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Religion & Glauben
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Die Parochialkirche in der Nähe des Roten Rathauses war die erste Kirche im reformierten Berlin. Der monumentale Innenraum wird als Gotteshaus, für Kunstaktionen oder Theateraufführungen genutzt.
Die Parochialkirche in Berlin-Mitte gehört zu den ersten Kirchen, die nach der Reformation in Berlin gebaut wurden. Nach der Erlaubnis von Friedrich III., eine vom Hof unabhängige Kirche zu bauen, fand die feierliche Grundsteinlegung am 15. August 1695 statt. Kurz nach Beginn der Bauarbeiten verstarb der Baumeister und Oberbaudirektor Johann Arnold Nering. Landbaumeister Martin Grünberg setzte dessen Arbeit fort.
Für die Parochialkirche hatte Nehring eine quadratische Grundform gewählt. An das Quadrat sollten sich vier halbrunde Apsiden anschließen. Nach Nehrings Tod und dem Einsturz eines Gewölbes vereinfachte Grünberg den Bauplan. In den Jahren 1713/14 entstand ein hoher Turm nach einem Entwurf Jean de Bodts. Die Parochialkirche wurde am 8. Juli 1703 eingeweiht, obwohl sie noch nicht ganz fertig war. Endgültig fertiggestellt war sie erst 11 Jahre später.
Besonders beliebt war die Kirche wegen ihres Glockenspiels. Es war das einzige Berlins und wurden von einem Glocknisten bedient. Bis zum Krieg war das Läuten eine beliebte Attraktion für Touristen.
Im Mai 1944 wurde die Parochialkirche durch Brandbomben stark beschädigt. Der Turm fiel in das Kirchenschiff. Das Inventar, darunter die kostbaren Glocken, verbrannte. Nur zwei kleine Glocken des Glockenspiels blieben erhalten. Sie läuten heute zu Gottesdiensten.
Zwischen 1987 bis 2003 wurde die Kirche umfassend saniert. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Turm wurde 2016 wieder aufgebaut. Auch ein neues Glockenspiel wurde eingebaut, das mehrmals täglich zu hören ist. Der sanierte Kirchhof und die Gruft unter der Kirche gehören heute zu den wichtigsten Zeugnissen sepulkraler Kultur in Berlin. Neben Gottesdiensten wird die Parochialkirche für Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte genutzt.
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