Coronavirus (COVID-19) – Informationen und Unterstützung für Unternehmen in Berlin

Inhaltsspalte

Neustart für Geflüchtete: Arbeitsmarktmigration durch Selbstständigkeit

Pressemitteilung vom 09.10.2020

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe fördert mit dem Projekt neustart den Unternehmergeist vieler Neuberliner:innen

Eine Existenzgründung kann für Geflüchtete aufgrund eigener Vorkenntnisse oder Lebenserfahrungen eine gute Möglichkeit sein, um das Leben wieder selbst zu gestalten und neuen Mut zu fassen. Um dies zu unterstützen, fördert die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit dem Projekt neustart -integrativ interkulturell kooperativ die Unternehmensgründung Geflüchteter durch umfangreiche Beratung und Qualifizierung. Das Projekt baut auf den Erfahrungen der LOK.a.Motion GmbH auf, die vier Jahre lang mit Unterstützung der Berliner Wirtschaft im Rahmen der IHK Bildungsprojekte erfolgreich potenzielle Gründerinnen und Gründer mit Fluchthintergrund unterstützt hat. Über 80 % von ihnen brachten bereits eigene unternehmerische Erfahrungen mit und konnten diese nun nutzen, um sich eine neue Existenz aufzubauen.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop: „Die guten Erfahrungen, vielfältigen Impulse und die besonderen Herausforderungen, vor denen Gründerinnen und Gründer aus anderen Kulturkreisen stehen, waren für uns Anlass, mit neustart ein eigenes Programm aufzulegen. Für die Berliner Gründungslandschaft stellen diese Gründungen eine kulturelle und innovative Ergänzung dar. Zudem sind sie ein wichtiger integrationspolitischer Beitrag und bedeutender Schritt zur Unabhängigkeit.“

Zu den Herausforderungen zählen die Anstrengungen zur Bewältigung der Sprach- und damit Verständnisprobleme genauso wie fehlende Kenntnisse des Wirtschaftssystems und nicht zuletzt die Notwendigkeit, sich mit den formalen Anforderungen zur Führung eines Unternehmens in Deutschland zu befassen.

„Mit Begeisterung haben wir die hohe Motivation wahrgenommen, schnell auf den eigenen Füßen stehen zu wollen, um nicht vom Staat abhängig sein zu müssen“, so Maria Kiczka-Halit, Geschäftsführerin der LOK.a.Motion GmbH. 130 Geflüchtete haben im Rahmen dieses Projektes ihr Gewerbe angemeldet. Sie führen kleine inhabergeführte Unternehmen oder arbeiten als Freiberufler:in; andere konnten expandieren und haben Mitarbeiter:innen eingestellt, andere machen es wie in ihrer Heimat, haben eine Angestelltentätigkeit und sind zeitgleich unternehmerisch tätig.

Das ganzheitliche Angebot von neustart umfasst dabei eine individuelle Beratung. Mit Hilfe von Coaching und Workshops wird das Gründungs-Know-how vermittelt und können konkrete Hilfestellungen durch den bürokratischen Dschungel geleistet werden. Ferner ist die Vernetzung und Kooperation mit Akteuren der Aufnahmegesellschaft sowie mit Bestandsunternehmen geplant, um neue Kooperations- oder Beteiligungsformen aufzubauen.
Erprobt werden soll auch das Modell eines Gründungsinkubators: In der Aufbauphase sind die potenziellen Gründer*innen als „angestellte Unternehmer:innen“ angestellt und sozialversichert. Entlastet von bürokratischen Hürden können sie so gleichzeitig ihr Business eigenständig führen.

Weitere Information erteilt Ihnen gerne:
LOK.a.Motion GmbH
Maria Kiczka-Halit
(030) 29779736 / 017623791637
neustart@lok-berlin.de