstrichen ihr Bekenntnis zur Berliner Industriestadt und machten deutlich, dass sie am Standort auch in Zukunft bleiben und investieren.
In einer Ausstellung wurden außerdem Unterstützungsangebote für die Berliner Industrie vorgestellt: Die Berliner Industriekampagne, die Nachfolgezentrale Berlin, die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK), HU Innovation Labs und der Technologiepark Adlershof.
Über den Masterplan Industriestadt Berlin (MPI)
Der Masterplan Industriestadt Berlin 2022–2026 bündelt die strategischen Initiativen des Landes Berlin zur Stärkung der Industrie. Er begleitet Unternehmen in den zentralen Transformationsfeldern Digitalisierung, nachhaltige Produktion und moderne Arbeitswelten und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Berlin.
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Pressestelle
Pressesprecherin und stellvertretende Sprecherin des Senats
Telefon: (030) 9013-8112
Pressesprecherin
Telefon: (030) 9013-8627