Tränenpalast

Tränenpalast

Am historischen Ort des Tränenpalasts zeigt die ständige Ausstellung «Ort der deutschen Teilung», wie geregelte Grenzübergänge zwischen Ost und West abliefen.

Der Tränenpalast

© dpa

Die DDR-Geschichte beinhaltet einige tragische Ereignisse. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Berliner Museen, Galerien und Ausstellungshäuser dürfen wieder für Besucher öffnen. Um die Verbreitung des Coronavirus zu hemmen gelten jedoch strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Weitere Informationen »

Das 1962 errichtete Gebäude am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin steht für zahlreiche emotionale Abschiede, Ängste, Sorgen, Wut und Enttäuschung. Der Tränenpalast war einer der wenigen Grenzübergänge zwischen Ost- und Westberlin. Besucher können in der Dauerausstellung den Ablauf der mühsamen Grenzabfertigung nachvollziehen und durch eine Original-Passkontrollkabine gehen. Im Mittelpunkt stehen jedoch persönliche Geschichten aus dem geteilten Berlin.

Ausstellung am historischen Ort

Hier erlebten Deutsche aus Ost und West unmittelbar, wie stark sich Kalter Krieg und Teilung auf ihr Leben auswirkten. Der Abschiedsschmerz nach der Begegnung mit Angehörigen und Freunden aus dem anderen Teil Deutschlands beherrschte die Gefühle. Wut und Angst während der schikanösen Kontrollen kamen hinzu. Sehnsucht und Verzweiflung erfassten viele Ostdeutsche, für die diese Grenze dauerhaft geschlossen schien. Wer nach Genehmigung eines Ausreiseantrags in die Bundesrepublik übersiedeln durfte, empfand Freude und Erleichterung, oft getrübt durch Trauer über den Verlust der Heimat.
Am historischen Ort – im denkmalgeschützten "Tränenpalast" – vermittelt die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die Auswirkungen von Teilung und Grenze auf den Alltag der Deutschen. Eine Original-Kontrollkabine lässt die Abfertigungssituation erahnen. Zusammenbrüche aus Erschöpfung und mehr als 200 Todesfälle belegen, dass auch ein "legaler" Grenzübertritt am Bahnhof Friedrichstraße eine Tortur war. Langes Warten und die demütigende Abfertigung belasteten vor allem ältere Menschen schwer.
Tränenpalast
© Ralf W. Stiebing

Fotos: Tränenpalast - Bau und Ausstellung

Der Tränenpalast war zu Zeiten deutscher Teilung die Abfertigungshalle für die Ausreise von Ost- nach West-Berlin. Eine Ausstellung erinnert an den Alltag während der Teilung. mehr

Lebendige Geschichten im Tränenpalast

Zahlreiche dramatische wie auch alltägliche Geschichten lassen die Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes zwischen Ost und West lebendig werden: Hier kreuzten sich zum Beispiel die Wege der DDR-Reisekader und der Zwangsausgebürgerten, der Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die als "Kundschafter" in den Westen geschleust wurden, und der privat reisenden Bürger aus der Bundesrepublik.
Auch Ostdeutsche mit Fluchtabsichten zog es trotz der strengen Überwachung und eines nahezu perfekten Kontrollapparates an die Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße. Fast alle Fluchtversuche scheiterten. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre häuften sich Zwischenfälle mit Ausreisewilligen, die ohne gültige Papiere in den "Tränenpalast" vordrangen. Sie sahen in dieser Provokation den letzten Ausweg aus der DDR, da sie hofften, nach ihrer Inhaftierung von der Bundesrepublik freigekauft zu werden.
Am 9. November 1989 öffnete sich auch am Bahnhof Friedrichstraße die Grenze. Der im Ergebnis zunächst offene Wiedervereinigungsprozess verlief rasant. Am 2. Juli 1990 feierten die Berliner die erste direkte Fahrt einer S-Bahn von Ost nach West über den Bahnhof Friedrichstraße. Mit dem Ende der deutschen Teilung verlor der „Tränenpalast“ seine ursprüngliche Funktion.
Pergamonmuseum – Das Panorama
© Asisi (Foto: Tom Schulze)

Tipp: Pergamon-Panorama

In dem neuen Pergamon-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi sind Originalteile des Pergamonaltars sowie eine Videoinstallation zum Pergamonaltar zu besichtigen. mehr

Adresse, Öffnungszeiten und Kontakt

Karte

 Adresse
Reichstagufer 17
10117 Berlin
Telefon
(030) 467 777 911
Internetadresse
www.hdg.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10 bis 18 Uhr
Barrierefrei
Barrierefreier Zugang auf der Rückseite des Gebäudes (angrenzend an Bahnhofsgebäude). Barrierefreies WC im hinteren Bereich der Ausstellung. Gehstöcke, Reiserollstuhl, Klapphocker und induktive Halsringschleifen ausleihbar. Betastbare Objektive für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Eintritt
Eintritt frei
Altes Museum
© Tobias Droz/BerlinOnline

Museen in Mitte

Unbestritten das kulturelle Zentrum Berlins. Das Neue Museum mit der Büste der Nofretete, das Alte Museum, das Deutsche Historische Museum oder das Pergamonmuseum sind weltweit beachtete Kultureinrichtungen. mehr

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
© dpa

Museumsführer: Gedenkstätte

Die Berliner Gedenkstätten erinnern unter anderem an die Zeit des Nationalsozialismus, die Deutsche Nachkriegsgeschichte, sowie an Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. mehr

Aktualisierung: 22. Mai 2020