Sophienkirche

Sophienkirche

Die Sophienkirche entstand als Pfarrkirche in der Spandauer Vorstadt. Ihr Turm ist der einzige erhaltene barocke Kirchturm Berlins.

Evangelische Sophienkirche Berlin

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Evangelische Sophienkirche Berlin

Unter dem Einfluss des Pietismus, der im Endeffekt eine Versöhnung zwischen Lutheranern und Reformierten anstrebte und im Kirchenbau größte Schlichtheit forderte, entstanden in der Regierungszeit Friedrichs III. / I. zahlreiche auffallend schlichtgehaltene Kirchen. Nur vier von ihnen blieben erhalten, keine allerdings in originaler Form: die Französische und die Deutsche Kirche am Gendarmenmarkt, die Parochialkirche als Ruine und die Sophienkirche.

Architekten der Sophienkirche

Die meisten Kirchen baute Martin Grünberg, der nach dem Tod Johann Arnold Nerings dessen Projekte als Hofbaumeister übernommen, aber bald wieder an die talentierteren Kollegen Schlüter und Eosander abgegeben hatte, um sich fortan fast nur noch auf Kirchenbauten zu beschränken.

Sophienkirche in der Sophienstadt

Die Sophienkirche entstand als Pfarrkirche der sich seit Ende des 17. Jahrhundert unregelmäßig entwickelnden Spandauer Vorstadt. Deren Bewohner wandten sich 1711 an Königin Sophie Luise, die dritte Frau Friedrichs I., die ein Jahr später eine ausreichende Summe für den Bau eines Gotteshauses stiftete. Nach dem Willen des Königs, der die Stiftung genehmigen musste, sollte die Vorstadt den Namen "Sophienstadt" erhalten, doch dazu kam es nicht. Noch 1712 verfiel Sophie Luise in Depressionen, ihr Stiefsohn Friedrich Wilhelm schob sie nach seiner Regierungsübernahme 1713 in ihre Heimat Mecklenburg ab. Gegen den Willen des neuen Königs prägte der Volksmund den Namen Sophienkirche.

Innarchitektur der Sophienkirche

Die Kirche erhielt eine anspruchslose Rechteckform von sieben mal drei Achsen. Kanzel, Altar und Taufe waren zentral vor der Mitte der Südwand aufgebaut. Zweigeschossige Holzemporen umliefen den ganzen Raum. 1833 wurde der Altar vor die Ostwand verlegt, 1891/92 die Kirche grundlegend umgebaut: Man fügte eine Apsis an, erhöhte die Decke und überzog den gesamten Innenraum mit neobarocken Zierformen. Außen erhielt die Ostseite einen aufwendigen Schweifgiebel.

Turm der Sophienkirche

Der hohe, reichgegliederte Turm entstand 1732 auf Veranlassung und Finanzierung König Friedrich Wilhelms. Als Vorbild nahm Baumeister Johann Friedrich Grael den eingestürzten Schlüter’schen Münzturm des Stadtschlosses. Denn obwohl der König wenig Sinn für repräsentativen Pomp hatte, förderte er doch den Ausbau seiner Residenz und mit Vorliebe den Bau von hohen und prächtigen Kirchtürmen, von denen der Sophienturm als Einziger erhalten blieb.
Erst seit 1903–05 erfolgt der Zugang zur Sophienkirche von Westen durch ein repräsentatives Ensemble von neobarocken Wohnhäusern.

Informationen

Adresse
Große Hamburger Straße 29-30
10115 Berlin
Internetadresse
www.gemeinde-am-weinberg.de
Führungen
nach Vereinbarung
Telefon
030 / 308 79 20
Architekt
Martin Grünberg, Johann Friedrich Grael, F. Schulze, A. Heyden, K. Bernd

Nahverkehr

Bus
Tram
Siegessäule
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| Aktualisierung: 8. November 2017