Newsletter zur Unterstützung der Bedarfs- und Vergabestellen, Nr. 4

Oktober 2025

Neue Hilfsmittel zur umweltfreundlichen Beschaffung elektrischer Geräte

Wie lassen sich Elektrogeräte in der öffentlichen Verwaltung möglichst umweltfreundlich und wirtschaftlich beschaffen? Im Auftrag der Berliner Senatsumweltverwaltung wurden aktuelle Hilfsmittel für die öffentliche Beschaffung elektrisch betriebener Produkte erarbeitet. So stehen Bedarfs- und Vergabestellen nun wieder aktuelle, praxisgerechte Tools zur Verfügung, um große wie kleine Elektrogeräte künftig nachhaltiger und zugleich kosteneffizient einzukaufen. Um öffentliche Aufgaben kostengünstiger erfüllen zu können, müssen bei der Beschaffung neben den reinen Anschaffungskosten auch die Energiekosten beim Betrieb von Geräten berücksichtigt werden. Neben Mindestvorgaben an die Energieeffizienz können hierzu auch die Betriebskosten im Rahmen einer Lebenszykluskostenrechnung herangezogen werden. Mit einem neuen, kostenfrei online verfügbaren Tool kann dies konkret und einfach in den Verfahren umgesetzt werden.

Wohnen und Arbeiten in der Torfremise Schechen – hier: Holzbau, Verbindung zwischen Bestand und Ergänzung

Nachbericht zum 10. Fachdialog "Nachhaltiges Bauen – zirkulär und mit Holz"

Die diesjährige, zehnte ‘Jubiläumsausgabe’ der Berliner Fachdialogreihe zum nachhaltigen Bauen am 8. Oktober 2025 war mit über 150 Teilnehmenden vor Ort und über 100 weiteren Teilnehmenden im Videostream ein voller Erfolg. Die Kooperationspartner Senatsverwaltung für Umwelt, Architektenkammer Berlin und Landesbeirat Holz Berlin Brandenburg freuen sich über das ungebrochen enorme Interesse aus den Bereichen Architektur, Planung, Bauherrschaft sowie von Vertreterinnen und Vertretern von Land, Bund, Wissenschaft und Wirtschaft. Dies zeigt einmal mehr, wie relevant und zukunftsweisend die Themen Zirkularität und Holzbau für das nachhaltige Bauen sind. Beide Ansätze wurden ausführlich in ihrer Rolle als unverzichtbare Bausteine für Ressourcen- und Klimaschonung sowie nachhaltige Wertschöpfung vor Ort diskutiert.

Für die Wiederverwendung bereitgestellte Bauteile im Rahmen der Bauteilauktion

Facheinschätzungen bei der Suche nach einem geeigneten Bauprodukt für den ersten regionalen Materialkreislauf gesucht

Stellen Sie sich vor, gebrauchte und aufbereitete Bauprodukte könnten wie im Baumarkt eingekauft oder über regionale Dienstleister bestellt werden. Verschiedene regionale Unternehmen würden Bauprodukte aus ihren Rückbauprozessen bereitstellen und zur Aufbereitung zentral an Unternehmen vermitteln. Per Ausschreibung rufen die Unternehmen die regional aufbereiteten Bauprodukte wieder ab. Mit dieser Idee möchte die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ein Materialangebot und einen Marktbedarf für aufbereitete Bauprodukte anregen. Sie plant, diesen Prozess mit einem Bauprodukt zu testen und holt die Einschätzung von Fachleuten aus der Praxis ein:

  • Welches Bauprodukt ist für die Erprobung eines regionalen Materialkreislaufs besonders gut geeignet?
  • Welche wiederverwendbaren Bauprodukte bzw. aufbereiteten Re-Use Bauprodukte können Sie sich vorstellen, in ihrem Unternehmen einzubauen?

Bitte schicken Sie Ihre Antworten mit Betreff „Regionaler Materialkreislauf“ an Susanne.Klinger@bim-berlin.de.

Über die Bauteilauktion der BIM können bereits heute Bauprodukte für den Wiedereinsatz gefunden werden:
Gartenhecke schneiden

Neue Hilfsmittel zur umweltfreundlichen Beschaffung von Geräten zur Grün- und Gartenpflege

Für die Pflege der Berliner Grünflächen, Gartenanlagen sowie Sportanlagen arbeiten die zuständigen Ämter vorrangig mit handgeführten Gartengeräten, wie beispielsweise Laubbläsern, Motorsägen oder Rasenmähern. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) hat dazu in einem mehrjährigen Prozess gemeinsam mit den zuständigen Ämtern, Unternehmen und weiteren Fachleuten Kriterien für eine möglichst umweltfreundliche Beschaffung erarbeitet. Das neue Themendossier „Akkubetriebene Geräte für die Grünflächenpflege, Gartenbau, Forsten“ zeigt auf, wie besonders abgas- und lärmarme Geräte öffentlich beschafft werden können.

Rückenansicht von Feuerwehrmännern in Einsatzkleidung

Neue Hilfsmittel zur umweltfreundlichen Beschaffung von Textilien und Berufsbekleidung

Textilien verursachen entlang ihres gesamten Lebenszyklus erhebliche Umweltbelastungen. Vor diesem Hintergrund hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) eine Reihe von Fachdialogen und Pilotprojekten durchgeführt, um den öffentlichen Einkauf bei der Beschaffung möglichst zirkulärer, umweltfreundlicher Produkte zu unterstützen. Die von der EU beschlossene Herstellerverantwortung für Textilien wird die Marktchancen von Geschäftsmodellen der textilen Kreislaufwirtschaft verbessern, so dass das Marktangebot nachhaltiger Produkte steigt. Das neue, mit der Hilfe von Berliner Bedarfsstellen und Unternehmen der Branche entwickelte Themendossier „Textilien und Berufsbekleidung nachhaltig beschaffen“ setzt genau hier an und zeigt mit einem alternativen Ansatz auf, wie besonders nachhaltige Produkte über das Zuschlagssystem begünstigt werden können.

