Liebe Aurora und Johanna, lieber Holger und Lukas, Ihr seid ehrenamtlich als Vorständ*innen für den Kiezraum-Verein aktiv. Was macht der Kiezraum-Verein und was sind seine Ziele?
Lukas: Für mich ist der Kiezraum vor allem ein selbstverwalteter Ort, an dem sehr unterschiedliche Menschen, Initiativen und Ideen zusammenkommen können. Wir schaffen Raum für Nachbarschaft, Kultur, politische Bildung und ehrenamtliches Engagement und versuchen, Gemeinwohl, Gemeinschaft und Diversität im Kiez nicht nur zu benennen, sondern im Alltag tatsächlich zu leben. Besonders wichtig finde ich dabei, dass Menschen hier nicht einfach ein Angebot nutzen, sondern eingeladen sind, selbst mitzugestalten. Genau diese Offenheit und das gemeinsame Machen machen den Kiezraum für mich aus.
Aurora: Der Kiezraum ist für mich eine gemeinschaftlich getragene Infrastruktur – ein nicht-kommerzieller Ort, den viele Menschen und Initiativen gemeinsam mit Leben füllen. Und er ist ein historisch besonderer Ort: Das Dragonerareal hat eine bewegte Geschichte, und mit dem Kiezraum schreiben wir diese Geschichte gewissermaßen gemeinsam weiter. Für mich geht es deshalb nicht nur darum, Räume zur Verfügung zu stellen, sondern darum, einen Ort zu schaffen, an dem Nachbarschaft, Teilhabe und gemeinsames Gestalten langfristig möglich sind.
Holger: Der Kiezraum-Verein ist – auch im Sinne unserer Satzung – eine dynamische (insbesondere räumliche) Ermöglichungsplattform für vielfältige Gemeinwohlbedarfe und Gemeinschaft im Sinne einer (teilweise auch dezentralen) Selbstverwaltung. Und dies in einem weit gefassten Spektrum und großer Vielfalt von politischen Diskussionen und Diskursen über vielfältige kulturelle Angebote und Beiträge bis hin zum entspannten miteinander Feiern, Kennenlernen und Genießen. Für solche produktiven Strukturen gibt es im öffentlichen Raum und barrierearm immer weniger Möglichkeiten – dies ist leider auch teilweise politisch gewollt bzw. wird durch immer komplexere Bedingungen erschwert bis verhindert.