Fraenkelufer

Fraenkelufer

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden am Fraenkelufer Häuser mit architektonisch interessanten Fassaden gebaut: Elemente des Jugendstils, des Expressionismus und der Moderne wurden spielerisch verknüpft.

Das Jahr 1979 bedeutete einen Umbruch in der (west-)deutschen Architekturgeschichte. Anläßlich der Konstituierung der Internationalen Bauausstellung (IBA) wurde nicht nur die Postmoderne eingeläutet, sondern auch ein Paradigmenwechsel - weg von der Kahlschlagsanierung, hin zur behutsamen Stadterneuerung - vollzogen. Ziel war es, "die Innenstadt als Wohnort" zurückzugewinnen.

Fraenkelufer - Sanierungsgebiet nach dem Krieg

Anders als beim Vorläufer 1957 wurden unter dem Dach der IBA 1987 verschiedene Einzelprojekte in Kreuzberg, Tiergarten und Tegel zusammengefaßt. Ein relativ kleines, aber vielbeachtetes Projekt bildete die Lückenschließung eines Baublocks am Fraenkelufer in Kreuzberg, in einem Stadtgebiet, das weniger unter den Kriegsschäden als vielmehr unter den Nachkriegsplanungen zu leiden hatte.
Es liegt im Schatten eines der berüchtigtsten Sanierungsgebiete Berlins, der Hochhausbebauung am Kottbusser Tor, genannt "Neues Kreuzberger Zentrum". Die Altbauten am Fraenkelufer blieben erhalten, zwei Baulücken wurden mit "Torhäusern" geschlossen. Sie führen ins Blockinnere, wo an der gegenüberliegenden Brandmauer ein weiterer Baublock entstand.

Fassaden am Fraenkelufer

Die Entwürfe stammen vom Ehepaar Hinrich und Inken Baller, das eine ganz eigene, unverwechselbare Handschrift entwickelt hat. Ihre Fassaden zeichnen sich durch ausschwingende Linien in Balkonen, Traufen und Dachgauben aus. Elemente des Jugendstils, des Expressionismus und der Moderne werden spielerisch verarbeitet, ohne aber in aufgesetzte Beliebigkeit zu verfallen.

Informationen

Adresse
Fraenkelufer 8
10999 Berlin
Architekt
H. Baller, I. Baller
Stil
Postmoderne
Buch
Jaron Verlag

Nahverkehr

U-Bahn
Siegessäule
© dpa

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| Aktualisierung: 6. Juni 2016