Strategieprozess zur Kreislaufwirtschaft in Berlin beginnt

Berlin geht einen weiteren großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und plant den Übergang zur Kreislaufstadt. Zentrale Themen werden dabei die zirkuläre Transformation der Berliner Wirtschaft und ganzer Wertschöpfungsketten (z. B. Gebäude) sowie ressourcenschonender Konsum sein. Es wird auch diskutiert, ob und ggf. wie das Handlungsfeld der nachhaltigen Beschaffung noch stärker als bisher zur Kreislaufwirtschaft in Berlin beitragen kann.
Um prioritäre Handlungsfelder und die künftige Umsetzung festzulegen, startet nun ein Dialogprozess zur Erarbeitung einer Kreislaufwirtschaftsstrategie. Diese wird das bisherige Berliner Abfallwirtschaftskonzept ergänzen.
Im Strategieprozess arbeitet die Senatsumweltverwaltung mit der Berliner Zero Waste Agentur und weiteren externen Institutionen zusammen. Außerdem soll die Berliner Stadtgesellschaft einbezogen werden, unter anderem über eine Online-Beteiligung über die zentrale Berliner Beteiligungsplattform mein.berlin.de.

Umweltbundesamt Logo

Neue UBA-Arbeitshilfe zu Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft in der Beschaffung

Die vom Umweltbundesamt herausgegebene Publikation “Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft in der öffentlichen Beschaffung“ umfasst Ausführungen zur rechtlichen Lage, zu wesentlichen Begriffen, zur Beschaffung klimafreundlicher, langlebiger und instandgesetzter Produkte, sowie zur Berücksichtigung von Emissionen mittels Lebenszykluskosten-Tool. Die Arbeitshilfe richtet sich speziell an Mitarbeitende in Bedarfs- und Vergabestellen der öffentlichen Verwaltung und gibt spezifische praktische Hinweise zur besonders nachhaltigen Beschaffung verschiedener Produkte. Im Anhang sind geeignete Gütezeichen, Leitfäden und Spezifikationen zur Beschaffung von Bekleidung, Schuhen, Bettwaren, Matratzen, Möbeln, Notebooks, Rechenzentren und Serverräumen, Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, Frontgabelstaplern und Produkten der Innenbeleuchtung zusammengestellt.

Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) fordert Chancen der umweltfreundlichen Beschaffung zu nutzen

Mit einem von der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held erarbeiteten Rechtsgutachten macht der BDE darauf aufmerksam, dass die Potenziale der umweltfreundlichen Beschaffung für den Ressourcen- und Klimaschutz, die Rohstoffsicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland aktuell noch nicht ausgeschöpft werden. In den bundesweit anstehenden öffentlichen Investitionen sieht der BDE eine historische Chance, gezielt in nachhaltige Infrastruktur zu investieren und den Hochlauf der Kreislaufwirtschaft zu fördern. In Berlin ist die umweltverträgliche Beschaffung für die öffentliche Hand bereits seit 2010 im Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz sowie in der am 01.01.2013 erstmalig in Kraft getretenen Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt festgeschrieben und wird seitdem kontinuierlich fortentwickelt.

Ausgepackter Kiez-Korb auf einer Wiese im Park mit Lastenrad im Hintergrund

Nachhaltig picknicken mit dem Kiez-Korb

Bei einem Picknick oder einer Feier im Grünen kann viel Müll anfallen: Plastikbecher, Einwegflaschen, Verpackungsmüll und vieles mehr. In Reinickendorf bietet der Kiez-Korb seit September eine nachhaltige Alternative. Er besteht komplett aus Mehrweg-Artikeln und kann an 5 Standorten zusammen oder separat zu den kostenfreien Lastenrädern der fLotte-kommunal ausgeliehen werden. Der Kiez-Korb ist eine Idee des Bezirksamts Reinickendorf und sowohl beim Druck des Infoflyers als auch der Beschaffung aller Picknick-Artikel wurden Kriterien der Nachhaltigkeit, wie Fairtrade oder die Widerstandsfähigkeit der Materialien, berücksichtigt. Der Korb enthält 12 Gedecke, eine Isolierflasche, eine bunte Fairtrade Girlande sowie einen Fairtrade Fußball und eignet sich somit ideal für nachhaltige Feiern in der Natur.

Termine

Online-Grundlagenseminar zur Fairen Beschaffung in Kommunen

5. November 2025, 08:50 – 13:00 Uhr; Online

KOINNO-Kompaktseminar für innovative Unternehmen: 1x1 der öffentlichen Beschaffung

18. November 2025, 15:00 bis 17:30 Uhr; Online

(Hinweis: Seminar nur für Startups und KMU)

KOINNO-ROADSHOW: Markterkundung

20. November 2025, 10:00 bis 14:00 Uhr; Online

Clever wirtschaften in öffentlichen Kantinen - Potenziale zur Reduktion von Lebensmittelabfällen nutzen

28. Januar 2026, 10:00 – 12:00 Uhr; Online